FC Bayern besiegt Bamberg Ungenauigkeiten zu Beginn

Drei Angriffe, zwei Fehlpässe, diese Ungenauigkeit zu Beginn zeugte gleich vom Druck, der in diesem Derby auf dem Favoriten lastete. Die Bayern überzeugten mit sicherem Positionsspiel, das vor allem Chevon Troutman veredelte. Sein Dreier zum 7:3 gab die Richtung vor, 20:9 führten die Gäste nach sechs Minuten nach einem weiteren Dreier, diesmal von Rice.

Der unangefochtene BBL-Tabellenführer tat sich dagegen bei jeder Übung schwer, sogar die Freiwürfe bereiteten Bamberg Probleme. Es ist offensichtlich, dass die Misserfolge in der Top16-Runde der Euroleague (sechs Spiele, null Siege) Spuren hinterlassen haben im Gefüge des neuformierten Titelverteidigers. Anton Gavel (15 Punkte) und Casey Jacobsen (20), die altbewährten Kräfte, rieben sich wie gewohnt auf, doch der Rest offenbarte eine erstaunliche Verunsicherung.

Von der gelegentlichen Hochform des slowenischen Topscorers Bostjan Nachbar war wenig zu sehen, dem Center Maik Zirbes verstellte die Münchner Möbelpacker-Garde um Jared Homan und Lawrence Roberts knallhart den Zugang zum Brett. Da die Baskets sich ihre Schwäche, den Rebound, auch mit neuem Personal bewahrt haben, verstärkte sich ihre Nervosität mit jedem Fehlwurf.

Während die Bayern im Stile einer Spitzenmannschaft ihre Aktionen setzten, provozierte das Heimteam mit einem verheerenden zweiten Viertel (7:20) zur Pause ein Pfeifkonzert der 6800 Fans. Auf mickrige 28 Prozent war ihre Quote abgestürzt, 13 Ballverluste kündigten ein Debakel an. Zwei Dreier von Greene brachten die Bayern auf eine sagenhafte 45:22-Führung.

Aber diese denkwürdige Halbzeit mit nur 22 Punkten ließen die Oberfranken nicht auf sich sitzen, das Team nicht und auch nicht das Publikum. Wie die Ochsen schufteten die Baskets jetzt in der Deckung, den Bayern kam die Sicherheit abhanden - während die Bamberger das Punkten begannen. Das Signal kam natürlich von Gavel, sein Dreier brachte Bamberg auf 39:54 (27.) heran, Philipp Neumann verkürzte erstmals auf nur noch zehn Zähler (45:55) - ehe Neuling Jeremiah Massey mit einem Buzzer Beater vor dem letzten Wechsel auf 49:57 verkürzte.

Und so stürmten die Baskets ins letzte Viertel: 62:67, 65:69, der Rückstand schmolz - ehe ein umstrittenes Offensivfoul (Massey), das Ende der Kräfte und auch die Cleverness der überzeugenden Bayern um Spielmacher Rice (16 Punkte) ein irres Comeback stoppten.