Reaktion auf Militärübung von USA und Südkorea Nordkorea feuert Kurzstreckenraketen ab

  • Nordkorea reagiert mit Raketentests und Drohungen auf den Beginn einer gemeinsamen Militärübung der USA mit Südkorea.
  • Ein Armeesprecher warnte, die koreanische Halbinsel stehe "am Rande eines Krieges".
  • Bereits in der Vergangenheit hat Nordkorea gereizt auf gemeinsame Manöver der USA und Südkoreas reagiert. Vor zwei Jahren drohte Pjöngjang mit einem Atomangriff.

Nordkorea feuert Kurzstreckenraketen ab

Die Streitkräfte der USA und Südkoreas starten ein gemeinsames Militärmanöver - und wie so oft reagiert Nordkorea mit Raketentests und kriegerischen Tönen. Zwei Kurzstreckenraketen seien von der Westküste Nordkoreas aus in Richtung Japanisches Meer geflogen, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee mit. Die Raketen hätten eine Reichweite von etwa 500 Kilometern gehabt, vermutlich habe es sich um Raketen des Typs Scud gehandelt.

Nordkoreas Volksarmee warnte, die koreanische Halbinsel stehe "am Rande eines Krieges". Auf die "Aggression" könne weder mit Dialog noch mit Frieden reagiert werden, sondern nur mit "gnadenlosen Angriffen".

Bereits am Wochenende hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un den Staatsmedien zufolge die Armee seines Landes angewiesen, sich auf einen Konflikt mit den USA und deren Verbündeten einzustellen. Alle Einheiten der Volksarmee müssten sich "politisch und ideologisch, militärtechnisch und materiell" vollständig auf einen Krieg vorbereiten, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA Kim am Samstag. Das Militär müsse hart trainieren, um das "Sternenbanner in Stücke zu reißen", fügte er demnach unter Hinweis auf die Fahne der USA hinzu.

USA und Südkorea starten fast zweimonatige Übungen

Ungeachtet der Proteste aus Nordkorea begannen die USA und Südkorea wie geplant die fast zweimonatigen Feldübungen unter dem Namen "Foal Eagle" sowie die zwölftägige Kommando-Schulung "Key Resolve". Beide Seiten hatten zuvor Vorwürfe Nordkoreas zurückgewiesen, die jährlichen Frühjahrsübungen dienten der Vorbereitung eines Angriffs.

An den Manövern nehmen nach Berichten südkoreanischer Medien etwa 220 000 Soldaten teil. Die USA haben 28 500 Soldaten in Südkorea zur Abschreckung Nordkoreas stationiert.

Drohungen sind üblich

Es ist nicht unüblich, dass Nordkorea auf amerikanisch-südkoreanische Militärmanöver mit Raketentests und eigenen Manövern antwortet. Immer wieder war es in den vergangenen Jahren zu Spannungen gekommen, wenn die USA und Südkorea umfangreiche Militärübungen abhielten.

Vor zwei Jahren waren die Spannungen auf einen Höhepunkt gestiegen, als Nordkorea angesichts der Manöver mit einem Atomangriff drohte und atomwaffenfähige US-Tarnkappenbomber über die koreanische Halbinsel flogen. Nordkorea drohte damals unter anderem mit einem atomaren Erstschlag.

Im Januar hatte Nordkorea einen vorläufigen Verzicht auf neue Atomwaffentests angeboten, falls die USA ihre Militärmanöver mit Südkorea aussetzen. Washington lehnte das Angebot jedoch als "indirekte Drohung mit einem neuen Atomtest" ab.