Doping im Radsport Usada stellt Lance Armstrong ein Ultimatum

Ein Graffiti in Los Angeles: Lance Armstrong als Radfahrer mit Infusionen.

(Foto: Kevork Djansezian/AFP)

Chef der US-Anti-Doping-Agentur bezichtigt Lance Armstrong der Lüge und gibt ihm nur noch wenig Zeit, um zu kooperieren. Eine Deutsche gewinnt Gold bei der Snowboard-WM, die Handball-WM freut sich auf ihr Traumfinale der beiden Favoriten.

Sportnachrichten in Kürze

Dopingfall Lance Armstrong: Usada-Chef Travis Tygart hat den gefallenen Radstar Lance Armstrong der Lüge bezichtigt und dem Texaner zugleich ein Ultimatum gestellt. Armstrong habe noch bis zum 6. Februar Gelegenheit, mit der US-Anti-Doping-Agentur zu kooperieren, um seine lebenslange Sperre möglicherweise zu verkürzen, sagte Tygart in einem Interview mit dem US-Sender CBS. Das habe er Armstrong in einem Brief mitgeteilt. Das Gespräch wird am Sonntag in der Sendung "60 Minutes" ausgestrahlt.

In dem Interview bezichtigt Tygart Armstrong zudem, im Interview mit Talkmasterin Oprah Winfrey nicht die volle Wahrheit gesagt habe. Armstrong hatte behauptet, nach seinem Comeback in den Jahren 2009 und 2010 nicht gedopt zu haben. Die Chance, dass die Blutwerte Armstrongs nicht auf Doping basierten, bezifferte Tygart auf "eins zu einer Million".

Tygart hält es ebenfalls für unglaubwürdig, dass Armstrong seine Teamkollegen nicht zur Einnahme verbotener Substanzen getrieben habe. "Er war der Boss", sagte er. Es sei eindeutig, dass Armstrong der Anführer dieser Verschwörung gewesen sei, die Millionen an Steuergeldern verbraucht und Millionen an Sportfans betrogen habe. Armstrong hatte bei Winfrey eingeräumt, seit Mitte der 1990er Jahre und auch bei seinen inzwischen aberkannten sieben Tour-de-France-Siegen zu verbotenen Substanzen gegriffen zu haben, darunter Epo, Testosteron sowie Bluttranfusionen. "Er hat sehr viel Epo genommen", sagte Tygart. Die Usada hatte Armstrong zuvor massive Dopingvergehen nachgewiesen. Der Radsport-Weltverband UCI reagierte darauf mit der Aberkennung von Armstrongs Tour-Siegen sowie einer lebenslangen Sperre.

Wintersport, Snowboard-WM: Isabella Laböck hat bei den Snowboard-Weltmeisterschaften im kanadischen Stoneham die Goldmedaille im Parallel-Riesenslalom gewonnen. Die 26-Jährige aus Prien setzte sich im Finale am Freitag gegen die Österreicherin Julia Dujmovits durch und sorgte für den ersten WM-Titel des Snowboard Verbands Deutschland seit 14 Jahren. Das starke Teamergebnis machte Amelie Kober perfekt, die Olympia-Zweite von 2006 aus Fischbachau holte Bronze. "Das entschädigt für viel, sowas gab es noch nie", sagte Sportdirektor Stefan Knirsch über die Erfolge. Zuvor hatte das deutsche Team in dieser Saison zahlreiche Rückschläge durch Verletzungen hinnehmen müssen.

Den zuvor letzten deutschen WM-Coup hatte Markus Ebner 1999 mit seinem Sieg im Riesenslalom von Berchtesgaden gefeiert. Laböck ist die zweite deutsche Snowboard-Weltmeisterin nach Heidi Renoth, die vor 16 Jahren im Slalom gewonnen hatte. Bei den Herren verteidigte der Österreicher Benjamin Karl seinen WM-Titel erfolgreich. Der 27-Jährige übertrumpfte im Finale den Italiener Roland Fischnaller, Dritter wurde der Russe Vic Wild.

Handball-WM: Das Traumfinale der Handball-WM ist perfekt: Der WM-Zweite Dänemark gewann am Freitag in Barcelona sein Halbfinale gegen Kroatien unerwartet souverän mit 30:24 (14:11). Vor etwa 14.000 Zuschauern im Palau Sant Jordi warf Anders Eggert von der SG Flensburg-Handewitt neun Tore für Dänemark. Kroatien hatte in Damir Bicanic (6) seinen besten Werfer. Zuvor hatte Spanien durch ein 26:22 gegen Slowenien das Finale am Sonntag erreicht. Das Spiel um Platz drei zwischen Kroatien und Slowenien findet an diesem Samstag statt.