Sachsen Aufregung um sächsischen Polizeipanzerwagen

Bewaffnete Polizisten des SEK stehen am 15.12.2017 vor dem neuen Panzerwagen 'Survivor R' in Leipzig.

(Foto: dpa)
  • Die sächsische Polizei steht wegen eines Details an ihrem neuen Polizeipanzerwagen "Survivor R" in der Kritik.
  • Auf den Rückenlehnen der Sitze ist ein Symbol aufgestickt, das mit Wappen und altdeutscher Schrift an nationalsozialistische Symbole erinnert.
  • Dem LKA Sachsen zufolge handelt es sich dabei um das interne Logo des sächsischen SEK. Über eine Änderung werde jetzt nachgedacht.

Die sächsische Polizei steht wegen eines neuen Panzerwagens in der Kritik. Grund dafür ist eine Bestickung auf den Sitzen. Auf Fotos ist dort ein Logo zu sehen, das eine Version des Tätigkeitsabzeichens der Spezialeinsatzkräfte darstellt, in dieser Form aber an nationalsozialistische Symbole erinnert. Darüber steht "Spezialeinsatzkommando" in altdeutscher Schrift, wodurch sich der Eindruck noch verstärkt.

Auf die Kritik reagierte das sächsische Innenministerium am Morgen zunächst ebenfalls auf Twitter. Die Schrift sei in dieser Form vom Hersteller geliefert worden. Sie entspreche nicht dem Markenhandbuch; dass sie ein Indiz für eine rechte Einstellung sei, weise man aber entscheiden zurück.

Diese Rechtfertigung wird inzwischen selbst kritisiert. Wenn die Schrift so nicht in Ordnung sei, hätte das Fahrzeug reklamiert werden müssen, schreiben viele Nutzer. Dem Journalisten Enno Lenze zufolge müsste eine Bestickung außerdem extra bestellt und bezahlt werden. Rheinmetall, der Hersteller des Fahrzeugs, möchte den Bestellvorgang nicht kommentieren.

Später am Vormittag äußerte sich das LKA Sachsen genauer. Gegenüber Radio Dresden erklärte Sprecher Tom Bernhardt, das Logo sei seit 1991 das Symbol des sächsischen SEK. Es sei "nur zur internen Verwendung" bestimmt und nicht im Markenhandbuch enthalten. Das Fahrzeug sei inklusive des Logos vollständig nach den Wünschen des Freistaats gebaut worden. Dass die Schriftart auch in der rechten Szene Verwendung findet, sei ihm bekannt - die interne Verwendung des Logos und eine Änderung würden nun diskutiert.

Zwei der Panzerfahrzeuge vom Typ "Survivor R" stehen den sächsischen Spezialeinheiten ab sofort zur Verfügung und sollen bei Amok- oder Terrorlagen zum Einsatz kommen. Nach Angaben des Herstellers ist der "Survivor" 17 Tonnen schwer und gegen Beschuss und Sprengfallen gesichert.