Europa League Gladbach und Wolfsburg ziehen in die K.-o.-Runde ein

Gladbacher Jubeltraube: Die Mannschaft steht in der Europa League in der K.o.-Runde

(Foto: AFP)
  • Wolfsburg erreicht erstmals seit fünf Jahren die Zwischenrunde eines internationalen Wettbewerbs.Vieirinha schießt die Wolfsburger in Führung, Rodriguez baut sie mit zwei Treffern aus.
  • Auch Borussia Mönchengladbach erreicht nach dem Sieg gegen Zürich die K.o.-Phase der Europa League. Patrick Herrmann und Branimir Hrgota (2) erzielen die Treffer.
  • In Kiew werden zwei französische Fans bei Attacken am Kopf verlezt.
  • Hier geht es zu den Ergebnissen und Tabellen in der Europa League

Schwach spielende Wolfsburger

Der VfL Wolfsburg hat als sechster und letzter deutscher Europacup-Starter die K.o.-Runde erreicht und den totalen Triumph der Bundesliga perfekt gemacht. Die Niedersachsen gewannen am späten Donnerstagabend in der Europa League ihr "Endspiel" um den zweiten Gruppenplatz beim OSC Lille mit 3:0 (1:0). Damit überstanden alle sechs Bundesligavereine die Gruppenphase im Europapokal.

Führung durch Vieirinha

Vieirinha (45.+1) und Ricardo Rodriguez (65./89., Handelfmeter) erlösten mit ihren Treffern die lange Zeit schwach spielenden Wolfsburger. Der Bundesligazweite überstand auch eine mehr als halbstündige Unterzahl, nachdem ausgerechnet der Franzose Josuha Guilavogui wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (55.) gesehen hatte. Großen Anteil am Sieg hatte auch Torhüter Diego Benaglio, der in einer kritischen Phase einen Foulelfmeter von Divock Origi (76.) hielt. "In der ersten Hälfte hatten wir Mühe, ins Spiel zu kommen, denn Lille hat alles auf eine Karte gesetzt. Der Treffer unmittelbar vor der Pause war wichtig", sagte Benaglio.

Erstmals seit fünf Jahren in der Zwischenrunde

Der Meister von 2009 steht erstmals seit fünf Jahren wieder in der Zwischenrunde eines internationalen Wettbewerbs. In der Runde der letzten 32, die am 19. und 26. Februar 2015 ausgespielt wird, zählt Wolfsburg als Gruppenzweiter nicht zu den gesetzten Teams. Das Spiel vor rund 30.000 Zuschauern im Grand Stade begann mit einem Schreckmoment für die Wölfe: Idrissa Gueye köpfte den Ball nach einem Stellungsfehler von VfL-Innenverteidiger Robin Knoche an den Pfosten (7.). Wolfsburg fand nur schwer in die Partie, vom Selbstvertrauen durch den Vereinsrekord mit 29 Punkten aus 14 Bundesligaspielen war wenig zu spüren. Trainer Dieter Hecking forderte sein Team von der Bank immer wieder auf: "Einfacher spielen!"

Lille, in der französischen Ligue 1 seit zwölf Spielen sieglos, witterte seine Chance und erspielte sich einige gute Chancen wie die von Ryan Mendez (26.) und dem auffälligen Origi (39.). Die vom Ex-Wolfsburger Simon Kjaer organisierte OSC-Abwehr hatte mit den wenigen Wolfsburger Angriffen lange wenig Mühe. Erst mit dem Halbzeitpfiff traf Vierinha.

In der Unterzahl und doch konzentriert

VfL-Coach Hecking reagierte auf den müden Auftritt seines Teams und brachte zur zweiten Halbzeit Bas Dost für den abgemeldeten Ivica Olic. Der Niederländer hätte die Gäste in der 54. Minute mit 2:0 in Führung köpfen können, stattdessen kassierte Guilavogui im Gegenzug den Platzverweis. In Unterzahl wirkte der Bundesligist aber noch konzentrierter. Der Lohn war der herrliche Freistoßtreffer des Schweizer Nationalspielers Rodriguez, der in der Schlussminute auch noch einen Handelfmeter souverän verwandelte. Als beste Spieler zeichneten sich bei Wolfsburg Benaglio und Rodriguez aus, bei Lille ragten Origi und Florent Balmont heraus.

Gladbach dominiert das Spiel

Vor Wolfsburg hatte schon Borussia Mönchengladbach kühlen Kopf bewahrt und als Gruppensieger die K.o.-Runde erreicht. Das Team von Trainer Lucien Favre gewann gegen den Schweizer Pokalsieger FC Zürich verdient mit 3:0 (1:0) und blieb auch im achten internationalen Spiel der Saison ungeschlagen. Patrick Herrmann (31.) und Branimir Hrgota (58./64.) trafen für die Borussia, die bei einer Niederlage ausgeschieden wäre. In der Runde der letzten 32, die am Montag ausgelost und am 19. und 26. Februar 2015 ausgespielt wird, gehört Gladbach somit zu den gesetzten Teams. Dennoch droht ein Hammerlos wie der FC Liverpool oder der AS Rom.

Gladbach sicherte sich mit dem Sieg zusätzliche Prämien in Höhe von 800 000 Euro, insgesamt hat der fünfmalige deutsche Meister in dieser Saison international 2,8 Millionen Euro verdient. Zum Vergleich: In der Champions League beträgt allein das Antrittsgeld 8,6 Millionen.

Herrmann sorgte für die Führung

Vor 44 323 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Borussia-Park war Gladbach über weite Strecken Herr im Haus, hatte die größeren Spielanteile und hätte sogar noch höher gewinnen können. Die unter Siegzwang stehenden Züricher suchten ihr Glück in sporadischen Kontern, gaben sich mit zunehmender Spieldauer aber auf. Die erste große Chance der Partie hatte Hrogta, der für den angeschlagenen Nationalspieler Max Kruse in der Startelf stand. Nach einem Patzer in der Züricher Defensive lief der Schwede alleine auf das Tor zu, vertändelte den Ball aber leichtfertig (16.).

Neben Hrgota hatte Favre auch Ibrahima Traoré und Oscar Wendt für Thorgan Hazard und Julian Korb in die Mannschaft rotiert. Wenig später war es dann so weit: Mit etwas Glück landete ein abgefälschter Pass von Hrgota bei Herrmann, der eiskalt blieb, Torhüter David Da Costa umkurvte und aus spitzem Winkel einschob. Für Herrmann war es bereits das vierte Tor der Europa-League-Saison. Bis zur Pause erspielte sich die Favre-Elf weitere erstklassige Chancen, bei der besten traf der starke Traoré mit einem Linksschuss den Pfosten (38.).

Hrgotas achter Treffer in der Europa League

Mönchengladbach, zweimaliger Gewinner des Vorgänger-Wettbewerbs Uefa-Pokal, blieb auch nach der Pause abgesehen von einer kurzen Drangphase der Gäste die gefährlichere Mannschaft. Ein Doppelschlag von Hrgota sorgte schließlich für klare Verhältnisse: Zunächst war der 21-Jährige nach einem Doppelpass mit Raffael erfolgreich, dann mit einem schönen Heber nach Pass von Granit Xhaka. Inklusive Play-offs hat der schwedische Nationalspieler nun schon acht Treffer erzielt.

Zwei verletzte französische Fans in Kiew

Im Vorfeld des Europa-League-Spiels zwischen Dnjepr Dnjepropetrowsk und dem AS Saint Etienne sind in Kiew zwei Fans des französischen Fußball-Rekordmeisters verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Die beiden Anhänger sollen Frakturen am Kopf erlitten haben, zwei Personen wurden nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP festgenommen.

Es ist bereits die zweite Attacke auf französische Fans innerhalb von zwei Tagen. Nach der 1:3-Niederlage beim FC Barcelona in der Champions League am Mittwoch waren Fans von Paris St. Germain angegriffen und niedergestochen worden.