Fanprotest bei Wacker Burghausen Der Verein hält dagegen

Florian Hahn, Geschäftsführer des Vereins, hält entgegen, dass außer bei sogenannten Risikospielen immer gleich viele Beamte in Burghausen im Einsatz seien. Eine erhöhte Polizeipräsenz kann er nicht bestätigen. Die Fans wünschen sich Verhältnismäßigkeit. Und sie erwarten Rückendeckung vom Verein, bevor "ein klärendes Gespräch auf Augenhöhe" mit der Polizei stattfinden könne. Sauer sind sie vor allem, weil beim letzten Heimspiel gegen Borussia Dortmund II den mit einem Stadionverbot belegten Personen beider Fanszenen - insgesamt knapp 20 Leuten - der gemeinsame Aufenthalt untersagt wurde, obwohl die Ultras deren Verhältnis als freundschaftlich beschreiben.

Hahn verweist auf die Richtlinien: "Fangruppen sind zu trennen und dürfen aus Sicherheitsgründen nicht zusammenstehen." Dass der Verein den acht Wacker-Fans mit Stadionverbot überhaupt erlaubt habe, sich vom südlichen Zaun aus die Heimspiele anzuschauen, werde ihm gar nicht mehr gedankt - als sei das Zugeständnis eine Selbstverständlichkeit. Für die Fans war die Trennung der Gruppen durch Polizisten hingegen der "Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat".

Sie informierten Donkovs Team, dass sie es nicht anfeuern würden - aus Protest gegen die Polizeirepression und den aus ihrer Sicht untätigen Klub. Der verärgerte Verein untersagte den Personen mit Stadionverbot daraufhin, das Gelände überhaupt zu betreten. In anderen Städten - etwa in Saarbrücken - bekämen solche Anhänger sogar "Stadtverbot", erklärt Hahn: "Wir lassen uns nicht erpressen."

So fiel der Jubel nach den Burghauser Toren von Josef Cinar und Maxi Thiel diesmal kurz und verhalten aus. 90 Minuten lang schallten nur das Getrommel und die Anfeuerungsrufe der 30 mitgereisten Saarbrücker Anhänger über den Platz.