Handwerklich war die öffentlich geführte Trainersuche des Verbandes von imponierender Unbeholfenheit, aber das ist nichts, was gegen Marcel Koller verwendet werden darf. Der 50-Jährige ist ein Anti-Peppi, ein trockener, von jeglichem Schmäh weiträumig umfahrener Schweizer, der sich bei seinen Stationen in der deutschen Bundesliga (Köln, Bochum) einen sehr seriösen Ruf erwarb.
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Koller gilt als Erfinder von Lukas Podolski, er hat das Talent des damals 18-Jährigen erkannt und ausgebaut, und in Bochum förderte er einen jungen Linksverteidiger, den er jetzt im neuen Job wiedertrifft. Kollers Berufung sei "eine Super-Sache", sagt Österreichs inzwischen in Schalke untergekommener Nationalspieler Christian Fuchs, der Coach lege "viel Wert auf Taktik, er kann gut mit Spielern umgehen und ist ein sehr besonnener Mensch". Er ist sogar so besonnen, dass Freunde österreichischer Folklore künftig sehr tapfer sein müssen.
Koller wird sich nicht wie Didi Constantini nach der offiziellen Pressekonferenz zu den Journalisten stellen und ein inoffizielles Weißbier mit ihnen trinken. Er werde aber "alles dafür tun, dass wir mit Leidenschaft spielen und die Fans mitnehmen", sagte Koller am Dienstag. Er wird im November beginnen, die letzten Qualifikationsspiele coacht vertretungshalber Sportdirektor Willi Ruttensteiner.
Ohne Koller zu nahe zu treten: Solche Trainer haben wir in Österreich genügend", stichelte Schneckerl Prohaska, kaum dass die Personalie bekannt war, in der Kronen Zeitung. Es geht schon los.
Marcel Koller wird dieses spezielle Milieu noch kennenlernen, aber wer diesen vernunftbetonten Denker kennt, traut ihm zu, dass er sich von subversivem Schmäh nicht aus der Ruhe bringen lässt. Koller weiß natürlich, dass er ein Kompromisskandidat ist. Plan A wäre die kleine, die österreichische, die Andy-Herzog-Lösung gewesen. Plan B wäre die große Lösung gewesen, jene mit Christoph Daum, aber im Verband haben sie Sorge gehabt, dass ihn dieser schrille Mensch über den Kopf wachsen könnte.
Marcel Koller ist Plan C. Er ist kein Österreicher, aber er versteht ihre Sprache, und er geht davon aus, dass Österreicher nur dann etwas gegen Schweizer haben, wenn sie aus Versehen die Abfahrt in Kitzbühel gewinnen.
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(SZ vom 05.10.2011)
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Ein Blick von Außen kann einem sehr schön das wesentliche aufzeigen. Die SZ hat das in jüngster Vergangenheit im Zusammenhang mit den korupten Vorgängen in der Alpenrepuplik gezeigt. Auch die Thematisierung der Wadlbeisser in Österreich, seien es Ex Spieler od Schmieranskis begrüße ich sehr.
Dagegen ist es geradezu schäbig wie hier die Teamchefsuche seitens des ÖFBs unter einem Hut mit den Wortmeldungen in den Medien gesteckt wird. Seitens des ÖFBs gab es nämlich 1. die Verkündung dass ein Trainer gesucht wird, 2. dass keine Namen kommentiert werden und 3. die Vorstellung. Schönheitsfehler: Der Name ist 15h vor der Pressekonferenz durchgesickert. Während man die Medien in die Irre geführt hat, bzw. sie sich selbst, zB. durch ein "geheimes" Treffen in Kitzbühl(!) mit einen gewissen Herrn Daum konnte man in Ruhe mit den ernstzunehmenden Kandidaten sprechen. Die "kleine" bzw. die "große" Lösung könnten genauso aus Jornalistengehirnen der Kronenzeitung entspringen, passen aber gut in die "recherchelastigkeit" dieses Berichts!
Ich bin für gewöhnlich Fan von Trainern wie Marcel Koller, Zeitungen wie der SZ und nicht Fan vom ÖFB!
Alles Gute Marcel Koller!!!
Abschließend noch etwas zu den Kolumnen, was sie vermutlich selbst schon wissen: Keiner der ehemaligen Stars schreibt Artikel selbst. Sie werden von Journalisten angerufen, die einige ihrer Äußerungen dann in eine Kolumne packen. Es mag stimmen, dass Prohaska und Co. für Koller fast nur kritische Äußerungen über hatten. Was sie sonst noch denken und meinen (vielleicht, dass sie Koller dennoch Alles Gute wünschen) wird in den Zeitungen aber verschwiegen. Ist auch klar: Die Kronen Zeitung (auflagenstärkste in Österreich) legt der Bevölkerung gerne eine kritische Meinung in den Mund (die Boulevardzeitung wurde ja richtigerweise verwendet). Zudem gehörte dieses eine Mal die Kronen Zeitung zu den letzten Medien bei denen die Koller-Nominierung durchgesickert ist. Vor allem Peter Linden, der wichtigste Sportredakteur der Krone, dürfte sich deswegen auch ein bisschen an der Ehre verletzt fühlen.
Ich gratuliere Ihnen zu dem Artikel, denn auch ich als Österreicher bin enttäuscht über die Aussagen unserer selbsternannten „Fußballexperten“ und dem rauen Gegenwind, der unserem neuen Trainer entgegen gebracht wird. Ich bin der Meinung, dass man Koller einmal arbeiten lassen und erst danach ein Urteil fällen sollte. Dass der neue Teamchef ein Ausländer ist, ist positiv: Objektive Herangehensweise, keine „Verbandelungen“ mit Medien, Vereinen und Interessenskörpern.
Trotzdem ein Kritikpunkt:
Prohaska und Krankl waren zu ihrer Zeit zwei der Allerbesten. Entweder der Autor hat ihre Karrieren nicht verfolgt; oder er lässt sich vom „Cordoba-Wahn“ (der hierzulande noch immer herrscht) zu sehr beeinflussen.
Falsch finde ich es jedenfalls, dass die beiden nur auf Cordoba reduziert werden. Krankl war ein herausragender Stürmer, gewann den Goldenen Schuh (Torschützenkönig Europas), war Torschützenkönig in Spanien, wurde bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres (Ballon d´Or) knapp Zweiter und er schoss den FC Barcelona zu dessen allererstem Europapokalsieg 1979. Prohaska galt als einer der besten Mittelfeldspieler der Welt. Als er nach Italien wechselte waren nur zwei Legionäre pro Team erlaubt, einen Platz hatte Inter Mailand noch über. Prohaska und ein gewisser Platini standen zur Auswahl. Inter aber wollte Prohaska und gewann mit ihm die Coppa Italia. Danach wechselte er zur AS Roma und wurde dort Meister, was Seltenheitswert hat und einem Deutschen meines Wissens nach nie gelungen ist.
Nichts von dem bekräftigt heute ihre „Expertisen“ in Print- und Fernsehmedien. Nichts von dem macht sie zu einem Fachmann, der so über Koller urteilen sollte.
Wie bereits gesagt: Auch ich finde es bedenklich, dass eine neue, mutige Entscheidung des ÖFB so viel negativen Widerhall findet.
Ich kann dieses "Entdecker von Podolski" nicht mehr hören. Der angebliche Jugendförderer Koller hatte in Bochum die älteste Mannschaft der Liga und solch Spieler wie Gündogan (BVB, Neu-Nationalspieler), Ilicevic (gerade für 4 Mio gewechselt) und Lukas Schmitz (aktuell Linksverteidiger des Tabellenzweiten) auf der Bank versauern lassen (Ilicevic) oder gar nicht erst in den Profikader aufgenommen und so für einen Appel und Ei zu anderen Vereinen vergrault.
Ja, das Wunder von Cordoba muss sich wiederholen - mindestens. Da darf der Corner aber nit an d' Staange flieagn...
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