Der Fall Steinbach zeigt, dass die Kanzlerin oft lieber nichts sagt, als Stellung zu beziehen: Sie schweigt, wo nichts mehr zu gewinnen ist.
Über das Schweigen hat Angela Merkel einmal gesagt, es sei auch eine Form der Kommunikation, in die man im Übrigen viel hineininterpretieren könne.
Will eine Entscheidung in der Causa Steinbach verschleppen: Kanzlerin Angela Merkel (© Foto: AP)
Anzeige
Tatsächlich bleibt einem bei der Kanzlerin selbst häufig gar nichts anderes übrig, weil das Schweigen eines ihrer wichtigsten Herrschaftsinstrumente ist. Selten wurde das so offensichtlich wie dieser Tage - und selten so unübersehbar zum Schaden der Kanzlerin.
Als der Papst einen Holocaust-Leugner zurück in die Kirche holte, teilte die Kanzlerin dem Vatikan ihr Unverständnis mit, öffentlich, vor laufender Kamera, unmissverständlich, geradezu ultimativ. Man kann Merkel vorwerfen, sie habe falsch gehandelt, übertrieben, unangemessen, respektlos.
Man kann ihr nicht vorwerfen, sie habe sich unklar geäußert. In diesem Fall gibt es keinen Zweifel, wo die Kanzlerin steht. Und deshalb fallen die vielen anderen Themen besonders auf, bei denen das nicht so ist.
Die Kanzlerin hat den Papst kritisiert und zum Umweltgesetzbuch geschwiegen. Jawohl, dieser Vergleich ist blanke Polemik, weil die Verantwortung für den Holocaust deutsche Staatsräson ist und das Umweltgesetzbuch nur der man-weiß-nicht-wievielte Koalitionskrach. Richtig aber ist: Merkel schweigt, wo nichts mehr zu gewinnen ist.
Sie hat den Papst kritisiert, aber zu Michael Glos und Horst Seehofer geschwiegen. Da wird's schon schwieriger, weil die Besetzung ihres Kabinetts für die Kanzlerin nicht nebensächlich sein sollte.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Zoff im Bundesgerichtshof: Eine Personalie führt zu heftigen Verwerfungen – die Akte Karlsruhe. Seite Drei Jetzt lesen ...
Entspannter Vierbeiner
Lohnzettel auf Facebook
Parteispender 2010
Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
....überlesen. Die Wiederholung erspare ich mir denn die würde wahrscheinlich den sofortigen Ausschluß aus diesem Forum nach sich ziehen.
Gelinde gesagt " eine Unverschämtheit " !
Und der Herr Steinmeier negiert das auch noch. Nur gut das Frau Steinbach nicht spd Mitglied ist.
Eigentlich kann man sich ja nur noch auf den 27.09.2009 ab 18.00 Uhr freuen weil ja dann die Personalie Steinmeier und spd mit Sicherheit überholt ist.
Sie fragen:" Wozu ... noch die SZ lesen?"
U.a. wg. Nico Fried.
Weil themenübergreifende Analyse und kluge Beobachtung nicht mehr in vielen Zeitungen gepflegt wird.
Danke, SZ.
"Sachlich, kompetent, zuverlässig und bedacht, so präsentiert sich der Kandidat." So schildert Frau Höll die Vorstellung von Frank-Walter Steinmeier. "Merkels Schweigen" stellt Nico Fried fest und findet auch gleich Helmut Kohl als ihren Lehrmeister. Schlicht und ergreifend Wahlkampf der billigsten Sorte. Es gab einmal eine Zeit, da konnte sich der kritische Leser aus umfassenden Beiträgen in der SZ selbst eine Meinung bilden. Aber mittlerweile ist offensichtlich der denkende Leser nicht mehr gefragt. In zahllosen Kommentaren werden Vorurteile bedient und dem Leser das Denken abgenommen. Wozu also die SZ noch lesen?
'...Ein bemerkenswertes Paradoxon besteht jedoch darin, dass Merkel selbst diesmal mit ihrem ungewöhnlichen Appell an den Papst verdeutlicht hat, was bei ihr gewöhnlich ist: nichts zu sagen. ...'
Im Endeffekt sagt er bloß, dass das Merkel nichts zu sagen hat. Aber dazu hätte es m.E. keines ganzen Artikels bedurft. Das stand in der Überschrift und war auch vorher schon reichlich bekannt.... ;o)
sie sollten mal Manes Sperbers "Stufen der praktikablen Unwissenheit" lesen. Leider muß man von vornherein die völlige Sinnlosigkeit eines solchen Unternehmens befürchten. Was machen Sie, wenn es die CSU nicht mehr oder nur als Randnotiz gibt? Wäre ja möglich, setzt man bspw. tatsächlich demokratische und zukunftsfähige Konzepte voraus, die der Vereinigung fehlen.
Armes Ding
Paging