Sowjet-Soldaten über Stalingrad"Die Deutschen reden nur vom Essen"

Vor 70 Jahren stellte die 6. deutsche Armee in Stalingrad ihre Kampfhandlungen ein. Historiker Jochen Hellbeck hat Augenzeugenberichte aus der Roten Armee ausgewertet, die lange unbeachtet in russischen Archiven lagen. Soldaten berichten, wie sie die Schlacht erlebten - und wie sie ihre deutschen Kriegsgegner sahen.

Sowjet-Soldaten über Stalingrad – Sieg der Roten Armee

Am 2. Februar 1943 stellt die 6. deutsche Armee in Stalingrad ihre Kampfhandlungen ein. Zum Zeichen des Sieges hält ein Soldat der Sowjet-Armee eine rote Fahne über die Stadt (Foto). Während und in den Wochen und Monaten nach der Schlacht befragen Historiker aus Moskau mehr als 200 Augenzeugen: Angehörige der Roten Armee und eine Reihe von Zivilisten in Stalingrad - die Ereignisse in der umkämpften Stadt sollen für die Nachwelt festgehalten werden.

Doch dann liegen die Berichte jahrzehntelang unbeachtet in russischen Archiven. Nun hat sie der Historiker Jochen Hellbeck ausgewertet. In seinem Buch "Die Stalingrad-Protokolle" (© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2012. Aus dem Russischen von Christiane Körner und Annelore Nitschke) zeigt er mittels der Protokolle auf, wie die Russen das Kriegsgeschehen in Stalingrad erlebten, welches Selbstverständnis die Sowjet-Soldaten hatten - und wie sie ihre deutschen Kriegsgegner beurteilten. Hier einige Ausschnitte aus den Zeitzeugen-Aussagen. Mit Bildern von SZ Photo.

Bild: Sueddeutsche Zeitung Photo 19. November 2012, 18:122012-11-19 18:12:01 © Süddeutsche.de/gal/odg/sana/rus