Überraschend hat Bundespräsident Horst Köhler seinen Rücktritt erklärt. Ein Hörfunk-Interview zu Afghanistan hatte ihm herbe Kritik eingebracht. Die umstrittene Stelle des Interviews im Wortlaut.
Hintergrund der Rücktrittserklärung von Bundespräsident Horst Köhler sind umstrittene Äußerungen des Staatsoberhaupts über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. In einem Interview von Deutschlandradio Kultur stellte er den Kriegseinsatz in Afghanistan in einen Zusammenhang mit Deutschlands Wirtschaftsinteressen. Später ließ er seine Äußerungen präzisieren.
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Hier Auszüge aus dem Interview vom 22. Mai 2010
"Aus meiner Einschätzung ist es wirklich so: Wir kämpfen dort auch für unsere Sicherheit in Deutschland, wir kämpfen dort im Bündnis mit Alliierten auf der Basis eines Mandats der Vereinten Nationen. Alles das heißt, wir haben Verantwortung. Ich finde es in Ordnung, wenn in Deutschland darüber immer wieder auch skeptisch mit Fragezeichen diskutiert wird. Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg."
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(dpa/gba)
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Für seine Fehler einzustehen ist anständig - nicht nur das Adjektiv wird heute immer seltener gebraucht - immer seltener ist auch ein solches Verhalten zu beobachten. War der Entschluss Horst Köhlers zum Rücktritt daher anständig? Anhaltspunkte dafür, dass Horst Köhler nicht genau wüsste, was er tut, bestehen nicht. Man darf deshalb davon ausgehen, dass die umstrittene Äußerung ganz bewußt so erfolgte, um das Kind beim Namen zu nennen: Es ist ein Krieg um wirtschaftliche Interessen.Die Äußerung ist daher nicht nur mutig, sondern anständig. Nicht der Rücktritt ist daher zu diskutieren, sondern ob man einen Krieg aus wirtschaftlichen Interessen führen darf. Amerika hat sich bereits dafür entschieden - Kanzler Schröder und Außenminister Fischer entschieden sich ausdrücklich dagen. Und Frau Merkel? - Enthält sich jeden Kommentars. Das ist weder mutig, noch anständig.
Da kann ich Donata1 nur zustimmen. Wenn man den Bundespräsidenten falsch verstehen wollte, dann muss man nur sein Interview auf zwei Sätze reduzieren und sich künstlich aufregen. Das lenkt dann meiner Meinung nach von der wirklich wichtigen Frage ab, zum Beispiel wann und zu welchem Zweck man eigentlich die Bundeswehr einsetzen soll. Und was soll in diesem Zusammenhang eigentlich der Bundeswehreinsatz in Afghanistan bewirken?
Das weiß ja doch wohl jedes Kind,
Deutschland am Hindukusch beginnt.
Wer so einen Blödsinn verzapft, ist als Bundespräsident nicht tragbar. Er schmeißt alles durcheinander. Wenn wir dann nicht durchfinden, ist er beleidgt.
Sollen nun selektive Textteile dafür stehen, dass Sie mit Ihren überaus insinuierenden drei? "Artikeln" bisher richtig berichten?
Das ganze Gegenteil ist der Fall. Warum nicht den vollständigen Text?
Weil es dann mit den abstrusen Verdächtigungen, die sich Ihr Bundespräsident nicht mehr zumutet, sein Bewenden hätte?