Franz Sedelmayer investierte in den neunziger Jahren in Russland. Die Geschäfte liefen prächtig, bis ihn Boris Jelzin enteignen ließ. Seither kämpft der Bayer um sein Geld und ließ ein Haus in Schweden beschlagnahmen. Der Tipp kam von Putin.
Der Mann lässt Russland einfach nicht in Ruhe. Franz Sedelmayer erzeugt bei den Beamten des Moskauer Präsidialamtes wieder einmal große Unruhe, der Zeitung Kommersant ist er sogar eine Titelgeschichte wert. Wann erlebt man das sonst bei einem Deutschen, der weder Außenminister, Kanzler noch Vorsitzender eines Großkonzerns ist - sondern ein bayerischer Kaufmann aus Irschenhausen. Sedelmayer fordert den größten Flächenstaat der Welt heraus, und die jüngste Runde hat er erst einmal gewonnen.
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Franz Sedelmayer 2006 in seinem Büro, um sich herum Akten und Erinnerungsstücke aus seiner Zeit in Russland.
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In der Nähe von Stockholm hat Franz Sedelmayer jetzt das sechsstöckige Gebäude der russischen Handelsvertretung beschlagnahmen lassen, eine Immobilie im Wert von zwei bis drei Millionen Euro. Russland wehrt sich, ein schwedisches Gericht lehnte die Beschwerde Moskaus jedoch ab.
Das russische Präsidialamt kündigte nun an, den Obersten Gerichtshof in Schweden anzurufen. Moskau argumentiert, das staatliche Gebäude diene hoheitlichen Funktionen und falle daher unter die Immunität. Sedelmayer behauptet, Russland nutze es nur noch zu kommerziellen Zwecken.
Langjähriger Kampf
Hartnäckigkeit trifft auf Zähigkeit - ein ungewöhnlicher juristischer Ringkampf zwischen einem mittelständischen Unternehmer und einer Großmacht. Und das bereits seit vielen Jahren. Der 47 Jahre alte Bayer fühlt sich von Moskau betrogen. "Ich lasse nicht locker, bis ich mein Geld zurückhabe", sagt er. "Ich will mich nicht von einem Staat ausplündern lassen, in den ich investiert habe."
Anfang der neunziger Jahre hatte Sedelmayer in Russland noch prächtige Geschäfte gemacht. Der Betriebswirt gründete in St. Petersburg ein russisch-deutsches Sicherheitsunternehmen, stattete die verarmte russische Miliz mit Uniformen und kugelsicheren Westen aus, besorgte fahrbare Kriminallabore und versteckte Mikrofone. Zu Wladimir Putin hatte er gute Beziehungen, Putin war damals Vizebürgermeister von St. Petersburg, wo Sedelmayers Firmensitz lag. Bis dieser beschlagnahmt wurde.
Präsident Boris Jelzin wollte die für viel Geld umgebaute historische Villa als Residenz nutzen. Als der Deutsche sich das nicht bieten lassen wollte, wurde ihm empfohlen, das Land zu verlassen. Doch Sedelmayer wollte nicht auf sein Geld verzichten. Putin selber, so erzählt es zumindest der Unternehmer, habe ihm einst den Tipp gegeben, es doch über russische Auslandsimmobilien zu versuchen. Und so machte er es auch.
Entschädigung von knapp fünf Millionen Euro
Das internationale Schiedsgericht in Stockholm verurteilte Russland zu einer Entschädigung von knapp fünf Millionen Euro. Seitdem sucht er nach Pfändbarem. Einmal wollte er sich sogar auf einer Ausstellung russische Satellitenmodelle sichern. Bisher hat er von Russland erst eine Million Euro erhalten. Stockholm ist nun ein neuer Anlauf.
"Ich habe ja nichts gegen Russland", sagt Sedelmayer. Der zweifache Familienvater ist mit einer Russin verheiratet, in seiner früheren Wohnung am Starnberger See klebten Erinnerungsfotos aus Russland an der Wand, allerlei Wimpel und Schulterstücke. Vor ein paar Monaten ist er mit seiner Familie nach Südfrankreich gezogen. "Auch wegen des Klimas", sagt er.
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(SZ vom 27.10.2010/mati)
UN-Tourismusorganisation
Aber hallo?
da hat wohl einer was nicht verstanden?
"So ist's halt, wenn der Sozialismus Spuren hinterlässt. "
Das ist KAPITALISMUS!
Einen Sozialismus gab es in Russland noch nie. Die SU war eine Diktatur und den Sozialismus in einer Diktatur gibt es so wenig wie eine es eine Soziale Marktwirtschaft im Kapitalismus gibt.
Das ist Naturgesetz, der Kleine wird vom Großen gefressen, bis er mangels Kleinen verhungert.
Russland schuldet vielen Leuten viel Geld. Ist aber schwierig was zu erhalten.
Die Beschlagnahmungen nehmen zu, zumeist aber geht die Masche dann via Politik (siehe Beschlagnahmung der Bilder aus dem Puschkin-Museum 2005 durch eine Genfer Handelsfirma) "in Ordnung", bzw. der russische Staat erpresst dann regelrecht die Nation des Geschädigten.
So wurde der Swiss der Überflug über russisches Gebiet auf dem Wegnach Asien nicht mehr gestattet, weiter wurde gedroht, sämtliche Schweizer Firmen in Russland zu schliessen.
Nicht vergessen: In Russland kann beispielsweise der Staat jederzeit ein Unternehmen schliessen, denn bereits in Sachen Steuerrecht steht ein Unternehmer in Russland bereits mit einem Bein im Gefängnis.
So dürfte dann auch im Fall Sedelmayer der russische Staat über kurz oder lang als Sieger des Disputs herausgehen. Man ist eben grösser und stärker als Deutschland. Deutschland übrigens sollte sich nicht beklagen, denn Deutschland benützt seinerseits die Grösse und Stärke gegenüber der Schweiz um Gesetze zu brechen und ungehahndet Völkerrecht zu verletzen.
So ist's halt, wenn der Sozialismus Spuren hinterlässt.
Der Mann ist reich! Er hat viel gewonnen und kann es nicht ertragen mal zu verlieren?
Dem seine Sorgen hätte ich gern:
http://leistungsbetrug.blog.de/
Das nennt man Jammern auf hohem Niveau.