André Schürrle beim BVB Das Gegenteil von einem Weltstar

André Schürrle (r.) steht vor dem Scheideweg: Auch bei Borussia Dortmund spielt er bisher nicht die erhoffte Rolle.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • André Schürrle von Borussia Dortmund galt als eines der größten deutschen Talente.
  • Doch aus einer Weltkarriere ist bisher nichts geworden, auch in Dortmund ist man unzufrieden.
  • Ein Wechsel oder gar nur eine Leihe scheitern am Gehalt und den hohen Ablösesummen, die für den Flügelspieler gezahlt wurden.
Von Ulrich Hartmann, Dortmund

Eigentlich müsste André Schürrle ein Weltstar sein. Im Juli 2014 bereitete er das Siegtor von Mario Götze vor, das Deutschland in Rio de Janeiro zum Fußball-Weltmeister machte. Ein Jahr später schaffte er das eigentlich unmögliche Kunststück, im selben Frühjahr offiziell englischer Meister und deutscher Pokalsieger zu werden. Das lag daran, dass er inmitten jener Saison vom FC Chelsea zum VfL Wolfsburg gewechselt war und nach dem Pokalsieg mit Wolfsburg für die Meisterschaft der Londoner nachträglich auch noch eine Medaille erhielt.

Schürrle galt vor wenigen Jahren als eines der hoffungsvollsten deutschen Talente, aber nun, mit 27 Jahren, steht er am Scheideweg seiner Laufbahn, weil er sich entweder bei Borussia Dortmund durchzusetzen versucht oder sich irgendwohin in Europa ausleihen lässt - und das wäre auch nicht gerade ein hoffnungsvolles Zeichen.

Watzke: "Beide Seiten sind noch nicht zufrieden."

Bevor Dortmund an diesem Sonntagabend gegen Schürrles vorherigen Klub Wolfsburg spielt (ab 18 Uhr im SZ-Liveticker), hat BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gegenüber der Tageszeitung Die Welt mit nur ein paar Aussagen unmissverständlich deutlich gemacht, dass der vor eineinhalb Jahren als teuerster Zugang der Vereinshistorie für 30 Millionen Euro nach Dortmund gewechselte Schürrle bislang eine massive Fehlinvestition war.

Schürrle hat - auch aufgrund von Verletzungen - in eineinhalb Spielzeiten bloß 19 Bundesliga-Einsätze bekommen und gar bloß fünf Ligaspiele in voller Länge absolviert. Das ist so ziemlich das Gegenteil von einem Weltstar. "Offen und ehrlich", hat Watzke gesagt: "Beide Seiten sind noch nicht zufrieden."

Schürrles kleine Perspektive versteckt sich hinter dem Wörtchen 'noch', weil dieses verrät, dass man beim BVB die Hoffnung nicht aufgegeben hat und dass man dem Spieler weitere Chancen einräumt. Watzke sagt: "Er hat alle Möglichkeiten, er wird immer wieder die Chance bekommen, sich zu zeigen, aber er muss das sportlich lösen." Weder unter Thomas Tuchel noch unter Peter Bosz noch zuletzt unter Peter Stöger war Schürrle erste Wahl. Auch gegen Wolfsburg erwarten ihn die Auguren nicht in der Startelf.