Syriens Machthaber Assad geht weiter mit unerbittlicher Gewalt gegen die regierungskritischen Demonstranten in seinem Land vor: Kriegsschiffe beschossen Augenzeugen zufolge zwei dicht besiedelte Wohnviertel der Hafenstadt Latakia. Mehrere Zivilisten sollen getötet worden sein.
Syrische Kriegsschiffe haben am Sonntag Augenzeugen zufolge zwei dicht besiedelte Wohnviertel der Hafenstadt Latakia beschossen. Zu den Opferzahlen gab es zunächst unterschiedliche Angaben. Es sollen mehrere Zivilisten getötet worden sein.
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Der Screenshot eines Videos zeigt der Nachrichtenagentur AFP zufolge eines der Kriegsschiffe vor der syrischen Hafenstadt Latakia. (© AFP)
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Während des Seeangriffs hätten von Panzern flankierte Bodentruppen mehrere Viertel der Mittelmeerstadt gestürmt, erklärten Rami Abdul Rahman, Leiter des Observatoriums für Menschenrechte und das Netzwerk des örtlichen Koordinationskomitees. In ganz Latakia waren demnach Gewehrfeuer und laute Explosionen zu hören. Vor allem das Stadtviertel Al Ramel sei unter schweren Beschuss geraten, erklärte Rahman.
Soldaten hatten die Hafengegend von Latakia, die in den vergangenen Tagen Schauplatz von Massenprotesten gegen Staatschef Baschar al-Assad war, am Samstag eingenommen. Dabei töteten sie mindestens zehn Menschen und nahmen zahlreiche Bewohner fest. Viele Einwohner, vor allem Frauen und Kinder, flohen einer Menschenrechtsorganisation zufolge aus ihren Vierteln. In Latakia sind bereits seit drei Monaten Panzer und Panzerfahrzeuge aufgezogen, um Demonstrationen gegen den Assad niederzuschlagen.
USA fordern Ende der Gewalt
Unterdessen forderten US-Präsident Barack Obama und der saudische König Abdullah ein sofortiges Ende der "brutalen Kampagne der Gewalt" der syrischen Regierung. Obama habe in einem Telefonat mit Abdullah die Notwendigkeit betont, dass die Angriffe auf die syrische Zivilbevölkerung aufhören müssten, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Beide seien zudem übereingekommen, die Situation in Syrien in einigen Tagen erneut zu beraten.
Kanada weitet angesichts der andauernden Gewalt in Syrien seine Sanktionen gegen die Regierung in Damaskus aus. Gegen weitere Vertraute von Präsident Assad werde ein Einreiseverbot verhängt und die Vermögen von zusätzlichen Institutionen mit Beziehungen zur syrischen Regierung würden eingefroren, sagte Außenminister John Baird am Samstag. Zuvor hatte US-Außenministerin Hillary Clinton die internationale Gemeinschaft aufgerufen, die Beziehungen zur syrischen Regierung abzubrechen.
Die syrische Armee geht seit Mitte März gewaltsam gegen regierungskritische Proteste im Land vor. Aktivisten zufolge sind in den fünf Monaten seit Beginn der Proteste mindestens 1700 Menschen ums Leben gekommen. Syrien hat ausländische Journalisten des Landes verwiesen, deswegen ist eine unabhängige Überprüfung der Darstellungen nicht möglich.
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(sueddeutsche.de/Reuters/aho)
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