Wikileaks beansprucht für sich, die Politik der Hinterzimmer zu entlarven. Doch das Internet-Organ inszeniert lediglich allzu Bekanntes medienwirksam als Geheimnis. Die wirklich brisanten Themen bleiben im Verborgenen.
In sorgfältig voneinander getrennten Teilen werden seit zehn Tagen die angeblichen Enthüllungen aus der amerikanischen Diplomatie an die Öffentlichkeit der westlichen Staaten gereicht. Das geschieht vermutlich nicht, weil die Berichte, die Wikileaks am 28. November ins Netz stellte, so zahlreich und umfangreich wären, dass man sie für das Publikum in handliche Stücke aufteilen müsste.
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Interaktiver Zeitstrahl zu Wikileaks – Zwischen Enthüllung und Eklat
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Vielmehr gehört das Portionieren zur Inszenierung eines großen Verrats aus "einer zweiten Welt neben der offenbaren" (Georg Simmel): Wie etwas sehr Kostbares werden die Depeschen weitergereicht, und gleichzeitig gibt es offenbar so viele davon, es herrscht ein solcher Überfluss an begehrenswerten Stücken, dass man sich in einzelnen Schritten der totalen Offenbarung nähern muss.
Wikileaks will Widersprüche entlarven
"So erscheint", wie der Soziologe Georg Simmel zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts meinte, "der Geheimbund schon rein auf Grund seines Geheimnisses der Verschwörung gegen die bestehenden Mächte gefährlich benachbart". Und es spricht gegenwärtig einiges dafür, dass die Mächte Wikileaks als eine solche Verschwörung wahrnehmen.
Die Veröffentlichung der Dokumente, erklärt hingegen Wikileaks, diene dazu, die Widersprüche zwischen der "public persona" der Vereinigten Staaten und ihrem Verhalten "hinter geschlossenen Türen" zu entlarven.
Das mag für jene Weltgegenden gelten, in denen es keine demokratische Öffentlichkeit gibt. Für Westeuropa und die USA selber ist das aber nicht der Fall: Alles, was bislang über einzelne Politiker, deren Charakter und Fähigkeiten, über geheime Absprachen und verborgene Geschäfte zu lesen ist, übersteigt nicht das alltägliche Maß von Offenbarungen, mit dem die demokratische Presse aufwartet - und schon gar nicht die mäßigen Erwartungen, die das Volk ohnehin von seinen Politikern und ihrer Politik hegt.
Im Gegenteil: das Bekannte und Vertraute scheint sich, indem es durch Wikileaks veröffentlicht wird, in etwas absichtlich Verborgenes, etwas Öffentliches in etwas Nicht-Öffentliches zu verwandeln.
Wiederbelebung der Verschwörung als politischer Triebkraft
Und wenn einzelne Depeschen gar den Eindruck erwecken, sie seien von der Tagespresse oder den Nachrichtenmagazinen zumindest inspiriert, dann mag das nicht nur so wirken, sondern tatsächlich so sein - wobei das Geheimnis dann einzig in dem Umstand liegt, dass sich ein amerikanischer Diplomat eine öffentliche Meinung zu eigen macht, dass also etwas allgemein Verfügbares in das persönliche Urteil eines Amtsträgers einfließt. Für solche Aufgaben aber hält sich ein Staat seine Diplomaten.
Warum also die Aufregung?
Es gibt sie, weil Wikileaks eine Entwicklung der demokratischen Öffentlichkeit rückgängig macht, indem das Internet-Organ das Geheimnis neu erfindet. Oder anders gesagt: Auch wenn es sich bei den veröffentlichten Depeschen in keiner Weise um Geheimwissen handelt, bewirkt allein die Inszenierung des allzu Bekannten als Geheimnis, dass sich die Politik wenigstens für ein paar Tage oder Wochen in einen geschlossenen Raum zurückverwandelt - mit einem Foyer, in dem ein Schauspiel für die vermeintlich aufgeklärte Öffentlichkeit dargeboten wird, während in den Hinterzimmern die Macht ihre wahre Fratze zeigt.
Historisch gehört diese Art des Geheimnisses zum Rokoko, in die Zeit, als der Despotismus bereits den konstitutionellen Ratgeber kannte. Damals lebte die Politik von der Hofkabale, von den schlimmen Einflüsterungen und mörderischen Intrigen, und die Romane des späten achtzehnten und frühen neunzehnten Jahrhunderts fanden ihren Stoff daran.
Wikileaks ist die Wiederbelebung des anachronistisch gewordenen Glaubens an die Verschwörung als eigentlicher Triebkraft der Politik. Und für einen Augenblick sieht es so aus, als wären die Zeiten wiedergekehrt, in denen ein Nachrichtenmagazin Lauschangriffe, Parteispendenaffären und Vetternwirtschaft offenlegen und das Recht des Bürgers auf eine moralisch einwandfreie Politik einklagen konnte - ein letztes Mal, vielleicht, durfte der Spiegel das Wort "enthüllt" in dicken Lettern auf der Titelseite prunken lassen.
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Debatte über Militäreinsatz in Syrien
1. Internationaler Haftbefehl ohne Anklage -> Schweden?
2. Plötzliches einfrieren des Kontos in der Schweiz -> Postfinance?
3. Plötzliches einfrieren der Zahlungen -> VISA?
3. Plötzliches einfrieren der Zahlungen -> Mastercard?
3. Plötzliches einfrieren der Zahlungen -> PayPal?
4. Entzug der Server -> Amazon?
5. Forderung der Todesstrafe -> US Abgeordneten?
Das sind die rechtsstaatlichen Maßnahmen gegen jemanden der, ihm zugespielte, Dokumente veröffentlicht. Das ist doch absolut unglaublich. Lesen Sie die Dokumente und entscheiden Sie, wer die Kriminellen sind. ([url]http://www.wikileakscontent.com/[/url])
Sind es die, die das tun was dort berichtet wird.
Der, der die Dokumente geklaut hat (Persönlichkeitsrechte der gewählten Regierung wurden hierbei eindeutig verletzt).
Oder der, der die Dokumente an die Wählern der demokratischen Welt weitergibt?
Ganz ehrlich, in Deutschland ist es eine Straftat das Wissen um kriminelle Handlungen zurückzuhalten.
Blick in die Geschichte: Wie kriminell ist Bob Woodward?
Bob Woodward ist ein US-amerikanischer Journalist. Er deckte zusammen mit Carl Bernstein als Reporter der Washington Post die Hintergründe der Watergate-Affäre auf.
VIERTENS: Produziert die SZ auch ohnehin schon viele unnötig, unwichtige und uninteressante Artikel in denen nichts steht, was wichtig wäre oder etwas zum Wissenstand beiträgt. Das fängt schon damit an, dass die SZ-Berichterstattung bestimmte Themen in Häppchen aufteilt und es schafft innerhalb eines Tages zur ein und derselben Nachricht fünf, sechs oder sieben Artikel online zu publizieren. Ist das notwendig? Kann man sich nicht diesbezüglich zumindest kürzer ausdrücken, wenn man schon nicht bis zu einem geeigneten Zeitpunkt abwarten kann, an dem es sinnvoller wäre einen längeren Artikel zu publizieren? Die SZ haut aber einfach einen Artikel nach dem anderen raus, wo man zum Ärger meist bemerken muss, dass bei den späteren Artikeln nur die unteren zwei Sätze NEU SIND!?
Sie können natürlich weiter solche Artikel schreiben lassen, aber es wird sich in zukünftigen Auflagen rechen, dass sie sich nicht mehr Mühe geben das aktuelle Zeitgeschehen besser verstehen zu wollen und Nachrichten in gut recherchierter Art und Weise für Leser aufzubereiten.
Ihre enttäuschte SZ-Leserin.
Es tut weh zu lesen, wie die SZ nun daher kommt und diese Arbeit des SPIEGELS auf höchst undisziplinierte Weise kritisiert und versucht die SPIEGEL Berichterstattung in den Dreck zu ziehen, in dem sie unbegründete Rügen anbringt oder mit „Kleinklein-Kritik“ ankommt wie im Falle der Übersetzung von „odd pick“.
Dabei will die SZ doch nur von der Tatsache ablenken, dass sie sich eben diese mühselige Aufarbeitung der US-Depeschen NICHT macht. Die SZ will und hat anscheinend ganz offensichtlich keine Lust sich mit den WikiLeaks Veröffentlichungen zu beschäftigen. Vielleicht fehlt der SZ auch die Kompetenz dazu.
Zudem will die SZ davon ablenken, dass sie anscheinend auch NICHT vorsieht sich diese Mühe in Zukunft zu machen. Denn es wäre durchaus immer noch möglich WikiLeaks als Medienpartner beizutreten (s. WikiLeaks Webpage unter Rubrik Media, dort kann man WikiLeaks als Medieninstitution kontaktieren). Allerdings verringern sich natürlich die Chancen auf solch eine Zusammenarbeit für die SZ gewaltig, wenn man berücksichtigt, wie tendenziös, unrecherchiert und launisch ihre Berichterstattung bezüglich WikiLeaks ist. Das werden Mitarbeiter von WikiLeaks, die zur Zeit enormen Strapazen ausgesetzt sind und sogar einige von ihnen ihr Leben aufs Spiel setzten, sicherlich nicht als eine Basis für vertrauensunwürdige und respektvolle Kooperation interpretieren und werten. Wundern sollte die SZ sich daher nicht, wenn es denn nun nicht mehr klappen sollte.
DRITTENS: Die kritischen Angriffe der SZ auf den Spiegel sind unangemessen in der Art wie sie hervorgebracht werden, es fehlt ihnen die Substanz für eine gerechte Auseinandersetzung, weil sie meist unbegründet oder ungenügend begründet sind. Dies ist äußerst peinlich für die SZ. Die Kritiken seitens der SZ an SPIEGEL Berichten bzgl. der US-Depeschen und deren Diskutierung, zeigen zudem eine unhaltsame Missgunst der SZ gegenüber dem SPIEGEL.
Der SPIEGEL und die anderen Medienpartner von WikiLeaks wie der GUARDIAN geben sich äußerst viel Mühe die Fülle der US-Depeschen Daten zu bearbeiten um diese für die Öffentlichkeit zu interpretieren. Der SPIEGEL ist damit zur Zeit das EINZIGE Medium in Deutschland, welches sich offiziell zum Medienpartner von WikiLeaks bekennt und mit diesem zusammenarbeitet. Der SPIEGEL tut dies, ob sie es glauben oder nicht, entgegen großen Druck, der sowohl aus den USA, insbesondere der amerikanischen Rechten als auch von Seiten anderer Institutionen kommt und zu guter Letzt auch Härte von bestimmten Medieninstitutionen spürt, der sich beispielsweise im missgönnerischem Verhalten der SZ wiederfinden lässt.
Im übrigen Herr Steinfeld, ist es ja nicht so, dass WikiLeaks offene Geheimnisse diesbezüglich enthüllt, sondern dies hat sich bereits dadurch vollzogen, dass US-Diplomaten z.B. in Bezug auf die ausländischen Diplomatenbewertungen offene Geheimnisse aufgeschrieben haben aber diese dann als geheim, vertraulich, etc. einstufen! Verdrehen Sie also nicht die Wahrheit nur damit Ihre Argumentation passt.
Insgesamt gesehen verdienen alle diese und noch mehr Themen einen entsprechenden respektvollen Umgang und sollten nicht in einer belanglosen, undifferenzierten, vagen Diskutierung veröden und durch die Faulheit einiger Journalisten wegen untergehen.
Im übrigen ermöglicht die allmähliche Veröffentlichung der US-Depeschen auch der restlichen Presse sich dieser Themen in fairer Weise anzunehmen, obwohl sie nicht Teil der Kooperation sind. Da sie die Depeschen ab dem Zeitpunkt der jeweiligen Veröffentlichung selbst einsehen können, bleibt sowieso in Betracht der Menge genug „Stoff“ über, den es zu bearbeiten lohnt. Freilich sind doch in der noch jetzigen westlichen unzensierten Presselandschaft all diejenigen Beiträge andere Journalisten, Wissenschaftler und Literaten willkommen, die etwaige Ergänzungen, Korrekturen, „Übersehenes“ und Anderes dazutun!
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