Hamburger SV Investor Kühne spottet über den HSV

Vermeidet ein Bekenntnis zum HSV: Investor Klaus-Michael Kühne.

(Foto: Axel Heimken/dpa)
  • Investor Klaus-Michael Kühne spottet über den Hamburger SV - und vermeidet eine klare Zusage zu weiteren finanziellen Hilfen.
  • Diese könnten nötig werden, um dem verschuldeten Klub die Spiellizenz für die kommende Saison zu sichern.
  • Während sich HSV-Präsident Bernd Hoffmann am Sonntagabend optimistisch gab, sieht das Fachmagazin Kicker am Montag die Lizenz in Gefahr.

Investor Klaus-Michael Kühne vom Hamburger SV hat spöttisch auf den Absturz des Traditionsklubs auf den letzten Platz der Bundesliga reagiert. "Noch vor einem Jahr hätte ich gesagt: Hamburg hat drei Perlen - die Elbphilharmonie, unser neues Hotel und den HSV. Jetzt hat es leider nur zwei Perlen", sagte der Milliardär, als er am Montag sein neues Hotel an der Außenalster eröffnete. Er vermeidet außerdem, dem verschuldeten Klub weitere Hilfen zuzusagen: "Ich gebe keine Kommentare ab: Das soll aber kein Negativ-Urteil sein. Wir sind alle voller Hoffnung."

Zuletzt hat die Debatte, ob der akut gefährdete Tabellenletzte Hamburger SV in der kommenden Spielzeit eine Spiellizenz erhält, an Dynamik gewonnen. Der Kicker sieht die Spielberechtigung in Gefahr. Den Verein belasten Verbindlichkeiten von 105,5 Millionen Euro. Als Bernd Hoffmann, Aufsichtsratsvorsitzender und HSV-Präsident, sein Amt im Februar antrat, hatte er von einer "dramatischen wirtschaftlichen Lage" beim HSV gesprochen. Am Sonntagabend hat er sich allerdings optimistisch geäußert. "Ich sage: Wir kriegen es hin", sagte er im "Sportclub" des NDR. Der HSV werde auch in der nächsten Saison "ein gutes Mitglied des bezahlten deutschen Fußballs" sein.

"Im Augenblick haben wir keine guten Zeiten, was den Fußball anbetrifft"

Vor wenigen Tagen wurden die Lizenzunterlagen eingereicht. Das Prüfungsverfahren ziehe sich noch zwei Monate hin, sagte Hoffmann, "und dann werden wir eine Lizenz für die 1. und 2. Liga hinbekommen, möglicherweise auch mit Hilfe von Herrn Kühne". Das Geld des Investors Klaus-Michael Kühne wird auch in den nächsten Jahren beim HSV dringend benötigt. Der Klub plant im Falle eines Abstiegs auch mit Transfererlösen, kann im Lizenzierungsverfahren aber nur fixe Einnahmen geltend machen. Hier könnte Milliardär Kühne helfen.

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"Ich habe immer gesagt, Herr Kühne ist ein ausgesprochen wichtiger Partner des HSV", sagte Hoffmann. Kühne sei "Teil der HSV-Familie in den letzten Jahren" gewesen und werde auch "wichtiger Partner in den nächsten Jahren" sein. Der in der Schweiz lebende Milliardär gibt sein finanzielles Engagement beim HSV bislang mit rund 60 Millionen Euro an, Beobachter schätzen es jedoch auf mehr als 100 Millionen Euro.

Wegen der Planungen für die nächste Saison sei es laut Hoffmann "zwingend notwendig, dass man Herrn Kühne so schnell wie möglich mit ins Boot nimmt". Er selbst pflege mit Kühne, 80, einen "ständigen und ausgesprochen guten Austausch". Kühne selbst hat am Montag allerdings ein klares Bekenntnis vermieden. "Es kommen auch mal bessere Zeiten. Im Augenblick haben wir keine guten Zeiten, was den Fußball anbetrifft", sagte er.

Dem HSV droht auch in diesem Jahr ein sattes Minus. Zum Ende des vergangenen Spieljahres wurde ein Defizit von 13,4 Millionen Euro geschrieben, die Verbindlichkeiten waren auf 105,5 Millionen Euro gewachsen. Verschärft wird die finanzielle Situation durch die katastrophale sportliche Lage, in der es deutlich weniger TV-Geld als eingeplant gibt. Außerdem erhalten noch zehn Funktionäre, Chef- und Co-Trainer Abfindungen, die allesamt in dieser Saison den Klub verlassen mussten.

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