Man kann sich über Lafontaine und Ramelow ärgern, ihre Politik für unsinnig halten. Aber politischer Ärger darf kein Anlass sein, den Leuten den Verfassungsschutz auf den Hals zu hetzen. Ein Fehlurteil.
Angenommen, die NPD hätte bei der jüngsten Bundestagswahl zuhauf Stimmen erhalten. Angenommen, die NPD säße also mit etlichen Abgeordneten im Parlament zu Berlin. Würde sie gleichwohl durch den Verfassungsschutz beobachtet? Natürlich würde sie das. Und es gäbe keinerlei Aufregung darüber, im Gegenteil. Es hieße, völlig zu Recht, dass der Einzug in den Bundestag Extremisten nicht läutert. Landauf, landab würde verschärft über ein Parteiverbot diskutiert.
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Bodo Ramelow vor dem Bundesverwaltungsgericht. Das hat entschieden: Er darf weiter vom Verfassungsschutz beobachtet werden. (© dpa)
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Es hat nun bei der jüngsten Wahl glücklicherweise nicht die NPD, sondern die Linke Millionen Stimmen erhalten; sie sitzt mit 76 Abgeordneten im Parlament. Diese Abgeordneten werden, genauso wie ihre Genossinnen und Genossen in den Landesparlamenten, vom Verfassungsschutz observiert, weil sie eben der Partei Die Linke angehören. Wer das kritisiert und für bedenklich hält, dem wird gern die NPD unter die Nase gehalten; dem wird gesagt, dass auch Millionen Wählerstimmen einer Partei kein Gütesiegel verpassen. Und man könne doch, so der Verfassungsschutz, rechts außen und links außen nicht mit zweierlei Maß messen. Das stimmt. Man muss mit dem gleichen Maß messen; das Maß heißt Verfassung, die Maßeinheit "Gefährdung der demokratischen Grundordnung". Damit und daran gemessen ist die NPD eine durch und durch verfassungsfeindliche Partei. Die Linke ist es nicht. Sie kritisiert zwar den Kapitalismus. Aber der Kapitalismus gehört nicht zu den vom Grundgesetz geschützten Gütern.
Die Linke: Es gibt zwar da und dort seltsame Grüppchen von Trotzkisten, Maoisten und sonstigen eher spinösen Menschen; aber die haben kaum Einfluss auf die Partei. Wäre es anders, dann hätte längst jemand ein Verbot der Linken gefordert. Eine solche Forderung wäre ein so offensichtlicher Unfug, dass sich auch der schwärzeste Schwarze damit lächerlich machte. Der gleiche Unfug ist es aber, die ganze Partei zu observieren und die Verfassungsgefährlichkeit eines Funktionärs aus der Mitgliedschaft in dieser Partei abzuleiten. Der Verfassungsschutz sollte eigentlich zu klug dafür sein, die ganze Linke über einen Kamm zu scheren. Der Verfassungsschutz muss individualisieren, nicht generalisieren.
Und wenn er gar einen Abgeordneten observieren will, dann ist er dafür in ganz besonderer Weise begründungspflichtig. Der Verfassungsschutz weiß aus eigener Kenntnis, dass die Linke von 2010 eine ganz andere Partei ist als die SED/PDS von 1990. Man mag den einen oder anderen in dieser Partei beobachten. Die ganze Partei zu observieren ist nicht nur rechtswidrig, sondern dumm: Der Wähler mag es nicht, wenn der Verfassungsschutz als verlängerter Arm der die Regierung tragenden Parteien fungiert. Im Übrigen hat es in der Geschichte der Bundesrepublik schon in jeder demokratischen Partei extremistische Tendenzen an den Rändern gegeben; kein Verfassungsschutz hat daran gedacht, deswegen die ganze Partei aufs Korn zu nehmen. Der Geheimdienst darf keine Zentralstelle zur Registrierung von missliebiger politischer Kritik sein.
Man kann sich über Lafontaine und Ramelow ärgern, man mag ihre Politik für unausgegoren oder unsinnig halten. Aber politischer Ärger darf kein Anlass sein, den Leuten den Verfassungsschutz auf den Hals zu hetzen. Wer die Linken auf diese Weise als Anti-Demokraten denunziert, muss sich nach seinem eigenen Demokratieverständnis fragen lassen. Ramelow und Co. könnten observiert werden, wenn der Verdacht bestünde, dass sie mit al-Qaida in Verbindung stehen, um einen Umsturz zu planen. Wenn sie nur, nach Meinung der anderen Parteien, Unsinn reden, geht das den Verfassungsschutz nichts an.
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Wenn man diesen Beitrag gesehen hat, fragt man sich warum die CDU so etwas duldet.
http://www.youtube.com/watch?v=Hrhdrr3VqzE
Offenbar macht man sich dort keine allzu großen Sorgen, was die Beobachtung prominenter CDU-Mitglieder durch den Verfassungsschutz anbetrifft.
Ansonsten kann ich Herrn Prantl nur zustimmen. Er trägt den Titel "König der Leitartikler" völlig zu Recht.
Zum Menschenhandel, @ choepel, gehören mindestens 2.
Etwas zur Geschichte:
"Seit den 50 er Jahren bemühten sich Angehörige, Kirchen und private Organisationen, die Freilassung von politischen Gefangenen in der DDR auf unter-schiedlichen Wegen zu erreichen. Jedoch erst Ende 1962 häuften sich Hinweise, dass die DDR-Regierung zur Freilassung von politischen Häftlingen in größerem Umfang gegen materielle Leistungen durch die Bundesrepublik bereit war.
1963 – zu einem Zeitpunkt, als Bonn noch keine offiziellen Beziehungen zu Ost-Berlin unterhielt – kam es dann auf Betreiben des damaligen Bundesministers für gesamtdeutsche Fragen, Rainer Barzel (CDU, K.) zum ersten »Geschäft« dieser Art. Acht politische Häftlinge wurden zu einem für jeden Gefangenen gesondert ausgehandelten Preis durch die Bundesrepublik Deutschland freigekauft." (http://www.stiftung-aufarbeitung.de/downloads/pdf/freikauf.pdf)
Abgewickelt wurden die 1963 begonnenen Häftlings-Freikäufe durch die beiden Kirchen.
Der Freikauf half, die DDR finanziell länger am Leben zu halten. Deshalb hatten Honecker und Co. (hier besonders der Beste Schüler (Mielke) des Besten Schülers (Berija) des Genossen Volksmörders (Stalin) ein Interesse, dass es stets reichlich nicht nur politische Gefangene „zu verkaufen“ gab. (Das politische Strafrecht (seit 1968) bediente auch diese "Herausforderung".)
Es ist zynisch, wenn der Menschenhandel verurteilt wird und man zugleich Handelspartner war.
Es gab mehrere Möglichkeiten die DDR zu verlassen:
1. Ausreiseantrag - mit zumeist mit eingeplanten und ungeplanten Folgen.
2. FluchtVERSUCH - um über den Stasi-Knast "verkauft" zu werden. Die Variante war in doppelter Hinsicht todsicher, denn es hat vielen das Leben gekostet.
3. Sich kriminalisieren lassen - siehe auch 2.
Die genannten Möglichkeiten bedienten den Menschenhandel und es gibt nicht wenige, die sich für eine dieser Möglichkeiten BEWUSST entschieden haben.
Dies sagt aber noch nichts über die Gründe aus, warum sie das Land verlassen wollten.
Freunde von mir mussten es verlassen:
- sie hatten NUR die Wahl zwischen Haftstrafe oder Ausreise
- um ihre Kinder zu schützen, die zunehmend isoliert wurden (Kindergarten, Spielplatz, Schule).
die Alliierten nach Weltkrieg II nicht 20 Jahre gewartet haben bis die zig Millionen der übrig gebliebenen Deutschen sich alle in Christdemokraten gewandelt hatten . Die haben dem Adenauer einfach schon nach paar Jahren geglaubt , die seien brauchbare , christlich geläuterte Demokraten , und haben das Go ! für die Gründung der Bundesrepublik gegeben .
Unsere "lieben Brüder und Schwestern drüben" hatten leider nicht dieses Glück mit den Russen ...
Nun ja , schneemoser ...- die ganz harte Sklaverei hat "Die Große Freiheit" , die "Unsichtbare Hand" , das System für den "Freien Menschen" , für uns Glücklichen ja weit nach Osten verlagert , dahin , wo "der" Mensch für uns die Hemden und Schuhe für 50 Cent die Stunde nähen darf , in übersichtlichen Hallen mit 2oo weiteren Sklaven ...
wers nicht glaubt hier ist es schwarz auf weiss:
http://www.fas-schoenberg.com/13august/Linke-rechtsidentisch-SED.html
Erst wenn diese "Rechtsidentität" aufgegeben wird und
erst wenn das Vermögen der SED
erst wenn das Vermögen deren Organe wie der Staatssicherheit
erst wenn dieses durch Gier zusammengetragene Vermögen
als Wiedergutmachung für diejenigen verwendet wird,
denen unendlicher Schaden an Leib und Seele zugefügt wurde,
die in Gefängnisse verbracht wurden und gefoltert,
die teilweise traumatisiert sind bis an ihr Lebensende,
deren Familien und Kinder noch heute unter den Folgen leiden,
erst wenn diese Wiedergutmachung durch DIE LINKE
eine Realität wird
und durch diese Anerkennung des Unrechts Abbitte getan wird
erst dann
mag man
von einem Umkehrprozess
und von Erneuerung
und von Demokratisierung
für diese Partei
eines behaupteten "Friedens"
und behaupteter "sozialer Gerechtigkeit"
anfangen nachzudenken.
erst dann
wenn die Abkehr vom "Systemwechsel" durch Taten sichtbar wird.
Das wird der Demokratie-Maßstab sein für DIE LINKE, ihre Mitglieder und ihre obersten Funktionäre: Gregor Gysi, LaFontaine, Klaus Ernst, Gesine Lötzsch, Katja Kipping, Halina Wawzyniak, Sahra Wagenknecht, Heinz Bierbaum, Werner Dreibus, Caren Lay, Raju Sharma - vor allem wenn sie sich der Verbrechen erinnern, die die SED in "Rechtsidentität" mit DIE LINKE hervorgebracht hat: Rechtsbeugung, Tötung, Menschenhandel, Menschenrechtsverletzungen in erheblichen Umfang, Vorteilsnahme und Betrug am Volk.
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