Die FDP argwöhnt, die Kanzlerin sei nach dem sehr unerquicklichen Start auf dem Weg zu neuen Mehrheiten. Doch die Partei von Guido Westerwelle leidet vor allem an sich selbst. Angela Merkel wiederum interessiert nur eines - und das ist, Regierungschefin zu bleiben.
Die größte politische Leidenschaft Angela Merkels heißt Angela Merkel. Sie ist einfach gerne Bundeskanzlerin. Ihre Emphase für Koalitionen richtet sich hingegen danach, was für den Erhalt ihrer Kanzlerschaft gebraucht wird.
Politische Partner, die perdu sind: Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) (© Foto: AFP)
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Die große Koalition war eine allseits ungeliebte Notlösung, weshalb Merkel sie stets besserreden musste als die Wirklichkeit, um überhaupt vier Jahre mit der SPD regieren zu können. Die schwarz-gelbe Koalition galt vielen als eine Liebesheirat, wurde und wird aber von Merkel viel nüchterner beurteilt.
Diese Kanzlerin bringt in die Pflege ihrer Bündnisse so viel Engagement ein wie nötig, aber mitnichten so viel Herzblut wie möglich. Merkel will nicht mit einem Projekt irgendeiner Farbe verbunden werden. Aus ihrer Sicht können Koalitionen irgendwann anfangen und irgendwann enden - Hauptsache, die Kanzlerin bleibt.
Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass Angela Merkel die erste Kanzlerin wird, die nacheinander mit drei Koalitionspartnern regiert: erst die SPD, dann die FDP, dann die Grünen. Aber es ist keineswegs sicher, dass es auch so kommt. Für Merkel ist nicht die reale Koalition entscheidend, sondern die strategische Option.
Vor der Bundestagswahl 2009 wusste Merkel, dass sie Kanzlerin bleiben würde, entweder mit der FDP oder eben mit der SPD. Für die Bundestagswahl 2013 wäre ihre Idealvorstellung, schon vorher zu wissen, dass sie Kanzlerin bleibt: entweder mit der FDP oder mit den Grünen. Merkel ist nicht treu. Aber Politik ist auch nicht Liebe.
Nun aber wächst in den Reihen der FDP der Argwohn, Merkel sei schon nach etwas mehr als 100 ziemlich unerquicklichen Tagen in der schwarz-gelben Regierung unterwegs zu neuen Mehrheiten.
Schreckgespenst Schwarz-Grün
Während Außenminister und Vizekanzler Guido Westerwelle kürzlich davon sprach, seine Partei wolle die nächsten zehn Jahre regieren, unternimmt die Kanzlerin nichts dagegen, dass auch die Grünen als potentieller Koalitionspartner gesehen und gehandelt werden.
Indizien sind die von höchster Stelle geduldete Atom-Skepsis des christdemokratischen Umweltministers Norbert Röttgen und die unvermeidlichen schwarz-grünen Spekulationen in Nordrhein-Westfalen. Die Umfragezahlen tun ein Übriges. Merkel, der noch vor wenigen Jahren viele nicht viel zutrauten, trauen heute die meisten alles zu.
Diese Spekulationen haben zum jetzigen Zeitpunkt allerdings mit Merkel wenig, sehr viel dagegen mit der FDP zu tun. Schwarz-Grün verbreitet derzeit weniger Hoffnung als Schrecken. Und zwar bei denen, die sich am meisten damit beschäftigen, weil sie davon den größten Schaden hätten: den Liberalen.
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Sie sollten ironische Kommentare kenntlich machen.
Am Ende nimmt jemand das noch für bare Münze.
@gunnarsson: "Wer kann es ihr verdenken?
Ich bin zwar kein - Merkel-Wähler - sehe aber nichts negatives darin, daß ihr das Amt der Kanzlerin - Spaß macht. "
- Nun, warum aber darf ihr das Spiel mit der Macht - und darum handelt es sich ja in erster Linie - Spaß machen und anderen wird das immer wieder - und das ausgerechnet von den Merkel-Anhängern - unterstellt und neg.angekreidet, wie z.B. seinerzeit Frau Ypsilanti?
Ich höre immer noch den Schmähruf: "Die ist ja nur machtgeil!"
Und andererseits: Allein der Spaß an etwas heißt ja nicht gleichzeitig, dass man das Ding auch beherrscht, das einem Spaß macht. Hier empfehle ich z.B. einen entsprechenden Blick auf gewisse Lyrikseiten im Netz. Den "Dichtern" macht das sicherlich auch viel Spaß, was sie aber nicht gleichzeitig zu ernstzunehmenden Künstlern erhebt, sondern häufig nur Peinlichkeit offenbart.
Ich bin zwar kein - Merkel-Wähler - sehe aber nichts negatives darin, daß ihr das Amt der Kanzlerin - Spaß macht.
Das finde ich sypathischer, als das Streben nach purem "Macht-Erhalt" wie von männlichen Amtsvorgängern, von Adenauer bis Kohl oder CDU/CSU-Landesfürsten bis in die Zeiten der Neuen Bundesländer - wie u. a. mit Biedenkopf in Sachsen.
Merkel bleibt, die Mehrheitsbeschaffer wechseln. Der Mehrheit der wählenden WählerInnen ist die Hierarchie nicht bewusst. regierungen sind dann schlecht, wenn sie schlecht geführt werden.
Wenn die Kanzlerin wichtige Posten mit Personen besetzt, ohne Gespür ob diese geeignet sind und ohne sich gegebenenfalls einzuschalten, dann eignet sich, neben dem Personal, vor allem die Kanzlerin nicht.
"Und wenn die Liberalen so weitermachen, regiert Merkel sie kaputt wie weiland die Sozialdemokraten."
Es sieht so aus, als hätte die "Schwarze Witwe" ihr nächstes grünes Opfer schon im Visier.
Paging