Die Angestellten im öffentlichen Dienst wollen mehr Geld - Schäuble weist die Forderung entsetzt zurück. Ob der Staat mehr für seine Angestellten hat, ist jedoch keine Frage des Könnens.
Der Staat hat kein Geld, sagt Wolfgang Schäuble. Also weist er die Forderung nach fünf Prozent Lohnerhöhung für Krankenschwestern, Erzieher, Sachbearbeiter und sonstige Angestellte im öffentlichen Dienst mit Abscheu und Empörung zurück. Hat der Staat wirklich kein Geld?
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Finanzminister Wolfgang Schäuble zeigt sich erschrocken über die Lohnforderung der Angestellten des öffentlichen Dienstes. Der Staat habe kein Geld, sagt er. (© Foto: ddp)
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Er hat es gehabt, als er die Konjunkturprogramme auflegte. Er hat es auch gehabt, als die Banken gerettet wurden. Er hat es gehabt, als er die Kurzarbeit in der Industrie finanzierte. Und jüngst hat er auf viel Geld verzichtet, als er den Hoteliers eine unsinnige Senkung der Mehrwertsteuer zuschusterte. Ob der Staat ein bisschen mehr Geld für seine Angestellten hat, ist keine Frage des Könnens, sondern des Wollens und Sollens.
Der Staat sollte: Die Gehälter der Angestellten im Dienst von Bund und Kommunen haben in den vergangenen zehn Jahren deutlich weniger zugelegt als die Löhne in der Bau-, Chemie- oder Metallindustrie (jedenfalls dann, wenn man die Tariflöhne zum Maßstab nimmt).
Heute freilich geht es den Metallarbeitern ziemlich mies, an mehr Geld ist dort gar nicht zu denken und die Gewerkschaft ist glücklich, wenn sie dort Arbeitsplätze retten kann. Sollen die Krankenschwestern und Erzieher in den miesen Zeiten für Metallarbeiter so behandelt werden wie diese, auch wenn dies in deren guten Zeiten nicht so war? Das wäre erstens ein merkwürdiges Gerechtigkeitsverständnis und zweitens ein Konjunkturkiller.
Schon wahr, die Arbeitsplätze beim Staat sind sicherer als in der Metallindustrie. Aber von dieser Sicherheit kann die Krankenschwester auch nicht herunterbeißen. Ein Staat, der Leistung will und motivierte Mitarbeiter braucht, muss dafür auch etwas tun. Drei Prozent wären da ein kleines Zeichen.
Erst im eiskalten Nordschweden endete die Flucht der Familie al-Labwani aus Syrien. Via Internet unterstützt sie von hier aus den Widerstand in der Heimat. Eine Abenteuergeschichte. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/gba)
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Eine Regierung wie ein Juckreiz
Schlechter als erwartet ist derzeit nur eins: Schwarz-Gelb. Merkels Koalition hält nicht einmal dem Vergleich mit Schröders Truppe stand.
Auch DIE ZEIT kommt zu einem ähnlichen Ergebnis!
Es heißt immer: getroffene Hunde bellen.
Das sieht man hier sehr schön bei den offenbar Genannten, die sich ereifern, wenn man lapidar feststellt, dass eben diese nicht am Hungertuche nagen werden, wenn sie keine fünf Prozent Gehaltserhöhung bekommen würden. Bei besagten Müllmänner, Krankenschwestern und Postboten siehts da schon anders aus.
Den Vogel schiesst allerdingt diese Aussage von Ihnen ab: "
Und da fragt sich am Ende jeder, warum der öffentliche Dienst so an Attraktivität verloren hat. Im Augenblick findet eine negativ Selektion statt: die exzellenten Leute gehen alle in die Industrie"
*lutvl*
Sie vergessen offenbar, dass es im Biotop des öffentlichen Dienstes keine Angst vor Entlassungen gibt, wie es seit Hartz IV allgemein der Fall ist. Und die "exellenten" Leute, die "alle" in die Industrie gehen, entspringen offenbar ihrem Wunschdenken. Die werden sich schön hüten, bei den nächsten Massenkündigungen in der Industrie dabei zu sein..... :-)
"Aber diese Gehaltserhöhungen schlagen auch auf diejenigen durch, die es am wenigsten brauchen und verdient haben,.."
schreibt @Viva2, aber ohne Kriterien anzugeben, warum es "höhere Beamten" nicht "brauchen" aber auch nicht verdient habe! Wer entscheidet, ob jemand etwas verdient hat oder nicht? Wenn Staatsanwälte pro Tag 70 Fälle abarbeiten müssen, wenn ein "fauler" Lehrer in seiner Freizeit 150 Klausuren in Deutsch (jede ca 30min) korriegieren muss -- da greift keine Überstundenregelung, wie bei Krankenschwestern oder Polizisten. Stammtischparolen finden oft keine Entsprechung in der Wirklichkeit.
Dadurch, das Beamten keine Streikrecht haben, können die von Verdi ausgehandelten Erhöhungen, immer abgeschwächt und später!
Noch etwas: Verdi hat sich vor ein paar Jahren mit der Einführung des TVöD über den Tisch ziehen lassen: Bestandgarantie für bestehende Angestellte, aber dafür ca 30% Einkommenseinbusen bei Neueinstellungen einfach über neue Eingruppierungsregelungen. Das nennt man dann leistungsorientiere Bezahlung im öffentichen Dienst. Anstelle von 100 werden 70 bezahlt und bei guter Leistung gibt es einen Bonus von 15!
Und da fragt sich am Ende jeder, warum der öffentliche Dienst so an Attraktivität verloren hat. Im Augenblick findet eine negativ Selektion statt: die exzellenten Leute gehen alle in die Industrie. Das gilt für die Verwaltung wie die Universitäten. In 10 Jahren kommt der Katzenjammer.
Bei den Lehrern sehen wir es schon heute: Jahrezehnte wurde auf die "faulen Säcke" eingeschlagen, jetzt wird der Lehrermangel besonders in den Naturwissenschften offensichtlich. Warum wohl?
Warum der öffentliche Dienst für 40 Jahre verfehlte politische Entscheidungen immer den Kopf hinhalten muss, während in den Banken und der Industrie (Opel, Schäffler, Holtzmann, Kohle, Solar) immer die Hand aufhalten für immer neue Subvensionen, die verwalten werden müssen, ist mir nicht klar.
Nach eigener Erfahrung sind es die gleichen Leute, die den Angestellten im öffentlichen Dienst eine Lohnerhöhung verweigern wollen, sich dann aber über zu geringe Servicequalität beschweren.
Ich denke da z. B. an einen solchen "Leistungsträger", der im Krankenhaus allen Mitarbeitern unter die Nase reiben musste, dass er wegen der hohen Personalkosten so viel für seine private Kasse zahlen müsse - aber sich dann auch laufend beklagte, man würde ihm zu wenig Aufmerksamkeit schenken.
haut man eben mal wieder auf die Beamten ein, die in der Masse genausowenig "oben" angesiedelt sind, wie die Angestellten des öffentlichen Dienstes. Sie sind im Gegensatz zu den Angestellten viel mehr der Wilkür desStaates ausgesetzt(Siehe die Beschränkung des Weihnachtsgeldes in Berlin. Das trifft dort eben nur Beamte).
Zum anderen: Der Begriff des Leistungsträgers wird doch benutzt, wie es gerade passt. Für die einen sind es die, die ETWAS leisten, für die anderen jene, die SICH etwas leisten.
Ich jedenfalls möchte mit keiner Krankenschwester tauschen, die ihre Arbeit in einer Palliativ-Station leistet und dafür doch mies bezahlt wird.
Nun, Geld hat der Staat dafür nicht, aber wohl doch für die relativ regelmässigen Diätenerhöhungen jener, die nichts weiter tun als dumm schwätzen, den grössten Quatsch an Reden beklatschen und der Ausplünderung des Volkes regelmässig zustimmen. Wenn man die Hälfte derer einsparte, wäre vielleicht etwas mehr Geld da.
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