Die Nachrichtendienste waren lange unsicher, wie verlässlich die vielen Hinweise auf Attentate sind. Nun sollen öffentliche Warnungen das Schlimmste verhindern.
An Hinweisen auf drohende Anschläge hat es in den vergangenen Monaten wirklich keinen Mangel gegeben. Der saudische und auch der marokkanische Geheimdienst wussten von einer Zelle zu berichten, die angeblich Paris ins Visier genommen habe. Es gab Festnahmen. Die Amerikaner warnten vor Terroristen, die in der Sprengung von Gebäuden ausgebildet worden seien und Attentate in Europa planten. Zwei deutsche Islamisten, die im Frühjahr 2009 aus Hamburg an den Hindukusch gezogen waren und in Pakistan und Afghanistan festgenommen wurden, hatten von angeblich sehr konkreten Anschlagsplänen in Europa berichtet. Aber sie nannten keinen Ort und keinen Zeitpunkt für einen Anschlag.
Innenminister von Rheinland-Pfalz nennt konkrete Terrorhinweise für Städte
Anzeige
Wenn Nachrichtendienste einen Depeschendienst hätten, der die Öffentlichkeit mit Nachrichten versorgt, wären die Zeitungen voll gewesen von Geschichten über die angeblich täglich drohende Apokalypse. Hunderte Hinweise gab es und noch mehr Geraune. Nur, welcher Tipp war ernst zu nehmen, welcher basierte auf einer Lügengeschichte, welcher beruhte auf der Propaganda islamistischer Wichtigtuer? Selbst die Geheimdienste und Staatsschützer blickten nicht durch. Sie sammelten unablässig Informationen- wie ein Wal, der Tonnen von Wasser in sich hineinschwappen lässt für ein paar Gramm Plankton.
Über die Glaubwürdigkeit der diversen Quellen waren sich die Dienste lange Zeit uneins. Wie ernst sind die Anschlagswarnungen eines Hamburger Islamisten zu nehmen, der nach kurzer Zeit am Hindukusch mit Top-Leuten des Terrors zusammengekommen sein will? Ist er auf seine spezielle Weise seriös, oder ist er eine unseriöse Quelle?
Es gibt keine gemeinsame Lagebeurteilung der internationalen Dienste. Sie bewerten solche Aussagen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich. Manchmal spielen bei der Auslegung auch sicherheitspolitische Debatten eine Rolle. Amerikanische Dienste sind leichter bereit, vom Schlimmsten auszugehen, als zum Beispiel der Bundesnachrichtendienst. So wurden dieselben Aussagen festgenommener Dschihadisten von den amerikanischen Behörden und den deutschen Behörden lange Zeit unterschiedlich bewertet. Die Amerikaner beharrten darauf, dass ihre Warnungen furchtbar ernst zu nehmen seien, und verwiesen dann auf weitere Informationen, die den Europäern nicht zur Verfügung stünden, die aber sehr alarmierend seien.
Zu den Regularien der deutschen Sicherheitsbehörden gehört es, dass sie Sicherheitsstufen festlegen. Es gab in den vergangenen Wochen eine neue Nachricht eines ausländischen Polizeidienstes, dass auch in Deutschland ein Anschlag drohe. Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte und hat keinen Beleg dafür, dass diese Warnung falsch ist. "Bei diesem Stand müssen wir von einer hohen Wahrscheinlichkeit für eine Anschlagsplanung ausgehen", sagt ein hochrangiger Sicherheitsbeamter. Nachdem das BKA durch eigene Ermittlungen auch Hinweise auf mögliche Anschlagsplanungen in Deutschland erhielt, spitzte sich die Lage nun zu.
Terroranschläge seien "ernsthaft naheliegend", schreibt das Bundeskriminalamt (BKA) in einer frischen Analyse zu den Gefahren des islamistischen Terrorismus. Was heißt das? Droht die Gefahr heute, morgen, übermorgen, droht sie immer oder nie?
Ob eine Warnung berechtigt war oder nicht, das lässt sich leicht feststellen, wenn etwas passiert ist. Wenn aber am Ende nichts passiert, dann kann es schon sein, dass die starke und spürbare Prävention durch die Behörden ein Attentat verhindert hat. Es kann sogar sein, dass potentielle Attentäter durch starke Präsenz des Staates abgeschreckt werden. Manchmal werden auch Terrorpläne durch Bürger vereitelt. Ein Beispiel dafür ist der gescheiterte Autobomben-Anschlag am 1.Mai dieses Jahres auf dem New Yorker Times Square, der dank der Wachsamkeit von Passanten verhindert werden konnte.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Terrorgefahr in Deutschland Plaudern über kommende Schlachten 17.11.2010
- Innenminister zur neuen Bedrohungslage De Maizière warnt vor Terroranschlag in Deutschland 17.11.2010
- Innenministerkonferenz Mehr Polizei in "islamischen Vierteln"? 17.11.2010
- Bundeswehr-Einsatz im Inland Der Soldat, dein Freund und Helfer? 23.11.2010
- Terrorgefahr in Deutschland Alarmstufe eins 22.11.2010
- Angebliches Terrorziel Reichstag BKA-Chef warnt vor Hysterie 20.11.2010
- Bomben-Attrappe am Flughafen Windhuk Polizeichef festgenommen 20.11.2010
(SZ vom 18.11.2010/wolf)
Schon der Soziologe Niklas Luhmann wusste, dass man manchmal mehr Angst vor der Angst anderer haben sollte als vor der "eigentlichen Bedrohung"
Hier nachzulesen : http://ntropy.de/?p=1098
Während bei uns p.a. gut über eine halbe Million Menschen über den Jordan gehen alleine urch sog. Zivilisationskrankheiten, legale Drogen und Unfälle, soll es da also eine drohende Apokalypse geben an der bisher ganze NULL komma NULL Menschen gestorben sind?.
Ursache und Wirkung, denn bis vor wenigen Jahren wussten 99,999_% aller Talibs und Islamisten nichteinmal wo Deutschland liegt.
Seit wir uns aber seit bald 9 Jahren am illegalen und völkerrechtswiedrigen Krieg in AFG im Auftrag der USA prostituieren und missbrauchen lassen und ebenfalls bereits hundertfach afghanisches Blut an unseren Händen kleben haben, sowie dank unserer einseitigsten Vasallenschaft und Unterstützung an Israel uns auch am Genozid an den Palästinensern mitschuldig machen, seidem sind wir tatsächlich in dne Fokus des Terrors geraten, auch wenn jede Panikmache bisher noch unbegründet ist, denn wir sind nur ein Land von vielen das im Rektus der USA steckt und es müsste shcon viel passieren das auch nur halbwegs ennenswerte Zahlen von unseren 82 Mio. umkommen oder verletzt werden, eher trifft einen der Blitz aufm Lokus.
Ansonsten, apropos Apokalypse, das hier trifft es sehr passend:
http://www.dropnose.com/blog/wp-content/uploads/2008/01/18-09-2007.jpg
Nach der Bedrohungs-Aussage des Innenministers
"Ich habe Angst vor den letzten Tagen im November.
Soll ich U-Bahn fahren, fliegen, Bus fahren, ins Kaufhaus gehen.
Soll ich daheim bleiben. Nicht aus dem Haus gehen. Mich verstecken.
Sagen Sie es mir, Herr Minister, wie ich als Bürger gegen al-Qaida kämpfen kann?
Herzlichst´´
... aber mich erinnert diese Panikmache zur Zeit daran, dass unser Herr Innenminister bisher eher als "graue Maus" galt, und sicher dringend einen Anlass gesucht hat, um sich etwas zu profilieren.
Ob der Medienrummel dann auch tatsächlich in einem gesunden Verhältnis zur tatsächlichen "Gefährdungslage" steht - ich möchte es bezweifeln.
Und was auch vorhersehbar war - jetzt kriechen wieder die aus den Löchern, die ihre Chance kommen sehen, die "Angst" vor den Terroristen für ihre ganz persönliche Agenda zu benutzen: Vorratsdatenspeicherung, Rasterfahndung, etc. - das alles steht plötzlich wieder zur Debatte!
Schöne neue Welt!
ag.
Die Warnung vor Terroranschlägen an sich kann schon Terror sein. Man muss nur davor warnen, Unsicherheit und Panik schüren, mögliche Anschlagsziele und Termine nennen und schon hat man einen enorm hohen Grad an Verunsicherung in der Bevölkerung erreicht, ohne seitens der Terrorzellen auch nur einen Finger in Sachen Logistik oder konkreter Anschlagsvorbereitung krumm machen zu müssen.
Denn alle spielen brav mit und springen quasi einem Automatismus folgend über das hin gehaltene Terror-Stöckchen. Die Medien arbeiten sich dabei in ihrer Dreifaltigkeit aus Alarmierung, Hysterisierung und Dramatisierung an den Terrorwarnungen ab und übernehmen dadurch zwangsläufig die Rolle der Propagandaabteilung. Die Politik nutzt den so genannten FUD-Effekt (Fear, Uncertainty and Doubt), um die Bürger zu verunsichern und so unliebsame und ansonsten schwer durchsetzbare Maßnahmen einzuleiten und Gesetze zu verschärfen. So hat es auch nur einen Tag gedauert, bis seitens der Hardliner schon wieder der Ruf nach strengeren Gesetzen laut wurde. Auch die Vorratsdatenspeicherung ist auf einmal wieder ein Thema.
Bleibt als letzter Hort der Vernunft und Abgeklärtheit eigentlich nur noch die Bevölkerung. Die sich bitte nicht irre machen lassen soll von medialen Wichtigtuern und so genannten Terrorexperten. Wenn man sich einschüchtern lässt, sich nicht mehr traut aus dem Haus zu gehen, seine Lebensgewohnheiten ändert, auf keinen Weihnachtsmarkt mehr geht und nur noch das Nötigste einkauft, haben die Terroristen schon gewonnen. Man darf gespannt sein, was sich die Behörden jetzt wieder alles an Sicherheitsschikanen für uns einfallen lassen. Und was der ganze Irrsinn wieder kostet und an Mitteln und Personal bindet, will ich es gar nicht wissen.
Paging