Calcio Storico in FlorenzDie letzten Gladiatoren

Ein Spiel wie eine Massenkarambolage: Beim Calcio Fiorentino sind auf dem Sandplatz Tritte, Schläge, Ringen erlaubt. Am meisten Angst haben die Kämpfer direkt vor dem Spiel - und gleich danach.

Fußballer, die in der Champions League oder bei der EM-Qualifikation um den Ball kämpfen? Da können die Einwohner von Florenz nur milde lächeln. Ein wahrer Kampf um den Ball findet jedes Jahr direkt vor der Kirche Santa Croce statt: der Calcio Storico oder Calcio Fiorentino - schließlich gibt es diese Form des "historischen Fußballs" nur in Florenz. Wem bislang eine Städtereise zu langweilig war, kann für kommenden Juni jetzt getrost eine Reise in die Toskana buchen.

Dann findet das Spiel statt, bei dem es ernst wird. Was anderswo als Foul oder gar Körperverletzung gilt, gehört hier dazu. Die Sportler der traditionell vier Mannschaften aus vier Stadtvierteln sind sonst als Boxer, Kampfsportler, beim Rugby und ja, auch als Fußballer aktiv. In diesem Jahr trat im Finale die grüne (für das Viertel San Giovanni) gegen die weiße (für Santo Spirito) Mannschaft an. Für die Weißen ging Maurizio "Bonfi" Bonfiglio auf den Sandplatz - für ihn war es das letzte Mal.

Bild: Kevin McElvaney 6. November 2015, 13:232015-11-06 13:23:28 © SZ.de/kaeb/ihe/hum