Reaktionen auf Uefa-Beschluss "Und was passiert 2024?"

Michel Platini: "Euro für Europa".

(Foto: AP)

2020 findet die Europameisterschaft erstmals in einer Reihe von europäischen Städten statt. Bei den Verantwortlichen der Fußballverbände ruft die Entscheidung positive Reaktionen hervor, die Fans im Internet diskutieren kontrovers. Der Tenor: Uefa-Präsident Michel Platini löscht einen Brand, den er selbst gelegt hat.

Die Entscheidung der Uefa, die EM 2020 in weiten Teilen Europas auszutragen, hat bei den Verantwortlichen der Fußballverbände positive Reaktionen hervorgerufen. Im Internet dagegen diskutieren die Fußballfans die Entscheidung des Exekutivkomitee der Uefa durchaus kontrovers.

"Nach der gescheiterten belgisch-niederländischen Bewerbung für die WM 2018 ist das eine etwas kleinere, aber realistische Möglichkeit, um ein großes Fußball-Event nach Brüssel zu holen", sagte der Generalsekretär des Königlichen Belgischen Fußballverbandes, Steven Martens, der Nachrichtenagentur Belga. Brüssel sei als "Hauptstadt Europas" ganz besonders geeignet.

Auch in den Niederlanden stieß das Vorhaben auf Interesse. "Wir sind dafür, dass auch kleinere Länder bei so einer Veranstaltung berücksichtigt werden", sagte ein Sprecher des Königlichen Niederländischen Fußballbundes. Der KNVB plant, sich mit der Amsterdam-Arena und einem neuen Stadion in Rotterdam zu bewerben.

Laut Generalsekretär Gianni Infantino setzt die Uefa auf "einen gute Mix aus Ländern, die noch nie eine EM hatten, und denen, die schon einmal ein solches Turnier ausgetragen haben". Von den bisherigen Ausrichtern hat bereits England mit Wembley seinen Hut für die Halbfinals und das Endspiel in den Ring geworfen. "Ich denke, die Uefa hat uns auf dem Zettel, aber die Konkurrenz wird groß sein", sagte der Vorsitzende des englischen Fußballverbandes FA, David Bernstein.

In einer ersten Reaktion sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Wir haben die Entscheidung des Exko so erwartet und bewerten sie absolut positiv. Die Kommission für Nationalverbände, der auch ich angehöre, hat nun die Aufgabe, das Konzept für die EM 2020 weiterzuentwickeln. Eines kann ich jetzt schon ankündigen: Wir werden uns auf jeden Fall mit einer deutschen Stadt bewerben."

"Ich halte diese Entscheidung in Zeiten eines vereinten Europas für gut", erklärte auch Karl-Heinz Rummenigge in seiner Funktion als Chef der europäischen Klub-Vereinigung ECA: "Außerdem zwingt man so in Zeiten der Euro-Krise nicht ein, zwei Länder dazu, Geld in infrastruktuelle Maßnahmen zu stecken, sondern greift auf bestehende Strukturen zurück. Ich hoffe und wünsche mir, dass München als einer dieser Austragungsorte nominiert wird."