Bundesliga: Mats Hummels Absage an die Heimat

Mats Hummels widersteht dem Ruf des FC Bayern und entscheidet sich für das Jugendprojekt von Borussia Dortmund. Dabei verzichtet er offensichtlich auf viel Geld.

Von Freddie Röckenhaus

Scheibchenweise wurde die Nachricht erst dementiert, dann teildementiert und zuletzt, um 15.04 Uhr, unter dem anschwellenden Druck der Anfragen offiziell bestätigt: Jung-Nationalspieler Mats Hummels verlängert seinen Arbeitsvertrag mit Borussia Dortmund um ein Jahr bis 2014.

Damit erteilte der 22-Jährige, der gleichauf mit seinem Mannschaftskollegen Nuri Sahin im Fachblatt Kicker als notenbester Bundesliga-Spieler der laufenden Saison geführt wird, den Avancen seines Stammvereins Bayern München eine schmerzhafte Abfuhr. Laut BVB-Manager Michael Zorc soll der Vertrag bereits an diesem Mittwoch unterzeichnet werden.

Der FC Bayern hatte hinter den Kulissen heftig um Mats Hummels geworben, der 13 Jahre für den Verein die Jugend-Mannschaften durchlaufen und dort auch sein Bundesliga-Debüt gegeben hatte. Dortmund hatte Hummels im Dezember 2007 zunächst auf Leihbasis aus München geholt und dann für knapp 4,5Millionen Euro fest engagiert - für einen 19-jährigen Abwehrspieler eine mehr als stattliche Ablösesumme.

In München wurde der Transfer seinerzeit als Erfolg gewertet. Weder Ottmar Hitzfeld noch Jürgen Klinsmann hatten Verwendung für den jungen Hummels gesehen. Trainer Jürgen Klopp ließ in Dortmund dagegen weitere 4,5 Millionen in den fast auf den Tag gleich alten Neven Subotic investieren und erklärte die beiden Teenager zur neuen Innenverteidigung von Borussia Dortmund. Subotic und Hummels sind in Dortmund in den vergangenen 18 Monaten zum besten Innenverteidiger-Paar der Bundesliga aufgestiegen.

"Wir haben unsere Gehaltshygiene für diese Vertragsverlängerung eingehalten", sagt Dortmunds Manager Michael Zorc. Das Gehalt von Hummels sei "sinnvoll" angehoben worden, seinem neuen Status als Nationalspieler angemessen. "Aber wir müssen nicht befürchten, dass Teamkameraden von Mats jetzt auf der Matte stehen und mehr Geld wollen. Diese Balance ist uns sehr, sehr wichtig und wir haben sie beibehalten." Zorcs Vorstandschef Hans-Joachim Watzke behauptet ebenfalls: "Wir haben nichts Unvernünftiges gemacht."

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