Terrorismus Islamischer Staat baut fahrerlose Autobombe

  • Angeblich entwickelt der sogenannte Islamische Staat Autos, die sich mit Fernsteuerung kontrollieren lassen. Darauf deutet ein Video hin.
  • So ein Wagen könnte für Angriffe eingesetzt werden, die bisher von Selbstmordattentätern vorgenommen werden.
  • Darüber hinaus wollen die Terroristen offenbar Luft-Luft-Raketen für den Start vom Boden umrüsten.

Ein neues Dokument zeigt, welche technischen Fähigkeiten der Islamische Staat entwickelt hat. Dem Video zufolge, das der britische Fernsehsender SkyNews diese Woche veröffentlicht hat, hat die islamistische Terrorgruppierung es anscheinend geschafft, selbstfahrende Autobomben zu bauen sowie Thermalbatterien für Luftabwehrraketen.

Die Bilder wurden aufgenommen in der syrischen Stadt Raqqa, auf dem Gelände einer ehemaligen Pferdesportanlage, die der IS angeblich in eine "dschihadistische Universität" umgewandelt hat.

Vor allem bei der Entwicklung der Autobombe hat der IS auf Methoden westlicher Sicherheitskräfte reagiert. Auf dem Fahrersitz des zu einer Bombe umgebauten Autos, das von einer Fernsteuerung gelenkt werden kann, sitzt deshalb ein Dummy, um die Führerlosigkeit des Autos zu verschleiern.

Gefahr für die zivile Luftfahrt?

Ebenfalls besorgniserregend: Der Film zeigt, wie IS-Mitglieder eine Luft-Luft-Abwehrrakete, die normalerweise von einem Flugzeug auf ein anderes Luftziel abgeschossen wird, mit Hilfe einer Thermalbatterie wieder in Dienst stellen. Laut Sky News und dem Guardian könnte diese Rakete nun auch vom Boden auf Ziele in der Luft abgeschossen werden.

Dies wäre ein Worst-Case-Szenario für die Anti-IS-Allianz, denn der IS besitzt in großer Menge Abwehrraketen, die größenteils aus Beständen der syrischen und libyschen Armee stammen und mit neuen Batterien wieder gestartet werden könnten. Normalerweise stellen diese keine Gefahr für moderne Kampfjets da, wohl aber für die zivile Luftfahrt. Bisher war es keiner anderen Terrorgruppe gelungen, neue Thermalbatterien für Abwehrraketen zu entwickeln.

Die Freie Syrische Armee (FSA), die zu großen Teilen aus übergelaufenen Soldaten der Syrischen Armee besteht, hatte das mehr als achtstündige Videomaterial SkyNews übergeben. Es war offenbar im Besitz eines IS-Kämpfers, den die FSA im Norden der Türkei auf dem Weg nach Europa gefangen nahm. Die Echtheit des Videomaterials gilt allerdings als schwer überprüfbar.

Das Video finden sie hier bei Sky News.