Darlehen von Investor Kühne Neue Millionen für den HSV

Hamburgs Geldkoffer: Klaus-Michael Kühne (Archivbild).

(Foto: dpa)

Investor Klaus-Michael Kühne stockt sein Darlehen für den klammen Hamburger SV auf. Nach zähen Verhandlungen ist er bereit, 25 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Der Klub könnte nun den Transfer von Nicolai Müller finanzieren.

  • Investor Klaus-Michael Kühne stockt sein Dahrlehn für den wirtschaftlich angeschlagenen Hamburger SV auf 25 Millionen Euro auf.
  • Vorstandschef Beiersdorfer will den Kader mit den neuen Millionen weiter verstärken. Der Transfer von Nicolai Müller (Mainz 05) steht bevor.

25 Millionen statt acht Millionen Euro

"Wir brauchen nicht drum herum zu reden", hatte HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer vor kurzem gesagt, "aus dem normalen Geschäftsbetrieb könnten wir solche Sprünge nicht machen." Gemeint war der Transfer von Offensivspieler Nicolai Müller, den der klamme HSV gerne von Mainz 05 verpflichten will.

Seit diesem Montag sollte Beiersdorfer sollte genug Münzgeld für den geplanten Transfer aufbringen können. Investor Klaus-Michael Kühne erhöht sein Darlehn für die wirtschaftlich angeschlagenen Hanseaten um 17 Millionen Euro auf nun 25 Millionen Euro. Im Gegenzug beteiligt sich Kühne an der neuen HSV Fußball AG. Das gab der Fußball-Bundesligist am Montag bekannt.

Beiersdorfer baut sich den neuen HSV

Der neue HSV-Chef hat sich mit Investor Kühne geeinigt und beginnt seine Transferoffensive mit dem Kauf des Schweizer Nationalspielers Behrami. Weitere Spieler sollen kommen. Das entscheidende Gespräch mit Rafael van der Vaart steht noch aus. Von Jörg Marwedel mehr ...

"Wir freuen uns sehr über das große Engagement von Herrn Kühne und das uns entgegengebrachte Vertrauen. Die Unterstützung kommt bei unserer geplanten Neuausrichtung zum rechten Zeitpunkt", sagte Beiersdorfer. Die Hamburger hatten Ende Mai die Fußball-Abteilung ausgegliedert, hatten somit die Voraussetzungen für den Verkauf von Vereinsanteilen geschaffen - und für Kühnes jüngste, finanzielle Zuwendungen. "Mit der Ausweitung meines Engagements zugunsten des HSV-Profifußballs unterstreiche ich mein Vertrauen in die neue Vereinsführung, in der Hoffnung, dass es auf diese Weise gelingen wird, das Mannschaftsgefüge maßgeblich zu stärken," sagte Kühne.

Müller, Ostrzolek - und ein Zauberer?

Der Zuschuss des Milliardärs dürfte unter anderem in die Verpflichtung von Nicolai Müller fließen. Wie Mainz 05 am Montag bestätigte, hat sich der 26-Jährige bereits von der Mannschaft verabschiedet und ist auf dem Weg in den Norden. Am Dienstag soll er die obligatorische medizinische Untersuchung in Hamburg absolvieren, am Donnerstag könnte er erstmals mit der Mannschaft trainieren. Die Ablöse soll zwischen vier und fünf Millionen Euro liegen. Auch Matthias Ostrzolek (FC Augsburg) soll sich in den nächsten Tagen dem HSV anschließen.

Zuletzt hatten die Hamburger bereits Valon Behrami (SSC Neapel), den vergangenen Saison ausgeliehenen Pierre-Michel Lasogga (Hertha BSC) und Zoltan Stieber (SpVgg Greuther Fürth) verpflichtet. Von den acht der 25 Millionen Euro, die Kühne dem HSV bereits in der Vergangenheit zur Verfügung gestellt hatte, war unter anderem die Rückholaktion von Kapitän Rafael van der Vaart im Jahr 2012 finanziert worden.

Nachdem der HSV in der Vorsaison beinahe abgestiegen war, hat Beiersdorfer ein Anforderungsprofil für das neue Personal erstellt. "Mentalität und Charakter geht im Moment vor Talent", hatte der 50-Jährige gesagt und ergänzt: "Wenn wir das schaffen, können wir bald auch wieder einen Zauberer nach Hamburg holen."

Kritik von der Konkurrenz

Bei der Konkurrenz sorgt das Millionen-Engagement des umstrittenen Logistik-Unternehmers Kühne für Vorbehalte. "Wer vernünftig wirtschaften kann, braucht keinen Mäzen wie Kühne beim HSV", hatte Klaus-Dieter Fischer, Mitglied der Geschäftsführung vom HSV-Erzrivalen Werder Bremen, am Sonntag gesagt. Auch bei einigen HSV-Fans ist Kühne umstritten. Sie befürchten, dass sich der Milliardär mit seinem Geld zu viel Einfluss im Verein erkauft.