Terrorismus US-Behörden übersahen radikale Posts der Attentäterin von San Bernardino

  • US-Beamten überprüften laut New York Times vor ihrer Einreise nicht, wie radikal sich die Attentäterin von San Bernardino online äußerte.
  • Die Sichtung von Facebook- oder Twitter-Profilen gehört nicht zu den Routine-Checks bei Einwanderungen.

Tashfeen Malik wurde mehrfach und ausführlich überprüft

Die Attentäterin von San Bernardino hat vor ihrer Einreise in die Vereinigten Staaten drei ausführliche Hintergrund-Checks von US-Einwandungsbehörden bestanden. Wie die New York Times berichtet, wurde Tashfeen Malik zudem zweimal persönlich interviewt, einmal in einer amerikanischen Botschaft in Pakistan und einmal in den USA, als sie sich für eine Green Card bewarb. Dabei fiel keinem der Beamten auf, dass sich die Frau, die zusammen mit ihrem Mann Syed Farook Anfang Dezember 14 Menschen in einer kalifornischen Sozialeinrichtung tötete, in sozialen Netzwerken offen zum gewaltbereiten Dschihad bekannte.

Malik reiste im Juli 2014 mit einem pakistanischen Pass in die USA ein, auf Grundlage eines sogenannten K-1-Visums. Es erlaubt verlobten Ausländern die Einreise und stellt ihnen eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis in Aussicht, wenn sie innerhalb von 90 Tagen einen US-Bürger heiraten.

Maliks Visa-Antrag wurde sowohl vom Heimatschutzministerium als auch vom US-Außenministerium überprüft, ihr Name und ihre Fingerabdrücke mit Strafregistern und Datenbanken der Sicherheitsbehörden abgeglichen. Ohne Ergebnis. Ihr Facebook-Profil wurde allerdings nicht untersucht.

Profile in sozialen Netzwerken gehören nicht zum Routine-Check

Laut NYT gehört eine Sichtung von Profilen in sozialen Netzwerken nicht zum Routine-Check der Einwanderungsbehörden. Jährlich würden Zehntausende Menschen in die Vereinigten Staaten reisen, zitiert das Blatt offizielle Quellen, es sei unmöglich, alle ihre Profile zu überprüfen. Den Ermittlern seien die alten Postings Maliks erst jetzt aufgefallen, wo sie versuchen, das Leben der Attentäter zu durchleuchten.

Dabei konzentrieren sie sich im Fall Malik auf die Jahre 2007 bis 2012, als sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in Pakistan lebte. Hier soll sie sich radikalisiert haben. Was genau Malik in jenen Jahren postete, ist unklar: Die New York Times geht nicht näher darauf ein.

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