DFB-Strafe gegen Zweitligist Aue Nazi-Vergleich kostet 35 000 Euro

Teurer Schriftzug in Aue: "Ein Österreicher ruft und ihr folgt blind, wo das endet weiß jedes Kind. Ihr wärt gute Nazis gewesen!"

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Fans von Erzgebirge Aue hatten RB-Leipzig-Anhänger mit Nazis verglichen, der DFB verhängt nun eine hohe Strafe gegen den Zweitligisten. Skispringer Severin Freund übernimmt mit dem siebten Sieg die Gesamtführung.

2. Bundesliga, Strafe: Der Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue ist wegen der Plakate mit Nazi-Vergleichen beim Punktspiel gegen RB Leipzig zu einer Geldstrafe in Höhe von 35.000 Euro verurteilt worden. Zudem müssen die Sachsen bei weiteren Vergehen ein Zweitliga-Heimspiel unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und daher die Blöcke P und O schließen, teilte der Deutsche Fußball-Bund nach einem Urteil des Sportgerichtes am Freitag mit. Die Vollstreckung dieser Maßnahme wird für zwölf Monate zur Bewährung ausgesetzt. Das heißt, dass der Teilausschluss der Zuschauer nur dann erfolgt, wenn es innerhalb der Bewährungszeit zu einem schwerwiegenden Wiederholungsfall kommt. Beim Heimspiel am 6. Februar hatten Teile der Auer Anhängerschaft Plakate mit Nazi-Vergleichen gezeigt, zudem wurde Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz in Nazi-Uniform abgebildet. Vor und mehrmals während des Spiels wurde im Auer Block Pyrotechnik gezündet und zwei Banner mit verunglimpfendem und diskriminierendem Inhalt gezeigt.

Skispringen, Severin Freund: Skisprung-Weltmeister Severin Freund hat im norwegischen Trondheim seinen siebten Saisonsieg gefeiert. Der 26-Jährige flog auf 135,0 und 139,0 m und siegte mit 265,3 Punkten überlegen vor dem Slowenen Peter Prevc (255,1) und dem Norweger Rune Velta (247,2). Freund übernahm zwei Tage nach seinem Erfolg im finnischen Kuopio auch die Führung im Gesamtweltcup vor dem Österreicher Stefan Kraft, der sich mit Rang neun begnügen musste. Letzter Deutscher mit sieben Saisonsiegen war zuvor Martin Schmitt, der 1999/2000 sogar elf Weltcup-Springen gewann. Damals hatte Schmitt auch als bislang letzter DSV-Adler den Gesamtweltcup für sich entschieden.

Fußball, 1. FC Köln: Der 1. FC Köln muss drei seiner nächsten Heimspiele unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und außerdem eine Geldstrafe von 200 000 Euro zahlen. Das entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes am Donnerstag als Reaktion auf die Ausschreitungen von Kölner Fans während des Derbys bei Borussia Mönchengladbach am 14. Februar. Bei den Heimspielen gegen 1899 Hoffenheim am 12. April, gegen Bayer Leverkusen am 26. April und gegen Schalke 04 Anfang Mai muss der FC jeweils zwei Stehplatzbereiche im Stadion schließen.

Fußball, FC Bayern: Bayern München muss im Bundesliga-Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) bei Werder Bremen auf die angeschlagenen Franck Ribéry und Arjen Robben verzichten. Beide verletzten sich am Mittwoch beim 7:0 im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Schachtjor Donezk leicht und müssen pausieren. Bereits am Montag sollen sie wieder mit der Mannschaft trainieren. Ribéry (31) habe eine Stauchung mit Stressreaktion im rechten Sprunggelenk erlitten, teilte der Rekordmeister nach einer Untersuchung bei Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt am Donnerstag mit. Der Franzose war gegen Donezk in der 59. Minute ausgewechselt worden. Für Arjen Robben war bereits nach 19 Minuten Schluss gewesen. Der Niederländer (31) hatte sich einen Nerv im Rücken eingeklemmt. Die Probleme hatten in den linken Oberschenkel ausgestrahlt.

Wintersport, Ski alpin: Slalom-Olympiasieger Mario Matt aus Österreich hat seine Karriere beendet. Nach einer enttäuschenden Saison ohne einen einzigen Podiumsplatz im Weltcup verkündete der 35 Jahre alte Skirennfahrer diese Entscheidung am Donnerstag in St. Anton. "Ich habe in dieser Saison gemerkt, dass Ski fahren nicht mehr die wichtigste Sache in meinem Leben ist", kommentierte Matt, der vor rund einem Monat bei der WM in den USA im Torlauf schon im ersten Durchgang ausgeschieden war. Im Weltcup war das bisher beste Saisonergebnis des Sotschi-Olympiasiegers ein zwölfter Platz in Kitzbühel. Insgesamt feierte der Weltmeister von 2001 und 2007 in seiner Karriere 15 Weltcupsiege, weitere werden nicht hinzukommen. Am Slalom kommenden Sonntag im slowenischen Kranjska Gora will Matt nicht mehr teilnehmen. Für das Weltcupfinale eine Woche später im französischen Méribel wäre der Tiroler nach aktuellem Stand sowieso nicht qualifiziert gewesen, zu schwach waren seine Resultate im WM-Winter. Abseits des Skisports hat Matt einerseits mit seiner Après-Ski-Bar in St. Anton vorgesorgt, andererseits machte er sich schon mit seiner Araberpferdezucht international einen Namen. Sein jüngster Bruder Michael (21) versucht zurzeit, im Slalom-Weltcup Fuß zu fassen.

Basketball, Eurocup: Der deutsche Basketball-Meister Bayern München ist nach einer erneuten Demontage als letzter deutscher Vertreter im Achtelfinale des Eurocups gescheitert. Die Mannschaft von Trainer Svetislav Pesic verlor am Mittwochabend auch das Rückspiel gegen Titelverteidiger Valencia Basket mit 60:94 (31:50), schon das Hinspiel in Spanien vor einer Woche hatten die Bayern mit 58:80 abgegeben. Die aus der Königsklasse Euroleague abgestiegenen Münchner hatten Valencia auch vor 5056 Zuschauern auf eigenem Parkett nichts entgegenzusetzen, die Gäste setzten sich schon Mitte des ersten Viertels ab und bauten den Vorsprung kontinuierlich aus. Bayerns bester Schütze war Anton Gavel mit 14 Punkten. Bereits am Dienstag waren die Brose Baskets Bamberg als vorletzter deutscher Vertreter am russischen Favoriten Kuban Krasnodar gescheitert.

Fußball, England: Beinahe 26 Jahre nach der Katastrophe von Hillsborough hat der damals verantwortliche Polizist David Duckenfield zugegeben, über die Gründe, die zu der Katastrophe geführt hatten, gelogen zu haben. Bei einem FA-Cup-Spiel zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest waren am 15. April 1989 in einem überfüllten Tribünenblock 96 Fußball-Fans ums Leben gekommen. Im Rahmen einer neuen seit Sommer laufenden Untersuchung sagte Duckenfield: "Jeder kannte die Wahrheit. Die Fans und die Polizei kannten die Wahrheit, dass wir die Tore geöffnet haben". Duckenfield gab im Zeugenstand zu, dass er seinerzeit aber gegenüber dem englischen Verband (FA) erklärt hatte, dass Liverpool-Fans selbst die Tore zur Tribüne geöffnet haben. Durch diese Maßnahme waren immer mehr Menschen in den Tribünenblock gelangt. "Ich möchte mich bei den Familien entschuldigen", sagte Duckenfield am Mittwoch. Er werde seine Lüge bis zum Ende seiner Tage bereuen. Zuvor hatte der 70-Jährige zugegeben, dass er aufgrund seiner geringen Erfahrung nicht der richtige Mann für den Job gewesen sei.

Tennis, Indian Wells: Beim WTA-Tennis-Turnier im kalifornischen Indian Wells hat Mona Barthel als erste deutsche Tennisspielerin die zweite Runde erreicht. Die Norddeutsche setzte sich am Mittwoch nach 2:20 Stunden mit 6:3, 5:7, 6:4 gegen die Französin Kristina Mladenovic durch. Für die 24-Jährige aus Neumünster war es im fünften Duell mit ihrer drei Jahre jüngeren Kontrahentin der vierte Sieg. Barthel muss sich in der zweiten Runde mit Lucie Safarova auseinandersetzen. Die Tschechin ist beim mit 7,1 Millionen Dollar dotierten Event an Nummer zehn gesetzt.