Andrea Petkovic im Interview Andrea Petkovic: "Irgendwann schließen sich Türen"

Hat wieder Lust auf Tennis: Andrea Petkovic

(Foto: dpa)

Tennisspielerin Andrea Petkovic dachte laut über ein Karriereende nach, nun startet sie motiviert in die elfte Profisaison. Im Interview spricht sie über Dämonen im Kopf, Vergleiche mit Steffi Graf und einen Politiker namens Rolli.

Von Gerald Kleffmann

In ihrer besten Saison 2011 war Andrea Petkovic Weltranglisten-Neunte, seit fast zehn Jahren zählt sie zum festen Kreis des deutschen Fed-Cup-Teams - und doch dachte die Tennisspielerin jüngst über ein Karriereende nach. "Ich hatte Zweifel, ob ich die Kurve kriege. Ob ich den Spaß, die Liebe am Tennis wiederfinde", sagt sie nun im großen Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Wochenend-Ausgabe).

Die immer gleichen Routinen, der Hamsterrad-Betrieb auf der Frauen-Tour hätten ihre Zweifel genährt, die sie so umschreibt: "Im Sport unterhalten wir die Menschen. Nur: Ich schaffe nichts Bleibendes! Ich spiele Tennis - das bringt keinen weiter im Leben."

"Wie Folter. Jede Minute"

Deprimiert von ihrem Beruf, erwägt die extrovertierte deutsche Tennisspielerin Andrea Petkovic, ihre Karriere zu beenden. Bundestrainerin Rittner rät der frustrierten Fed-Cup-Spielerin, sich psychologische Hilfe zu holen. Von Matthias Schmid mehr ... Analyse

Schonungslos, aber auch humorvoll geht Petkovic, die charismatischste deutsche Spielerin, mit sich ins Gericht und offenbart ihre "dunklen Momente". Mit 28 Jahren sieht sie sich allmählich an der Schnittstelle eines neuen Lebensabschnitts. "Irgendwann schließen sich Türen. Und das wurde mir bewusst. Ich bin jetzt seit zehn Jahren Profi. Ich werde keine Ärztin mehr! Keine Anwältin! Kein Studentenleben führen!"

"Glück existiert doch nur, weil es Unglück gibt"

In ihr stiegen quälende Fragen auf: "Will ich für immer Tennis spielen? Was verpasse ich dadurch? Das sind komische Fragen, im Nachhinein. Aber sie haben die Sinnkrise gespiegelt." Mit eigener Kraft hat sie Antworten gefunden. Petkovic nahm eine Auszeit, fuhr nach New York, wanderte durch Museen, hing aber auch gerne "in schäbigen Bars rum". Sie beschäftigte sich mit Künstlerbiografien wie der von Jimmy Page und Kurt Cobain und erkannte für sich: "Glück existiert doch nur, weil es Unglück gibt."

Weiter spricht die Darmstädterin über ihre serbischen Wurzeln, die sie vor allem auf dem Platz spürt. Sie nimmt Stellung zu den ewigen Vergleichen ihrer Generation mit der von Steffi Graf und Boris Becker. Und sie erklärt, warum ihr neuer Trainer Jan de Witt ihrem Idealbild eines Coaches nahe kommt. Warum sie einen Rat des von ihr so geschätzten Arztes Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt indes nicht befolgen will, lesen Sie auch an diesem Wochenende in der Süddeutschen Zeitung.

"Ich spiele Tennis - das bringt keinen weiter im Leben"

Die 28-Jährige dachte über ein Karriere-Ende nach, nun startet sie mit neuem Coach ins Jahr - ein Gespräch über Dämonen im Kopf und Kunst. Interview von Gerald Kleffmann mehr...

Das ganze Interview lesen Sie mit SZPlus: