Leichtathletik Nestlé hat genug vom Doping

Die Leichtathletik sorgt zwar immer wieder für schöne Bilder. Nestlé reicht das aber nicht mehr.

(Foto: Christian Escobar Mora/dpa)
  • Nestlé hat mit sofortiger Wirkung seinen Sponsorenvertrag mit dem Leichtathletik-Weltverband gekündigt.
  • IAAF-Präsident Sebastian Coe will die Kündigung allerdings nicht akzeptieren.
  • Unterdessen wird ein weiter Korruptionsvorwuf in Kenia bekannt.

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat mit sofortiger Wirkung seinen Sponsorenvertrag mit dem Leichtathletik-Weltverband IAAF gekündigt. Der Konzern reagiert damit auf die Doping- und Korruptionsvorwürfe, die den Weltverband seit Monaten erschüttern. "Wir glauben, dass sich dies negativ auf unsere Reputation und das Image auswirken könnte und werden daher den bestehenden Vertrag mit der IAAF beenden", schrieb Nestlé in einer offiziellen Stellungnahme. Das Schweizer Unternehmen ist seit Januar 2012 Hauptsponsor des IAAF Nachwuchsförderprogramm "Kids Athletics". Nach BBC-Informationen soll Nestlé die IAAF mit bis zu acht Millionen US-Dollar im Jahr unterstützt haben.

IAAF-Präsident Sebastian Coe will die Kündigung von Nestlé hingegen nicht akzeptieren. "Wir sind verärgert und bestürzt über die Ankündigung", sagte Coe laut einer Mitteilung des Verbandes. "Wir werden es nicht akzeptieren. Es sind die Kinder, die darunter leiden." Bereits Ende Januar war bekannt geworden, dass der Sportartikelhersteller Adidas erwäge, seine Zusammenarbeit mit der IAAF zu beenden und vorzeitig aus dem noch vier Jahre laufenden Sponsorenvertrag auszusteigen.

24 000 US-Dollar gegen Aufhebung der Dopingsperre

Unterdessen wurde bekannt, dass ein kenianischer Sportfunktionär von zwei suspendierten Leichtathletinnen fünfstellige Dollar-Summen für die Verkürzung ihrer vierjährigen Dopingsperren verlangt haben soll. Die Läuferinnen Joy Skari und Francisca Koki Manunga haben der Nachrichtenagentur AP mitgeteilt, dass der Geschäftsführer des nationalen Verbandes Athletics Kenya, Isaac Mwangi, von jeder Sportlerin 24 000 US-Dollar Schmiergeld gefordert habe.

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Mwangi wies die Beschuldigungen umgehend strikt zurück. "Das ist doch ein Witz", sagte er. Er habe sich niemals privat mit den Athletinnen getroffen. Sakari (400 Meter) und Manunga (400 Meter Hürden) waren während der WM 2015 in Peking bei einer Trainingskontrolle erwischt worden. Beide wurden positiv auf das Diuretikum Furosemid getestet, das zur Verschleierung verbotener Substanzen dient. Daraufhin sperrte der kenianische Verband die Langsprinterinnern bis August 2019.