Ciro Immobile zum BVB Zwei Tore mehr als Luca Toni

Erst zur WM, dann zum BVB: Ciro Immobile.

(Foto: dpa)

Das Management von Ciro Immobile bestätigt den Transfer des Serie-A-Torschützenkönigs zu Borussia Dortmund. Beim BVB ist damit auch die Nachfolge für Robert Lewandowski geklärt. Möglicherweise müssen die Dortmunder aber ihr System an den Italiener anpassen.

Von Francesca D'Amicis und Freddie Röckenhaus, Dortmund

Von der Urlaubsinsel Sylt aus wollte Hans-Joachim Watzke am Freitag noch immer keine Bestätigung für den Transfer geben, den Borussia Dortmund offenbar nun vollzogen hat. "Aber wenn die beiden italienischen Klubs es schon selbst an die Presse geben", räumte BVB-Chef Watzke süffisant ein, "dann könnte es natürlich stimmen." Tatsächlich hatten Juventus Turin und der FC Turin, die sich die Transferrechte von Italiens aktuellem Torschützenkönig Ciro Immobile bisher teilen, inoffiziell bestätigt, sie hätten sich auf "Bedingungen für den Verkauf" des Jung-Nationalspielers nach Dortmund geeinigt.

Auch Immobiles Berater Marco Sommella bestätigte am Freitag der SZ, dass es zwar noch keinen genauen Zeitplan für die Unterzeichnung der Verträge gebe, der Wechsel aber beschlossene Sache sei. Immobile ist derzeit mit Italiens Nationalteam im Trainingslager in der Toskana, in der Nähe von Florenz. Am Samstag reist er mit der Mannschaft nach London, wo Italien ein Testspiel gegen Irland bestreitet.

Frühestens am Sonntag oder Montag könnte der 24-Jährige für den offiziellen Akt der Vertragsunterzeichnung beim BVB zur Verfügung stehen, bevor es am 5. Juni Richtung Brasilien geht. Es soll sich dabei um einen Fünf-Jahres-Vertrag handeln, mit einem Gehalt von angeblich rund 3,5 Millionen Euro. Allerdings sind in Dortmund die Verträge stark leistungsbezogen.

Mit dem Torjäger, das hatten Sommella und Dortmunds Verantwortliche seit Wochen durchblicken lassen, hatte man schon seit einiger Zeit Einigung erzielt. Auch Juventus Turin war offenbar längst mit dem BVB einig. Umberto Cairo, Medienunternehmer und Präsident des kleineren Klubs FC Turin, für den Immobile in der abgelaufenen Serie-A-Saison 22 Tore erzielt hatte, blockierte aber zunächst das Geschäft.

Löws heile Welt

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Nach gut sechswöchigem Ringen um den gebürtigen Neapolitaner soll die Ablösesumme nun insgesamt 18,5 Millionen Euro betragen. Rein technisch gibt der FC Turin Immobile zunächst für 9,5 Millionen an Juventus zurück, Juve ist dann der offizielle Verkäufer an Dortmund. Als Nebeneffekt des Transfergezerres hat der italienische Liga-Verband FIGC just in der vergangenen Woche das "Doppeleigentum" an Spielern verboten - ab Sommer 2015.