Prism-Enthüller Snowden beantragt offiziell Asyl in Russland

Der von den USA gesuchte Edward Snowden hat in Russland offiziell vorläufiges Asyl beantragt. Das bestätigte die zuständige Behörde. Der Prism-Enthüller könnte zudem sogar den Friedensnobelpreis bekommen. Ein schwedischer Professor schlug Snowden vor, "um den Preis von der Schande zu befreien".

Jetzt ist es offiziell: Der Geheimdienstexperte Edward Snowden hat Asyl in Russland beantragt. "Ja, wir haben sein Gesuch erhalten", sagte der Leiter der russischen Migrationsbehörde, Konstantin Romodanowski. Der Antrag werde nun innerhalb von maximal drei Monaten bearbeitet.

Zuvor hatte sein Moskauer Anwalt Anatoli Kutscherena mitgeteilt, dass der 30-jährige US-Bürger Snowden die Formulare ausgefüllt und unterschrieben habe. In den vergangenen Tagen hatte es wiederholt Fragen gegeben, ob Snowden es wirklich ernst meine mit seinem Antrag. Kutscherena hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass der Amerikaner einen formlosen Antrag gestellt habe. Eine Bestätigung hatte es dafür aber nicht gegeben.

Der vorläufige Asylstatus wird nach russischem Recht aus "humanitären Gründen" gewährt, wie aus einer Veröffentlichung der Behörde hervorgeht. Vorläufiges Asyl gilt zunächst für ein Jahr und kann um weitere zwölf Monate verlängert werden, hieß es.

Nobelpreis für Snowden?

Snowden könnte zudem bald eine hohe Ehrung zuteilwerden. Der schwedische Professor Stefan Svallfors hat den Prism-Enthüller für den Nobelpreis vorgeschlagen. Er wird seit 1901 an Menschen und Organisationen verliehen, von denen das Nobelpreis-Komitee in Oslo befindet, dass sie sich besonders um die Friedensarbeit in der Welt verdient gemacht haben.

In einem Brief an das Nobelpreis-Komitee, den Svallfors auf Twitter veröffentlichte, bescheinigt er Snowden "herausragende Verdienste im Kampf für fundamentale Rechte und Freiheiten". Snowden habe einen Beitrag für eine "bessere und sicherere Welt" geleistet.

Svallfors darf offiziellen Vorschlag machen

Soziologie-Professor Svallfors sagte nun auch, die Auszeichnung Snowdens mit dem Friedensnobelpreis könne "den Preis von der Schande befreien, der ihm durch die übereilte und schlecht durchdachte Verleihung an Obama 2009" zuteil wurde, so Svallfors weiter. Das Komitee würde außerdem "den Willen zur Verteidigung von Bürger- und Menschenrechten zeigen, selbst wenn diese Verteidigung der weltweit dominierenden Militärmacht missfalle", heißt es weiter.

Svallfors ist als Soziologie-Professor offiziell berechtigt, Nominierungen für den Friedensnobelpreis einzureichen.

In diesem Jahr wird es allerdings nichts mehr mit einer Ehrung Snowdens, denn Nominierungen müssen bis zum 1. Feburar eines Jahres eingegangen sein. Die Verleihung findet stets am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel statt. Snowden könnte also frühestens 2014 den Preis erhalten. Persönlich wird Snowden den Preis jedoch nicht entgegennehmen können - Norwegen hat sein Asylgesuch bereits abgelehnt.