Freeriden findet eine immer größer werdende Anhängerschar. Die Industrie richtet sich darauf ein und bietet die passende Ausrüstung an.
Den ersten Ispo-Stau erlebte der Besucher gleich in der Halle A1. Zwischen Snowboards und knatschbunten Klamotten stand eine stark geschminkte, dafür aber umso spärlicher bekleidete Bademodenschönheit am Stand und schrieb Autogramme. Wer sich nicht gerade brennend für ihr Geschriebenes interessierte, wollte zumindest ein paar Blicke auf den neuen Bikini-Trend werfen, und so bildete sich flott ein veritabler Rückstau.
Freeriden - das Gefühl von Freiheit und Abenteuer steckt schon im Namen. (© Foto: Silvretta-Montafon)
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Davon abgesehen zog es jedoch die meisten Interessenten in die Halle A3. Diese hieß heuer erstmals Freeride-Halle - ein letzter Beweis für den stärksten Trend des Winters: Freeriden. Das Gefühl von Freiheit und Abenteuer steckt schon im Namen. Und wer möchte das nicht: frei sein und wilde Ritte veranstalten?
Freeriden ist nicht wirklich neu, keine grundlegende Innovation wie einst Snowboarden oder Windsurfen. Früher hieß Freeriden Varianten- oder Off-Piste- oder auch Extremskifahren, und wenn man es ganz genau nimmt, waren schon die ersten Brettlrutscher Freerider: Skifahrer abseits präparierter, glatt gebügelter Pisten. Seit ein paar Jahren gehen immer mehr Wintersportler ins sogenannte Backcountry, fliehen vor dem ameisengleichen Getümmel, raus aus dem blaurotschwarzen Diktat, rein in die Freiheit, die Individualität jenseits des abgesteckten Bereichs.
Drang zur Freiheit
Doch auch so einigen Problemen und Gefahren begegnet man dort: Stichworte Naturschutz und Lawinengefahr. Nach starken Schneefällen sind die Zeitungen voll mit den immer gleichen Meldungen über verschüttete Skifahrer und Snowboarder, die abseits der Pisten Lawinen oder Schneebretter ausgelöst haben. Und dennoch ist der Drang zur Freiheit nicht nur ungebrochen, er wird sogar immer größer.
Das Freeriden ist auf dem Weg, zu einer Massenbewegung zu werden, vergleichbar mit seinem Outdoor-Bruder, dem Tourengehen. Am Hausberg in Garmisch-Partenkirchen marschieren jeden Dienstag- und Donnerstagabend mehrere Hundert Tourengeher die Piste hinauf, um oben im Restaurant "Drehmöser" zünftig Party zu feiern und in der Nacht wieder fröhlich talwärts zu carven - was den örtlichen Pistenchef jedoch nur mäßig begeistert. Auch das Freeriden hat sich zum Jedermann-Sport entwickelt, nicht zuletzt wegen der ständig verbesserten und auf die neuen Bedürfnisse zugeschnittene Ausrüstung.
Ging man früher zum Beispiel mit den herkömmlichen Pistenskiern auf Tiefschneejagd, so stehen heute die Regale der Sportgeschäfte voll mit extrabreiten Rockern, Freeride- und All-Mountain-Skiern, die mit den noch vor 15 Jahren üblichen Slalom- oder Riesenslalom-Latten nichts mehr gemein haben. Doch selbst die überbreiten, eher an Wasserski erinnernden sogenannten Rocker kann man mittlerweile auch mit Genuss auf eisigen Pisten fahren.
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Träumen, planen, reisen
Wie im Artikel angedeutet...
drei Dinge braucht der Freerider:
Stuff (LVS, Sonde, Schüppe), Planung und die Fähigkeit, die zwei ersten Punkte anzuwenden (Lawinenkurs).
In den letzten zwei jahren trifft man ohne Ende "Honks" abseits der Piste. Das kann einem echt Angst machen. Interessanter Weise nimmt aber die Anzahl der jährlichen Lawinentoten seit den 60er Jahren nicht zu, obwohl immer mehr abseits unterwegs sind.
Auf www.outdoor.de ist gerade eine Serie erschienen zu dem Thema Sicherheit und Gefahren beim Powdern.