FC Bayern Heynckes wünscht sich Lahm als Fußballer des Jahres

War noch nie Fußballer des Jahres: Weltmeister Philipp Lahm.

(Foto: dpa)

Der Weltmeister sei "einer der außergewöhnlichsten Spieler des deutschen Fußball", findet sein Ex-Trainer. Roger Federer sagt für die French Open ab. Jan Ullrich ist zurück im Radsport.

Fußball, Philipp Lahm: Bayerns Ex-Trainer Jupp Heynckes kann nicht verstehen, dass Weltmeister Philipp Lahm in seiner Karriere noch nie zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt worden ist. "Philipp ist einer der außergewöhnlichsten Spieler des deutschen Fußballs. Ich würde mir wünschen - und er hätte es wahrlich verdient - dass er zum Ende seiner großartigen Karriere jetzt auch noch Deutschlands Fußballer des Jahres werden würde", sagte Heynckes dem Sport-Informations-Dienst.

Für Hermann Gerland, Assistent beim FC Bayern von Trainer Carlo Ancelotti und Förderer von Lahm, ist die fehlende Auszeichnung gar "unbegreiflich", Lahm sei der "perfekte" Spieler. "Ich habe seit den 1970er-Jahren, seitdem ich die Bundesliga hautnah erlebe, noch nie so einen Spieler gesehen. Was mir deshalb überhaupt nicht in den Kopf will: Dass Philipp von den Journalisten noch nie zum Fußballer des Jahres gewählt worden ist. Er spielt zwar nicht spektakulär und er schießt auch keine Tore, aber er spielt seit 2001 immer auf einem unglaublichen Niveau", sagte Gerland im Sid-Interview.

Selbst Lahms Kollege Manuel Neuer plädiert ausdrücklich dafür. "Philipp hatte eine sensationelle Karriere. Ich finde es schade, dass er nie zum Fußballer des Jahres gewählt wurde. Für das, was er für den deutschen Fußball geleistet hat, hätte er es zumindest einmal verdient gehabt. Das wurde verpasst", sagte Neuer. Lahm, der am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Freiburg sein letztes Spiel als Profi bestreiten wird, ist bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2004 Zweiter geworden und 2006 Dritter. 2013, als er die Bayern als Kapitän zum Triple geführt hatte, wurde der 33-Jährige auf Platz fünf gewählt, ebenso 2014 als Kapitän des Weltmeisters.

Tennis, Roger Federer: Der Schweizer Tennisprofi Roger Federer verzichtet dieses Jahr auf die Teilnahme an den French Open in Paris. Der 35-Jährige begründete seinen Entschluss am Montagabend damit, sich ganz auf die Rasen- und Hartplatzsaison konzentrieren zu wollen. Die Sandplatzsaison wolle er hingegen komplett auslassen. Die richtige Turnierplanung sei für ihn inzwischen zum Schlüssel geworden, um erfolgreich zu bleiben, schrieb Federer auf seiner Homepage.

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Die French Open, Saison-Höhepunkt auf Sand und das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres, beginnen am 28. Mai. Nach einem halben Jahr Pause aufgrund einer Knieverletzung hatte Federer im Januar sein Comeback gegeben und sogleich bei den Australian Open in Melbourne sowie bei den Masters-Turnieren in Indian Wells und Miami triumphiert. Danach legte die frühere Nummer eins der Tennis-Welt eine Wettkampfpause ein.Federers Fokus liegt jetzt auf der Rasensaison mit geplanten Auftritten in Stuttgart, Halle und Wimbledon.

Radsport, Jan Ullrich: Der einstige deutsche Tour-de-France-Fahrer Jan Ullrich kehrt als Funktionär in den Profiradsport zurück und wird Sportlicher Leiter des Rheinklassikers "Rund um Köln". Das sagten der Tour-de-France-Sieger von 1997 und Rennorganisator Artur Tabat dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Ich habe lange, lange überlegt. Aber irgendwann war mir klar, dass ich das für Artur Tabat, der ja nicht nur mein Freund, sondern auch ein guter Mensch ist, machen werde", sagte Ullrich der Zeitung zu seiner Entscheidung. "Ich weiß, dass ich Artur Tabat damit einen Herzenswunsch erfülle."

Die 101. Auflage des Eintagesrennens steht am 11. Juni an.1997 hatte Ullrich die Tour de France gewonnen, er ist weiterhin der einzige Deutsche, der die Frankreich-Rundfahrt je für sich entscheiden konnte. 2000 hatte Ullrich olympisches Gold geholt. Seine Karriere stand aber vor allem nachträglich im Zeichen erschütternder Dopingskandale im Radsport. In der Öffentlichkeit trat er zuletzt nur noch selten auf. Sein Freundschaftsdienst für Tabat bleibe sein einziges Engagement im Profiradsport, versicherte Ullrich. "Ich werde mich nur in Köln engagieren, sonst nirgendwo."

Tischtennis: Bundestrainer Jörg Roßkopf will das Tischtennis attraktiver machen. "Ein Tischtennisspiel dauert einfach viel zu lange. Wir müssen uns Gedanken über den Zeitraum machen", sagte der 47-Jährige zwei Wochen vor der Heim-WM in Düsseldorf (29. Mai bis 5. Juni) der Kölnischen Rundschau. "Es ist sehr schwierig, Tischtennis zu präsentieren, wenn man nicht weiß, ob ein Champions-League-Finale anderthalb oder vier Stunden dauert", so Roßkopf, "da ist es für das Fernsehen natürlich schwer, live zu übertragen."

Roßkopf setzt sich für Veränderungen ein und macht deshalb in der zweiten Jahreshälfte als Teamkapitän bei einer neuen Turnierserie in Singapur mit, wo die Matches maximal 24 Minuten dauern.Roßkopf, 1989 Weltmeister im Doppel, stört besonders die geringe TV-Präsenz seiner Sportart. "Eine Woche nach unserem WM-Titel habe ich mit Borussia Düsseldorf im europäischen Finale gestanden. Das war drei Stunden live im Fernsehen zu sehen", sagte der Dieburger.

Heute sei das anders, "weil der Fußball alles auffrisst. Fußball wird ständig übertragen. So kommt automatisch jede Sportart verschlafen daher."Rein sportlich stehe Deutschland im Tischtennis gut da. "Momentan steht China an eins, Japan an zwei, wir an drei", meint Roßkopf: "Ich hoffe natürlich, dass wir wieder an die Zwei oder auch an die Eins herankommen."