Weltklimakonferenz Delegierte in Marrakesch beschließen Klima-Fahrplan

Sie halten die Zukunft der Erde in ihren Händen: Die Mitglieder der UN-Kilmakonferenz in Marrakesch.

(Foto: AFP)
  • Umweltschützer sehen mit dem Ende des Klimagipfels in Marrakesch den Kampf gegen die Erderwärmung auf einem guten Weg.
  • Die Delegierten beschlossen einen Fahrplan zur Umsetzung der Klimaschutzziele aus dem Pariser Abkommen.
  • Es müsse "deutlich vor 2020" gehandelt werden, sagt Verhandlungsleiter Salaheddine Mezouar.

Mit sechsstündiger Verspätung ist in der Nacht die internationale Klimakonferenz in Marrakesch zu Ende gegangen. Zwei Wochen lang hatten Delegierte aus 195 Staaten über den Klimaschutz verhandelt. Am Ende steht nun ein Fahrplan zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

In der französischen Hauptstadt hatte sich die Weltgemeinschaft vor knapp einem Jahra darauf geeinigt, die Erderwärmung durch Treibhausgase auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Einige Pläne müssen nachgeschärft werden

In Marrakesch ging es vor allem um die Struktur der anstehenden Gespräche und weitere technische Fragen. So soll zum Beispiel ein Regelwerk entwickelt werden, anhand dessen die Umsetzung der Klimapläne überprüft werden kann. Bislang haben 103 Staaten konkrete Pläne eingereicht, wie sie in den nächsten Jahren ihre Emissionen drosseln wollen.

"Über die vergangenen beiden Wochen haben wir zusammen in die Zukunft geschaut mit einem Bewusstsein für Verantwortung", sagte Marokkos Außenminister Salaheddine Mezouar, der als Präsident die Verhandlungen leitete. Zum Wohle aller müsse "deutlich vor 2020" gehandelt werden, um den Klimawandel zu bremsen.

"In den vergangenen beiden Wochen gab es eine neue Entschlossenheit, das Abkommen von Paris umzusetzen", erklärte Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan. Die Staaten seien während der Verhandlungen zusammengerückt, bilanzierte Regine Günther vom WWF. Dass bereits 111 Länder das Paris-Abkommen ratifiziert hätten, zeige, dass es ernst genommen werde.

UN-Klimachefin Patricia Espinosa rief dennoch dazu auf, im Kampf gegen die Erderwärmung nicht nachzulassen. Espinosa hatte das Generalsekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen im Sommer übernommen. "Die Bedrohung durch den Klimawandel ist echt - aber unsere Antwort auf die Bedrohung ist es auch", sagte sie. Der Schlüssel zum Erfolg sei eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Das sei in Marrakesch gelungen.

Die Fortschritte des Klimagipfels sollen 2017 bei der nächsten UN-Klimakonferenz in Bonn überprüft werden. Ausrichter des Treffens sind dann die Fidschi-Inseln.

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