Salafismus Salafisten-Prediger Abou-Nagie wegen Sozialbetrugs verurteilt

Prozess gegen salafistischen Prediger ARCHIV - Der Angeklagte Ibrahim Abou-Nagie wartet am 21.01.2016 im Amtsgericht in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf den Beginn seines Prozesses wegen gewerbsmäßigen Betrugs. Der salafistische Prediger soll zu Unrecht 54000 Euro Sozialleistungen bezogen haben. Am Donnerstag wird in Köln das Urteil in dem Prozess verkündet. Foto: Henning Kaiser/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

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Der Mann, der massenhaft deutsche Übersetzungen des Koran verteilen ließ, soll das Sozialamt um etwa 53 000 Euro betrogen haben.

Der Salafisten-Prediger Ibrahim Abou-Nagie ist wegen gewerbsmäßigen Betrugs beim Bezug von Hartz-IV-Leistungen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und einem Monat verurteilt worden. Nach dem Urteil des Amtsgerichts Köln hat Abou-Nagie, der als Initiator der umstrittenen Koran-Verteilaktion "Lies!" für Aufruhr gesorgt hatte, zu Unrecht Sozialleistungen in Höhe von etwa 53 000 Euro bezogen. Er habe mehrere Konten und Nebeneinkünfte verschwiegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Abou-Nagie gilt bei Experten als Hassprediger.

Der 51-Jährige hatte unter anderem Zugriff auf ein Spendenkonto, das nach Überzeugung des Gerichts zum Schein auf den Namen eines Mitangeklagten lief. Dieser Mann wurde freigesprochen. Es sei nicht erwiesen, dass er über den Betrug Bescheid wusste, hieß es im Urteil.

Abou-Nagie erhielt seit 2005 für sich, seine Frau und drei Kinder Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II. Das Urteil des Gerichts bezieht sich auf die Zeit zwischen Februar 2010 und Mai 2012. Im Jahr 2011 organisierte der Salafist die deutschlandweite Koran-Verteilaktion. Finanziert wurde sie durch Spenden von Muslimen.