Aussteigen auf La Gomera: Mit den Hippies im ewigen Frühling

Es ist ein Ritual, mit dem das Valle Gran Rey den Tag verabschiedet: Wenn die Sonne im Atlantik versinkt, ziehen sie an den Strand, die Bongo-Trommler, die Klarinetten- und Gitarrenspieler. Diesmal postiert sich ein Jongleur in Leinenhose vor dem Publikum. Barfüßig und bärtig kommt er daher, die Dreadlocks zum stattlichen Kopfknäuel getürmt. Eindrucksvoll schwingt der Hippie brennende Seile durch die salzige, warme Luft. Flammen züngeln in den Himmel und schwingen kleine Kreise. Ein Hauch von Flower Power weht durch La Playa. Valle Gran Rey, das Tal im sonnigen Südwesten La Gomeras, gilt als Kultstätte der alten Hippies. Die nötige Lässigkeit scheint den Wiederkehrern über all die Jahre nicht abhanden gekommen zu sein: Frauen baden gern barbusig am schwarzen Steinstrand, bei Sonnenuntergang kreisen Weinflaschen und selbstgebaute Zigaretten. Sobald der Feuerschwinger mit seiner Vorstellung am Ende ist, wirft jeder ein paar Cent in die bunte Mütze - alte Rituale müssen gepflegt werden. Am Ende der 1960er Jahre pilgerten die Blumenkinder auf die bis dahin noch völlig unerschlossene Kanarische Insel.

Bild: Ina Brzoska, dpa-tmn

18. Februar 2011, 09:36 2011-02-18 09:36:13  © Ina Brzoska, dpa/tmn/kaeb

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