Ultrakonservative Freundlichkeit: Ein Jahr nach ihrer Rehabilitierung preist die Pius-Bruderschaft Benedikt XVI. - und verwertet eine päpstliche Steilvorlage.
Vor genau einem Jahr besiegelte eine Unterschrift den größten Ernstfall im Pontifikat von Papst Benedikt XVI. Das Dekret, mit dem am 21. Januar 2009 die Exkommunikation der vier Weihbischöfe der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. aufgehoben wurde, sollte ein "Geschenk des Friedens" sein.
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Prozession von Pius-Brüdern in Fulda im Sommer 2009 (© Foto: ddp)
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Tatsächlich verursachte es gewaltige Turbulenzen. Einer der Bischöfe, der Brite Richard Williamson, offenbarte sich nämlich als Geschichtsrevisionist. Am Umfang der Judenvernichtung meinte er Zweifel anmelden zu müssen.
Exakt am Jahrestag der Rehabilitierung durch den Papst nutzt nun der deutsche Zweig der Bruderschaft die Freude an den neuen Medien, um sich ins rechte Licht zu setzen: Es wurde eine Videobotschaft an den Papst ins Netz gestellt. Damit verwertet man offensiv die päpstliche Steilvorlage.
Beim Empfang für die Glaubenskongregation sprach Benedikt in der vergangenen Woche: Die Kongregation möge dazu beitragen, dass "die lehrmäßigen Probleme überwunden werden, die noch bestehen, sodass sich eine volle Kirchengemeinschaft der Bruderschaft St. Pius erreichen lässt". Das "gemeinsame Zeugnis für den Glauben" sei "Priorität der Kirche zu jeder Zeit".
Der Vatikan setzt also weiterhin auf eine disziplinierende Umarmung. Von den bisher zwei theologischen Gesprächen in Rom wird eine sachliche Atmosphäre überliefert.
Und zumindest die deutsche Sektion der Bruderschaft scheint fest entschlossen zu sein, mit Freundlichkeit zu reagieren, ohne theologisch Abbitte zu leisten. "Danke, Heiliger Vater, danke!", sagt Franz Schmidberger in dem sechseinhalbminütigen Video emphatisch.
Manches Schiefe und Kranke
Der Distriktobere der Pius-Bruderschaft für Deutschland sitzt in einer Bibliothek vor einem Marienbild, das ein Blumenstrauß schmückt, neben einem Kruzifix. Der Text, den er lächelnd abliest, schwankt zwischen Selbstkritik und Beharrung, Heilsoptimismus und Kulturpessimismus.
Schmidberger dankt für die Möglichkeit, dass die Bruderschaft ihre "Bedenken gegen gewisse Aussagen des II. Vatikanischen Konzils und der nachkonziliaren Entwicklung in Ruhe (...) vortragen" darf. Die Kirche nämlich blute heute "aus tausend Wunden", der "Diktatur des Relativismus und der Entchristlichung der Gesellschaft" gelte es Einhalt zu gebieten.
Eine solche Diagnose war oft, fast wortgleich, aus Benedikts Mund zu hören. Dem Eindruck, Papst und Bruderschaft zögen am selben Strang, dient auch ein Zitat aus Benedikts erläuterndem Brief vom 10. März 2009. Schmidberger führt jene Passage an, in der Benedikt vom christlichen Glauben sprach, der zu verlöschen drohe "wie eine Flamme, die keine Nahrung mehr findet".
Überraschende Selbstkritik
Außerdem zitiert er die päpstliche Mahnung, in der Gemeinschaft der 491 Priester und 215 Seminaristen gebe es "neben manchem Schiefen oder Kranken die Liebe zu Christus". Überraschend gesteht Schmidberger "bei uns vorhandene Fehler, Schwächen und Mängel" zu.
Der Name Williamson fällt nicht, wohl aber bedauert er "zutiefst" die Verdunklung des "theologischen, ekklesiologischen und pastoralen Anliegens des Obersten Hirten" aufgrund "einer Äußerung einer der vier Bischöfe" - wobei unklar bleibt, ob das Bedauern mehr den Aussagen Williamsons oder dem, wie es heißt, "Medienspektakel" gilt.
Schließlich beruft der Pater sich auf Johannes Paul II. und fordert wie dieser: "Europa muss wieder christlich werden!"
Fast zeitgleich zur Freundlichkeitsoffensive aus deutschen Landen ließ die französische Nachrichtenagentur der Bruderschaft verlauten: Benedikt XVI. habe in seiner Ansprache in der römischen Synagoge den Eindruck erweckt, Juden und Christen beteten heute zum selben Gott. Eine solche Predigt weiche "von Grund auf von jener der Apostel" ab.
Der Richtungsstreit innerhalb der Bruderschaft dauert also an.
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(SZ vom 21. Januar 2010/odg))
Bildung in Europa
zitat:"Im sogenannten Mittelalter war das noch anders . 1415 zB wurde Jan Hus zusammen mit seinen Schriften verbrannt . Er wollte einfach nicht loslassen von seinen marginal abweichenden Lehren , die aber dem Papsttum überhaupt nicht gefielen."
es mussten nicht einmal eine abweichung von der kk-lehre sein. alleine das übersetzen einzelner bibelstellen in die ortsübliche sprach gab schon gewaltigen stress.
im 12jh fühlte sich die kirche schon allein dadurch provoziert, weil die waldenser bibeltexte in die jeweiligen landessprachen übersetzten.
Zitat :"Alles andere ist Glaubenssache. Die wesentlichsten Fundamente der kirchlichen Lehre sind stimmig. Da ist der Auftrag zur Höherentwicklung, zur Überlagerung von allem Materiellen, eben Irdischen, der daraus folgende Verzicht. Die Überwindung des Begrenzten eben. Alles andere ist notwendige und nicht notwendige Kulisse für die Massen."
Oder : Das auf den Hund gekommene christliche Credo !
Im sogenannten Mittelalter war das noch anders . 1415 zB wurde Jan Hus zusammen mit seinen Schriften verbrannt . Er wollte einfach nicht loslassen von seinen marginal abweichenden Lehren , die aber dem Papsttum überhaupt nicht gefielen .
Ob man dammals Ihnen , lieber Ca-Canaris , die Ehre des Scheiterhaufens gegeben hätte , bezweifle ich . Zu wirres ungefährliches Zeug . Vielleicht Irrenhaus ...
Wie der Artikel zutreffend darstellt darf sich Schmidberger mit derartigen Allgemeinplätzchen eins fühlen mit Herrn Ratzinger, der übrigens unbeirrt seinen Kurs des Appeasements gegenüber seinen `Ultras` fortsetzt, indem er den Erzbischof von Mechelen-Brüssel, gewissermaßen als Zeichen, aus ihren Reihen rekrutiert. Diese Kirche wird eines Tages sehr christlich sein, aber auch sehr klein. Der dann verbliebene `harte Kern` braucht sich über Teilhabe an der Gesellschaft keine Gedanken mehr machen, weil er sich dieser entzogen hat.
... und kommt selbstverständlich in die Hölle. Er wacht auf, und alles ist wunder-, wunderschön: Er liegt am Strand, die Sonne scheint, eine nette Bedienung bringt kühle Getränke, abends gibt es ein mehrgängiges Dinner und danach legt er sich in ein komfortables Bett. Am nächsten Tag geht der Atheist spazieren. Hinter einem Hügel entdeckt er ein furchtbares Inferno: In einem Schwefelsee werden schreiende Menschen gargekocht. Der Atheist ist ein wenig irritiert und zieht sich in seinen Liegestuhl am Strand zurück, wo ihm sein Gastgeber, ein hinkender Mann mit Pferdefuß, einen gut gemixten Tequila Sunrise serviert. Der Atheist fragt ihn, was es mit den armen Menschen im Schwefelbad auf sich habe. Tja, antwortet der Hinkefuß, uns gefällt das auch nicht, aber die Christen wollen es nicht anders.
zitat:"Hallo filus, da wäre anzufügen, ob Sie es wagen, kritische Fragen einigen zu Gewalt neigenden Islamoberen und ihren Anhängern zu stellen, da Sie es doch beim Vatikan tun?"
warum diese frage an filus? es geht in dem artikel und in diesem forum um die katholische kirche und nicht um den islam. wenn ich den fussballschiedsrichter kritisiere, muss ich in gleichem atemzug auch den handballschiri in die mangel nehmen? der gerechtigkeit wegen?
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