Badegewässer im Test Sauber abtauchen in Europa

Schnorcheln in Protaras auf Zypern

(Foto: dpa)
  • Die Qualität von Badegewässern in Deutschland ist laut einem neuen EU-Bericht in neun von zehn Fällen "ausgezeichnet".
  • Auch für Europa insgesamt sind die Ergebnisse sehr positiv - drei besonders beliebte Urlaubsländer führen jedoch eine Negativliste an.
  • Auf einer interaktiven Karte sind die Ergebnisse bis ins Detail dargestellt.

Gute Nachrichten für Schwimmer in Deutschland

Fast an allen deutschen Flüssen, Seen und Küstenstränden können Schwimmer bedenkenlos ins Wasser springen. 97,6 Prozent der 2290 untersuchten Badestellen in Deutschland erfüllen die Mindeststandards, die von der EU verlangt werden. Die meisten davon stuft ein am Mittwoch veröffentlichter EU-Bericht sogar als gut bis ausgezeichnet ein. Nur 14 Badestellen in Deutschland schnitten schlecht ab.

Qualität der deutschen Badegewässer 2014

Die Daten zur Qualität der europäischen Badegewässer stammen aus der Saison des vergangenen Jahres. Sie geben somit "Hinweise darauf, wo die Badegewässer auch 2015 wahrscheinlich eine gute Qualität aufweisen", wie es im Vorwort heißt. Mehr als 21 000 Badestellen in den 28 EU-Staaten sowie in der Schweiz und Albanien haben die Prüfer im vergangenen Jahr untersucht.

Die Ergebnisse zeigen laut Bericht, dass die Badegewässer in Europa auch 2014 eine hohe Qualität aufwiesen. Im Untersuchungszeitraum entsprachen 95,1 Prozent aller Badegewässer in der EU den minimalen Wasserqualitätsstandards. Dies entspricht einem Anstieg von 0,5 Prozentpunkten im Vergleich mit 2013. Der Anteil der Badegewässer mit ausgezeichneter Qualität betrug 83,3 Prozent (ein Anstieg von 0,6 Punkten). Der Anteil der Badegewässer mit mangelhafter Qualität - das bedeutet, dass die in der Badegewässerrichtlinie festgelegten minimalen Wasserqualitätsstandards nicht eingehalten wurden - sank in der Saison 2014 auf 1,9 Prozent, ein minimaler Rückgang von 0,1 Prozentpunkten.

Bereits in den Vorjahren hatte Deutschland meist ein gutes Zeugnis ausgestellt bekommen: Zuletzt wurden 97 Prozent der deutschen Badeplätze als zumindest passabel eingestuft. Europaweit waren es mehr als 94 Prozent.

Das sind die Länder mit den besten und schlechtesten Werten

In sechs Ländern erreichten 90 Prozent und mehr der Küsten- und Binnenbadegewässer eine ausgezeichnete Qualität: Kroatien, Zypern, Deutschland, Griechenland, Luxemburg und Malta. In zehn Ländern entsprachen sogar alle Badegewässer den minimalen Qualitätsstandards: Österreich, Zypern, Griechenland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Rumänien, Slowakei und Slowenien.

Zugleich wurde die Qualität von 409 europäischen Badegewässern als mangelhaft eingestuft. Die drei Länder mit der höchsten Anzahl mangelhafter Badegewässer sind mit Italien (107 Badegewässer, 1,9 Prozent), Frankreich (105 Badegewässer, 3,1 Prozent) und Spanien (67 Badegewässer, 3,1 Prozent) besonders beliebte Urlaubsziele - diese Länder haben aber auch besonders viele Badestellen.

Die Länder, in denen der Anteil mangelhafter Badegewässer an der Gesamtzahl ihrer Badegewässer am höchsten ist, sind jedoch Estland (drei Badegewässer, 5,6 Prozent), Irland (sieben Badegewässer, 5,1 Prozent), die Niederlande (35 Badegewässer, 4,9 Prozent) und Schweden (16 Badegewässer, 3,6 Prozent).

Auf einer interaktiven Karte sind die Ergebnisse bis ins Detail dargestellt:

Qualität der europäischen Badegewässer 2014

Das steckt hinter dem jährlichen Bericht

Damit Schwimmern keine bösen Überraschungen wie Übelkeit oder Durchfall drohen, behalten die Behörden in den EU-Staaten die Wasserqualität im Auge. Das schreibt ein EU-Gesetz vor. Dazu müssen sie die Gewässer wenigstens auf zwei Bakteriensorten prüfen: Enterokokken und E. coli, die beide auf Verunreinigungen durch Fäkalien hindeuten. Die Keime können aus der Kanalisation, der Landwirtschaft oder auch von wildlebenden Tieren wie Wasservögeln kommen. Die gesammelten Daten fließen in den jährlichen Badegewässer-Bericht ein. Müll oder andere Formen der Umweltverschmutzung werden dafür jedoch nicht ausgewertet.

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