Wahl: Drohvideo von al-Qaida Abu Talha aktiviert die deutsche Polizei

Ein Drohvideo von al-Qaida beschäftigt die Polizei vor der Wahl. Raus aus Afghanistan, fordert der deutsche Terrorist "Abu Talha". Kontrollen werden verstärkt.

Von S. Braun

Eine Woche vor der Bundestagswahl haben die deutschen Sicherheitsbehörden die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung massiv erhöht. Grund ist eine neue, im Internet aufgetauchte Video-Botschaft, die von den Behörden sehr ernst genommen und dem Terrornetzwerk al-Qaida zugeordnet wird.

Darin warnt der aus Marokko stammende Deutsche Bekkay Harrach mit Anschlägen, sollten die Deutschen bei der Wahl am 27. September nicht für einen Abzug aller deutschen Soldaten aus Afghanistan stimmen. Barrach spricht auf Deutsch und sagt: "Entscheidet das Volk sich jedoch für eine Fortsetzung des Krieges, hat es sein eigenes Urteil schon gefällt."

Außerdem werden die in Deutschland lebenden Muslime in dem Video aufgefordert, in den beiden ersten Wochen nach der Wahl nur das für das Leben allernötigste zu machen und allem anderen fernzubleiben.

Harrach, der sich in dem Video Abu Talha nennt, spricht von einem "bösen Erwachen" für Deutschland, sollten sich die Deutschen nicht für einen Abzug entscheiden. Die Sicherheitsbehörden werten das Video noch aus. Gleichzeitig spricht das Bundesinnenministerium auf seiner Internetseite davon, dass die "gegen Deutschland gerichteten Drohungen von al-Qaida und anderen islamistischen Organisationen eine neue Qualität erreichen".

Dass Deutschland grundsätzlich im Fadenkreuz auch islamistischer Organisationen ist, ist seit längerem bekannt. Auch der im Video zu sehende Barrach ist für die deutschen Sicherheitsbehörden kein unbeschriebenes Blatt. Schon zweimal ist er in diesem Jahr mit ähnlichen Videos im Internet aufgetreten, zuletzt im Juli des Jahres, als er schon einmal Warnungen gegen Deutschland ausgesprochen hat.

Nach wie vor große Sorgen bereitet den Behörden zudem der aus Deutschland stammende Eric Breininger, der steckbrieflich gesucht wird, seit ihn die Sicherheitsbehörden nach seinem Aufenthalt in einem Terrorcamp aus den Augen verloren haben. Derzeit wissen sie nicht, ob er zurückgekehrt ist oder sich noch in Afghanistan oder Pakistan aufhält. Auch Breiniger hat mehrfach in Videos Hassbotschaften versendet.

Vor allem an Flughäfen und Bahnhöfen wurden die Maßnahmen am Freitag deutlich aufgestockt, dort patrouillieren vermehrt bewaffnete Polizisten mit Maschinenpistolen, Spürhunden und Sicherheitswesten. Sorgen bereiten den Behörden auch Großveranstaltungen wie der Berlin-Marathon, der am Sonntag in der Hauptstadt stattfindet.