Die Krise der FDP ist selbstverschuldet: Die Politik der Partei wirkt unseriös. Lautes Getöse wird das nicht ändern - aber vielleicht die Besinnung auf frühere Stärken.
In hundert Tagen ist Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, und wie es aussieht, erhält die FDP dort die Quittung für ihre schlechte Politik in den ersten hundert Tagen der schwarz-gelben Koalition im Bund. Die Vorstellung, die die FDP in der Bundesregierung gibt, ist beschämend.
Treibsand statt Vertrauensanker: Die Politik von FDP-Chef Guido Westerwelle und seiner Partei wirkt wenig glaubwürdig. (© Foto: ddp)
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Jetzt helfen die rhetorischen Beschwörungsformeln nichts mehr, die Guido Westerwelle in Oppositionszeiten so routiniert beherrscht hat. Westerwelle, der an das ewige Wohlwollen der Wähler geglaubt hat, erlebt dessen Entzug.
Das liegt nicht nur daran, dass jene CDU-Wähler sich jetzt wieder von der FDP verabschieden, die bei der Bundestagswahl zur Sicherung der erwünschten Koalition ausnahmsweise FDP gewählt haben.
Das Abbröckeln und Abstürzen der FDP in den Umfragen liegt vor allem daran, dass ihre Politik unseriös daherkommt; das beginnt bei der Steuerpolitik, und das hört bei Annahme von delikaten Spenden noch nicht auf. Die Partei ist derzeit offenbar nicht in der Lage, öffentliches Vertrauen zu erwerben.
Mit Außenminister Westerwelle, Entwicklungshilfeminister Niebel, Gesundheitsminister Rösler und Wirtschaftsminister Brüderle verbindet sich zu wenig Glaubwürdigkeit. Die FDP ist nicht in der Lage, eine Politik zu zeigen, die man als "gestanden" bezeichnen könnte.
Den Liberalen fehlt ein Vertrauensanker, wie es einst Genscher und Lambsdorff waren. Westerwelle und Co. sind nicht der Anker, sondern der Treibsand.
Mit Krisensitzungen und zuversichtlichem Getöse lässt sich das nicht reparieren; aber vielleicht mit der Besinnung darauf, was die FDP früher in Koalitionen mit der CDU so souverän gemacht hat: das beharrliche und nachhaltige Eintreten für die Bürgerrechte.
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(SZ vom 08.02.2010/gal)
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Parteispender 2010
Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
Der Parteivorsitzende Westerwelle ist leicht ausgerutscht auf der Schleimspur seiner Parteispender.
Und ich hoffe, dass er nur auf die Nase fällt und seine Partei unter 5%, denn da gehört sie hin, um weiteren Schaden vom Deutschen-Volke abzuwenden.
Auch ich finde die Beiträge von Herrn Prantl in Sachen CD-Steuer-
kriminelle hervorragend. Sehr gut recherchiert und von großer
Sachkenntnis. Leider fehlt es sehr Vielen in Politik und Gesellschaft
wie so oft auch in dieser Frage an genügend Hintergrundwissen. Da
wird aus dem hohlen Bauch herausdiskutiert und bewertet. FDP und
einschlägige Kreise versuchen Nebelkerzen zu werfen und ihre
Klientel zu bedienen.Das wird der FDP weitere Stimmen kosten.
Statt die Hehler in den Schweizer Banken zu benennen versucht
man die Befürworter des Kaufs der CD zu verunglimpfen. Das
Schweizer Bankensystem ist auf vorsätzlichen Betrug ausgerichtet
da es in Deutschland und anderswo bewußt den Steuerkriminellen
Wege aufzeigt den jeweiligen Staat zu betrügen.
Ich hoffe, daß die SZ weiter in dieser Angelegenheit am Ball bleibt.
Lieber Heribert Prant,
also das muss man Ihnen wirklich lassen. Sie verstehen Ihr Handwerk. Selten so einen differenzierten und wohl abgewogenen Beitrag in der SD gelesen. Da merkt man die noble Journalistenschule. Solche Wortgewalt kennt man ja sonst nur von der Springer-Presse. Ihr Text hat mir völlig neue Horizonte eröffnet. Ich möchte mal sagen: jetzt blick ich endlich richtig durch. Unsereins braucht derartige Aufklärung. Nur eins wird wahrscheinlich doch ihr Geheimnis bleiben. Ihr eigensinniger Verstoß gegen die Regel Alles wird durch Kürzen besser. Weil, - verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch, - also ich bin natürlich immer noch ein Verehrer Ihrer Kunst, eigentlich schreiben Sie doch nur: FDP find ich doof! Iss ja auch ejal, finden wa ja jetz alle doof. Sagen Sie bitte bescheid, was ich morgen doof finden soll?
Westerwelle. Ha ha hahahaahhh
Westerwelle hatte längst vor der Krisensitzung den Karren der FDP schon in Richtung Wand gelenkt. Nun gibt er bei vollem Bewußtsein nochmals Gas in die gleiche Richtung. "Jetzt erst recht" - diesem Busfahrer ist wirklich nicht zu helfen !
So etwas von stur gibt's aber auch hier im Forum, lieber Guhvieh.
Wie sagt man: "Mit wehenden Fahnen in den Untergang". Ja hoffentlich beutelts die 'mal so richtig, damit auch jeder wach wird hier in diesem, unseren Lande !
Paging