Der Streit mit einem uneinsichtigen Passagier brachte das Fass zum Überlaufen: Auf dem Rollfeld ließ der Flugbegleiter einer US-Airline die Notrutsche zu Boden und schwang sich aus dem Flugzeug.
Flugbegleiter müssen geduldige Menschen sein. Sie sind Kellner, Verkäufer und Betreuer in einem und brauchen trotzdem vor allem eines: Geduld. Die hat jetzt ein Steward in New York verloren. Nach einem Streit mit einer renitenten Passagierin hat sich der Mann ein Bier aus der Bordküche geschnappt und ist mitten auf dem Rollfeld einfach abgehauen - über die Notrutsche.
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"Saftschubsen" werden die Flugbegleiter heute genannt. Früher war Stewardess ein Traumberuf mit schicker Uniform und exotischen Reisezielen. Heute ist von dem Glamour nichts mehr übrig und gerade bei Billigfluggesellschaften sind die stolzen Flugbegleiter von einst gestresstes Kabinenpersonal.
JetBlue Airways ist ein Billigflieger und Steven Slater einer der Flugbegleiter. Zumindest war er es bis Montag. Da forderte er nach einem kurzen Flug von Pittsburgh nach New York wie immer die Passagiere auf, angeschnallt zu bleiben bis das Flugzeug steht. Und wie immer klickten trotzdem schon die Gurte und eine Frau machte sich gar schon an dem Koffer über ihr zu schaffen. Als Slater bei ihr ankam, fiel der Koffer dem 38-Jährigen auf den Kopf. Statt sich zu entschuldigen, beschimpfte die Frau den Steward auch noch wüst.
Slater scheint seinen Job zu lieben. Sein Vater war Pilot, die Mutter selbst Stewardess. Doch an diesem Tag muss er genug gehabt haben. Er greift zum Mikrofon und beschwert sich per Kabinenlautsprecher über die renitente Passagierin und Fluggäste im Allgemeinen. 20 Jahre in dem Job seien genug. Dann geht er zum Heck der "Embraer", löst mit einem lauten Knall die Notrutsche aus, schnappt sich noch ein Bier und verschwindet auf der Gummirutsche.
Nun ermitteln die Behörden. "Die Notrutsche knallt innerhalb von Sekunden raus. Wenn da jemand am Boden gewesen wäre, hätte er verletzt oder gar getötet werden können", sagte ein Ermittler der New York Times. Slater wurde wenig später in seiner Wohnung im New Yorker Stadtteil Queens festgenommen. Ihm drohen nun mehrere Jahre Haft.
Gratulationen im Internet
Neben der Gefährdung möglicher Dritter wird ihm auch die Beschädigung der tausende Dollar teuren Notrutsche zur Last gelegt. Außerdem habe er seine Pflichten vernachlässigt, hieß es. Denn so sehr er die Fluggäste auch verachtet haben mag - er war für sie verantwortlich.
Trotzdem hat Slater in den USA die Sympathien auf seiner Seite. "Wie viele aus dem Dienstleistungsbereich haben davon schon geträumt? Ich ständig!", kommentierte ein Leser beim Magazin Time den Ausraster. "Wie hat er nur geschafft, 20 Jahre durchzuhalten", schreibt ein anderer. Und wieder ein anderer hat Mitleid: "Schade, dass er nun seinen Job verliert. Dabei hat er doch nur gemacht, was wir jeden Tag denken." Auf seiner Facebook-Seite meldeten sich reihenweise Leute, um ihm zu seinem spektakulären Abgang zu gratulieren.
Als Slater abgeführt wurde, habe er, sagt ein Nachbar, "ein Lächeln auf dem Gesicht gehabt".
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(dpa/AFP/dd)
Protest gegen dritte Startbahn
Träumen, planen, reisen
Was interessiert mich, was der Steward sagt, ich weiß es besser!
PS: Das gilt besonders für Deutsche "Passagiere" der Holzklasse.
Erst mal den eigenen Kommentar "gegeblesen (lassen)", dann im Duden nachschauen bzw. richtig lesen.
mit den flugunerfahrenen Leute! Die haben keine Ahnung, welche Wucht das Flugzeug noch hat, wenn es rollt. Ich ärgere mich auch ständig über diese Leute, zumal ich gerne am Gang sitze und dann Angst habe, auch einen Koffer auf den Kopf zu kriegen. Wenn ich Kapitän wäre, würde ich zu gerne beim Rollen immer einmal ordentlich in die Bremsen stehen, dass diese Leute hinfallen und die Kräfte spüren. Dabei wird von Passagierseite auch ignoriert, dass den Flugbegleitern die Sicherheit in der Kabine obliegt. Im Autoverkehr hält man sich doch auch an die Vorschriften!
Der Abgang des Steward ist natürlich fragwürdig, sofern er überhaupt stimmt, aber im Prinzip gehören alle Passagiere, die aufstehen, bevor die Anschnallzeichen ausgehen, angezeigt wegen Störung des Flugverkehrs.
Noch eine Anmerkung: ich bin Vielflieger und stelle fest, dass das Verhältnis Steward-Passagier wirklich extrem angespannt ist, insbesondere in Economy. Keiner ist wirklich freundlich, Passagiere regen sich über mangelnden Service auf, was stimmt, Stewards über unfreundliche Passagiere, was auch stimmt. Das ist irgendwie ein Teufelskreis, in dem man sich gegenseitig hochschaukelt, und viele Flugbegleiter machen m.E. den Einruck und bringen das auch so rüber durch ihr Verhalten, dass sie, außer in Business und First, ihren Job nicht wirklich gerne machen.
...aber bitte gegeblesen (lassen):
1,) renitenten Passagierin
2.) Doch an Tag muss er genug gehabt haben
Im Sommerloch ist doch Zeit?
Mit besten Grüßen
Wenn man sich als Passagier schon manchmal von manchen seiner Mit"reisenden" gelinde gesagt grob verar.scht vorkommt, dann möchte ich gar nicht wissen, wie das bei den Flugbegleitern erst aussehen muss.
Aber ein klassischer Fall ist es schon: kaum ist man am Boden aufspringen, aber sobald das Flugzeug dann am Gate ist, hat man auf einmal wieder alle Zeit der Welt und braucht eine mittlere Ewigkeit zum aussteigen (und die Amerikaner sind noch vergleichsweise fix und diszipliniert).
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