Sinkende Geburtenzahlen Geld macht keine Kinder

Frauen haben Angst, als Rabenmütter zu gelten. Paare leben lieber entspannt, als sich um Krippenplätze zu rangeln. Eine Studie zeigt, warum so viele Deutsche wirklich kinderlos bleiben. Eine Wohltat inmitten der emotional aufgeladenen Debatte um Erziehung und Betreuung.

Ein Kommentar von Ulrike Heidenreich

Diskutiert man in Deutschland über die korrekte Form der Erziehung und Betreuung von Kindern, betritt man ein emotionales Minenfeld. Bei kaum einem anderen Thema wird es so schnell persönlich, wird so viel verletzt und beleidigt.

Da ist es eine Wohltat, kühle Fakten und klare Zahlen zum Thema zu bekommen - vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Es hat herausgearbeitet, dass es genau diese verunsichernde Debatte ist, die den Kinderwunsch im Lande versiegen lässt.

Berufstätige Frauen entscheiden sich demnach lieber gegen als für Kinder - weil sie befürchten müssen, als Rabenmutter verunglimpft zu werden. Paare leben lieber ein entspanntes Leben mit vielen Hobbys, als entnervt um Krippenplätze rangeln zu müssen. Die Folge ist, dass die Wiegen leer bleiben.

Die Herren und Damen Wissenschaftler sind über jeden Verdacht erhaben, wild gewordenen Emanzen das Wort zu reden, wenn sie die Gleichstellung der Geschlechter fordern als Mittel gegen die sinkende Geburtenrate. Ihr Institut ist dem Bundesinnenministerium unterstellt - und dies wird bekanntlich von einem Minister aus der CSU geführt.

Einer Partei, die das Betreuungsgeld zur Glaubensfrage gemacht hat und so erheblich zur Verunsicherung über das Rollenbild der Frau beigetragen hat. Nun können die Politiker in der Studie lesen: Geld allein macht nicht glücklich - und auch keine Kinder.