11 im Fokus - das Rückrundenpuzzle Mann für alle Seiten

Julian Green: nah dran an der ersten Mannschaft

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Klein, wendig, spielintelligent: Julian Green ist der ideale Pep-Guardiola-Spielertyp. In der Rückrunde will er sich weiter an die Startelf des FC Bayern heranarbeiten. Teil eins unserer Serie von Spielern, auf die Sie in der Rückrunde achten sollten.

Von Benedikt Warmbrunn

Zu Beginn des neuen Jahres hat auch Matthias Sammer eine Ansprache gehalten. Der Sportvorstand des FC Bayern äußerte sich zu allen großen aktuellen Themen der Fußballwelt, also zur Wahl des Weltfußballers, zu Thomas Hitzlsperger und zur möglichen vorzeitigen Vertragsverlängerung des Sportvorstands des FC Bayern. Dann sprach Matthias Sammer über Julian Green.

Julian Green ist 18 Jahre alt, er ist geboren in Tampa, Florida, und aufgewachsen in Miesbach in Oberbayern. Er hat also bereits eine kleine Weltlaufbahn hinter sich. Geht es nach Matthias Sammer, wird dieser eine Karriere folgen, die Green zu einem der großen Themen der Fußballwelt machen könnte. "Julian hat eine sehr beachtliche Entwicklung genommen", sagte Sammer. So beachtlich immerhin, dass Green inzwischen ganz nah dran ist an der Profimannschaft des FC Bayern.

In der Vorbereitung auf die Rückrunde durfte Green mit ins Trainingslager nach Doha fliegen, im Testspiel gegen den sudanischen Meister Al-Merrikh erzielte er das 1:0, am Montag traf er auch gegen Al Kuwait SC, und schon schwärmten wieder alle von diesem Talent, dessen Talent gar nicht so einfach zu benennen ist. Sammer sagt: "Er kann auf allen Positionen in der Offensive spielen." FCB-Trainer Pep Guardiola sagt: "Julian kann außen und vorn spielen, links und rechts."

Guardiola lobt Greens "Bewegungen in die Tiefe"

Schon im Sommer fand der Spanier Gefallen an dem Mann für alle Seiten, der nicht nur aufgrund seiner Flexibilität ein typischer Guardiola-Spieler ist: Green ist nicht groß (1,72 Meter), dafür flink, mit dem Körper und mit dem Kopf. Er kann sich geschmeidig um die Gegner winden, er kann aber auch Situationen so schnell erfassen, dass sich die komplette gegnerische Verteidigung neu sortieren muss. Guardiola lobt daher besonders Greens "Bewegungen in die Tiefe".

Nach sieben Toren in der Sommervorbereitung spielte Green in der Hinrunde vor allem für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Bayern, in 18 Spielen erzielte er 15 Tore. Guardiola setzte ihn einmal ein, Ende November in der Champions League in Moskau, fünf Minuten lang. Zum Jahresbeginn wurde über einen möglichen Wechsel zum HSV spekuliert, Sammer schloss diesen aber sofort aus; Green hatte erst wenige Wochen zuvor einen Profivertrag erhalten.

Green bleibt also erst einmal beim FC Bayern, und verkörpert durch den Spieler Green bleibt auch die Frage beim FC Bayern, ob das noch so leicht geht: dass sich ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in diesem Ensemble an Nationalspielern durchsetzen kann. Es bleibt die Frage, ob der FC Bayern weiter ein Team bleibt, in dem sich ein Junge aus Miesbach genauso behaupten kann wie Spieler, die für achstellige Beträge eingekauft wurden.

Franck Ribéry vor der Weltfußballer-Wahl Hier Held, dort Bösewicht

Das Leben von Franck Ribéry ist eine Achterbahn: Heute die Weltfußballer-Wahl, eine Woche später ein Gerichtsverfahren wegen einer Prostituierten-Affäre in Paris. Während er in München gefeiert wird, ist er in Frankreich immer noch sehr unbeliebt. Doch er kämpft weiter, vor allem auf dem Platz.

Links, rechts, vorn, auf den Positionen also, auf denen Guardiola den Nachwuchsspieler sieht, spielen die ganz Großen der Fußballwelt, wie Franck Ribéry (links), Arjen Robben (rechts) oder vom Sommer an Robert Lewandowski (vorn). Sammer stört das nicht, er zumindest traut Green zu, dass dieser sich durchzusetzen kann: "Er ist schon gut integriert."

Dass Green in der Rückrunde weiter ein Thema bleiben wird, dafür wird auch Jürgen Klinsmann sorgen. Green hat einen deutschen und einen amerikanischen Pass, und Klinsmann, der Nationaltrainer der USA, hatte den Offensivspieler bereits im November zu einer Länderspielreise eingeladen. Green sagte ab. Noch hat er sich jedoch nicht entschieden, ob dies eine einmalige oder eine endgültige Absage war. Denn er hat bereits gehört, dass nicht nur die Trainer Guardiola und Klinsmann seine Fähigkeiten erkannt haben. Sondern auch Joachim Löw.

Wer trägt die Hoffnungen der Bundesliga-Klubs in der Rückrunde? Wer startet ein aufsehenerregendes Comeback? Und wer kommt noch mal groß raus, obwohl er schon fast vergessen war? Die Sportredaktion von SZ.de stellt Ihnen elf Spieler vor, auf die Sie achten sollten.