Der Boom der Piratenpartei geht auch nach der Wahl weiter. Sie lockt Parteiverdrossene mit einer neuen Form der Basisdemokratie: Liquid Democracy.
Eigentlich hätte sich die Piratenpartei nach der Bundestagswahl gleich wieder auflösen können. Nach Meinung der einzigen Jury, die die etablierten Parteien als kompetent durchgehen lassen, haben die Polit-Freibeuter ohnehin keine Chance, langfristig bestehen zu können. Bei dieser Jury handelt es sich allerdings um die etablierten Parteien selbst.
Die Wirkung der Piraten auf die deutsche Politik ist offensichtlich nachhaltiger, als es die etablierten Parteien wahrhaben wollen. Der Mitglieder-Boom ist auch nach der Wahl ungebrochen. (© Foto: dpa)
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Im Wahlkampf straften sie die Piraten zunächst mit Missachtung, dann warnten sie die Wähler, Piratenstimmen seien verlorene Stimmen. Als dennoch zwei Prozent für die Piraten votierten, machten sich die Etablierten daran, deren Wähler zum umgarnen.
Grüne und Sozialdemokraten vertreten hinter vorgehaltener Hand die Auffassung, dass sie sich nur stärker um das Internet kümmern müssten, um den Piraten das Wasser abzugraben. Die FDP profilierte sich in den Koalitionsverhandlungen als Datenschutzpartei und setzte durch, dass die von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) initiierten Netzsperren zum Schutz vor Kinderpornographie ausgesetzt werden. Das Bundeskriminalamt soll kriminelle Inhalte löschen statt sperren - so hatten es auch die Piraten gefordert.
Für heimliche Online-Durchsuchungen ist unter der schwarz-gelben Regierung künftig eine Anordnung der Bundesanwaltschaft nötig. Und bei der Vorratsdatenspeicherung solle die Nutzung der Daten auf schwere Gefahrensituationen beschränkt werden, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU).
Diese Neuregelung geht den Piraten freilich nicht weit genug: "Wir vermissen das Wort Gesetzesrücknahme", heißt es in einer Pressemitteilung. Mit "Einschränkung, Evaluierung und Aufschub" sei es nicht getan. Dennoch hat es den Anschein, als könnten sich die Vorhersagen der Wissenschaft bewahrheiten.
Dieter Rucht, Soziologe vom Wissenschaftszentrum Berlin, sagte gegenüber der Wirtschaftswoche: "Ich gebe ihnen keine große Chance auf dem Markt der politischen Parteien." Auch Wichard Woyke, Politikwissenschaftler an der Universität Münster, sieht die Überlebensfähigkeit der Bewegung kritisch: "Die Piraten haben ein eindimensionales Programm. Wenn es sich weiter nur auf Informationsgesellschaft stützt, lässt sich damit keine Gesamtpolitik machen."
Die Vorhersagen sind finster. Andreas Baum hat trotzdem gute Laune. Der Berliner Landesvorsitzende der Piratenpartei sitzt in einer Kneipe in Berlin-Kreuzberg und unterhält sich. Es ist Dienstag, 19.30 Uhr, der wöchentliche Stammtisch der Berliner Piraten könnte jetzt beginnen, wenn nicht noch immer mehr Menschen in den Raum strömen würden. Etwa 50 sind es am Ende. Ein Drittel von ihnen meldet sich, als Andreas Baum nach Neulingen fragt.
Der Mitglieder-Boom bei den Piraten nimmt kein Ende. Er begann kurz nach der Europawahl, bei der die Piraten in Schweden überraschend auf 7,1 Prozent der Stimmen kamen. In der Bundesgeschäftsstelle registrierte die Partei anschließend im Durchschnitt etwa 70 neue Mitglieder pro Tag. Vor der Bundestagswahl stieg dieser Wert auf etwa 90 Anmeldungen täglich, seit dem 27. September liegt er nach Parteiangaben wieder bei etwa 70.
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Ich möchte einfach mal auf folgende Website hinweisen:
http://demokratie.wikidot.com/
Bei gründlichem Nachdenken über die Inhalte dieser Seiten, könnte vielleicht manches klarer werden. (Doch ohne "Aktion" keine Reaktion / Resultat.)
ist der beschriebene Piratenelan schon verflogen. Bei uns zumindest...
" Jeder Schulamokläufer spielte Killerspiele.
Sie geraten auf die Seite der Politiker, die sie nicht unterstützen wollen.
Es gibt eine sehr große und starke SM Szene, die in extremer weise sehr weit geht. Diese würde ihnen hier vielleicht widersprechen. Gerade in der Szene ist ein gegenseitiges Vertrauen der Partner mehr als notwendig.
Es ist also nicht so einfach, wie es immer aussieht. "
Doch ist es und zwar sehr einfach.
Erstens stimmt es nicht, dass JEDER Schulhofamokläufer sog. Killerspiele spielte.
Zeitens gibt es viele Gründe, warum man diese Spiele spielt.
Sie beeinhalten Action, Spannung und, wenn man so Taktikshooter wie das berüchtigte Counterstrike spielt, viel Taktik.
Aber sie unterstützen nicht ausschließlich einem Trieb, genauso wenig, wie das hier genannte Schach Leute zu kalten Strategen erzieht, die Bauern als Mittel zum Zweck verheizen.
Und ich wette, die SM würde sich sehr wohl dagegen wehren, mit diesen Leuten in einen Topf geworfen zu werden.
Ich habe SM als etwas verstanden, wo es um Hingabe geht. Man gibt die Kontrolle ab, freiwillig. Aber es geht nicht darum, dass am Ende ein Mensch geschändet und ermordet übrigbleibt.
Es ist ein Unterschied, ob ein Film ein Spiel, der reinen Triebabfuhr dient, oder ob man es mit dem bewusst mit dem Kopf erlebt.
Ein Tarrantino zeigt Gewalt auch als etwas ästhetisches, aber in Verbindung mit einer Geschichte und ein Ted Bundy oder Jeffrey Dahmer leiht sich so einen Film nicht aus, um sich einen runterzuholen.
Das ist hier sehr wohl der Fall und man muss nicht vorspulen um Perversion zu sehen.
Sie müssen einen allgemeinen Maßstab für eine Gesellschaft haben, wenn diese entscheiden will. Daher bedarf es einer allgemeinen (gültigen) Begründung. Man kann nicht sagen: Sollen doch Erwachsene immer selbst entscheiden, was sie sehen wollen oder nicht. Z.B. Nazi-Filme sind und beliben verboten, weil Faschismus keine freie Meinungsäusserung ist, sondern ein Verbrechen.
Wenn Freiheit total wird, ohne jede Bindung, wird sie zur Unfreiheit, sie schlägt dann gewissermaßen sofort um (Dialektik). Ich kann nicht sagen: "Jetzt brettere ich mal mit 100 Sachen durch die Tempo 30 Zone, weil es meine Freiheit ist!" Diese begründete Ansicht ist auch keinesfalls dogmatisch. Der Missbrauch der eigenen Freiheit schränkt die Freiheit anderer Personen ein.
Das Problem der allgemeinen Begründung ist ein philosophisches, das z.B: Immanuel Kant durch seinen kategorischen Imperativ zu lösen versuchte: "Handle stets nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich willen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde."
Sie stellen letztendlich die Frage nach einer Letztbegründung für Ethik, deren Beantwortung ganze Bibliotheken füllt.
Gerade das zeigt die Wichtigkeit und Ernsthaftigkeit Ihrer Frage.
Jeder Schulamokläufer spielte Killerspiele.
Sie geraten auf die Seite der Politiker, die sie nicht unterstützen wollen.
Es gibt eine sehr große und starke SM Szene, die in extremer weise sehr weit geht. Diese würde ihnen hier vielleicht widersprechen. Gerade in der Szene ist ein gegenseitiges Vertrauen der Partner mehr als notwendig.
Es ist also nicht so einfach, wie es immer aussieht.
Wenn man so weit ist zu entscheiden, dass solche filme verboten werden, muss man konsequent sein und alle filme, in denen angedeutet wird, dass ein Verbrechen stattfindet auch verbitten. Und spätestens da wird es problematisch.
Ich bin der Meinung, dass es geschmacklos ist. Jedoch darf Geschmacklosigkeit nicht verboten werden.
Dazu kommt, dass nicht jeder, der sich solche Filme anschaut und diese (auch auf sexueller Ebene) mag, ist ein perverser und/oder Verbrecher.
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