Technische Probleme bei der Bundeswehr "Eurofighter" mit Flugverbot

Das sicherste Kampfflugzeug der Welt klebt am Boden: Die Luftwaffe hat Probleme mit dem "Eurofighter" - und lässt die Maschinen aus Angst vor defekten Schleudersitzen nicht starten.

Die Eurofighter der deutschen Luftwaffe dürfen vorerst nicht mehr abheben. Der Flugbetrieb sei "bis auf Weiteres ausgesetzt", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Es handele sich um eine Sicherheitsmaßnahme, "da unter bestimmten Umständen ein einwandfreies Funktionieren des Schleudersitzes bei einem Notausstieg nicht gewährleistet" sei.

Ein einwandfreies Funktionieren der Schleudersitze ist im Notfall nicht gewährleistet: Ein Kampfflugzeug vom Typ Eurofighter auf dem Fliegerhorst Laage in Mecklenburg-Vorpommern.

(Foto: APN)

Dieses technische Problem sei bei Untersuchungen entdeckt worden; die Ursachen würden in enger Zusammenarbeit mit der Industrie geklärt. Die deutsche Luftwaffe verfügt über 55 Eurofighter. Anlass für die Überprüfungen war nach einem Bericht der Financial Times Deutschland ein Eurofighter-Unfall Ende August in Spanien.

Während sich der spanische Pilot mit dem Schleudersitz habe retten können, sei der Ko-Pilot aus Saudi-Arabien ums Leben gekommen. Angeblich aktivierte auch er den Schleudersitz, der sich aber vom Fallschirm trennte, so dass er den Sturz des Piloten nicht abfangen konnte.

Ein Sprecher der Bundeswehr sagte hingegen, die "technischen Probleme im Bereich Schleudersitz" seien bei einer Routineüberprüfung zutage getreten. Wann sie behoben werden können, ist den Angaben zufolge völlig offen. Die Verteidigungsfähigkeit des Landes sei aber gewährleistet, betonte der Sprecher. Die Aufgabe werde durch das Waffensystem Phantom übernommen. Der Eurofighter ist bei der Luftwaffe seit 2004 im Einsatz.