Wenn Gespräche nicht möglich sind, muss man zu Zeichensprache greifen. Die Übung der USA und Südkoreas im Japanischen Meer ist ein Signal - nun muss Pjöngjang das Zeichen verstehen.
Ohne eine gemeinsame Sprache ist Kommunikation schwierig - es bleiben nur Zeichen, in der Hoffnung, dass wenigstens die verstanden werden. Ein Flugzeugträger, 200 Kampfjets und 20 Kriegsschiffe sind eine klare Botschaft, die sich selbst den erratischen Machthabern in Nordkorea erschließen dürfte. Darauf deutet das Propagandageheul hin, mit dem sie auf das Seemanöver der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte reagieren.
Anzeige
Zwar ist die Gefahr von Missverständnissen groß, wenn man sich derartig martialischer Signale bedienen muss. In den Gewässern vor der koreanischen Halbinsel könnte daraus schnell eine gefährliche Situation erwachsen.
Die USA und Südkorea haben das Manöver deshalb bewusst so geplant, dass es nicht als Vorbereitung eines Angriffs oder als übermäßig provokativer Akt gelten kann. So verlegten sie die Übung - vor allem aus Rücksicht auf China - vom sensiblen Gelben Meer in die Japanische See. Es bleibt die Demonstration von Stärke und Entschlossenheit.
China hat verhindert, dass der UN-Sicherheitsrat mit einer klaren Warnung an Nordkorea auf die Versenkung der südkoreanischen Korvette Cheonan antworten konnte. In Pjöngjang wurde dieser Zug als "großer diplomatischer Sieg" interpretiert.
Den USA blieb danach wenig übrig, um klarzustellen, dass weder sie noch Südkorea mit militärischen Provokationen zu erpressen sein würden. Nein, sogenannte Friedensgespräche zu vom Norden diktierten Konditionen wird es nicht geben. Wenn China an einer Deeskalation interessiert ist, sollte es Pjöngjang dazu drängen, endlich den Boykott der Sechs-Parteien-Gespräche aufzugeben.
- Trotz Kriegsdrohungen USA und Südkorea beginnen Manöver 25.07.2010
- Militärübung von USA und Südkorea Nordkorea droht mit Krieg 25.07.2010
- Spannungen: Nord- und Südkorea Ein Torpedo, 46 Tote und viele Fragen 22.07.2010
- Konflikt in Korea Ein Krieg und kein Ende 23.11.2010
- Google Doodle: Mark Twain Von der Gier nach Macht und Geld 30.11.2011
- USA Fast 18 Jahre Haft für deutschen Kinderschänder 29.11.2011
- US-Pay-TV am Scheideweg HBO kämpft mit der Internet-Konkurrenz 29.11.2011
(SZ vom 26.07.2010/bavo)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Da unten brennt die Luft und keiner merkt es so richtig. Einige Leser schreiben,es gibt keine richtigen Beweise fuer das Verschulden bei der Versenkung des Suedkoreanischen Schiffes. Das weiss hier so gut wie niemand,weil man dazu ein Marineexperte sein muesste und auch an der Untersuchung der Beweismittel seinen Zugang gehabt haben muesste.Das China sich vor Nordkorea stellt hat viele Gruende,aber gerne macht man das dort nicht,zu offt hat Nordkorea China veraergert. Man kann hoffen das dort die beteiligten die Nerven behalten,egal wer.
"China hat verhindert, dass der UN-Sicherheitsrat mit einer klaren Warnung an Nordkorea auf die Versenkung der südkoreanischen Korvette Cheonan antworten konnte."
- Warum sollte der "UN-Sicherheitsrat" eine Warnung an Nordkorea aussprechen? Es gibt für die Versenkung der Korvette durch Nordkorea keinen einzigen Beweis, einiges spricht für etwas selbstgemachtet. Wer profitiert? Nur die USA, das Stützpunktabkommen der USA mit Japan wurde verlängert, gegen den Widerstand der Bevölkerung. Deshalb ist der Hauptverdächtige in meinen Augen die USA!
...das Manöver trägt auf jeden Fall nicht zur Entspannung der Situation bei.
Es sei denn man möchte Krieg mit China und das kann ich nicht Glauben! Zumindest zur Zeit nicht. Würde Nordkorea angegriffen und Truppen würden einrücken (ähnlich der Beistandsklauseln USA-Israel), würde ab einer genauen Grenze chinesische Truppen in das Geschehen eingreifen. Bis lang versucht man China in Afrika das Wasser abzugraben und den Einfluss des Westen mit Oberkommandos zu festigen, sodass man davon ausgehen kann, das es in den von China dominierten Ländern zu „Umbildungen der Regierungen“ kommen wird. Ich vermute, dass bald verdeckt um Rohstoffe gerungen wird!
und ein bisschen rumfuchteln ist schon ok.
Nordkorea ist bald am Ende und was das heisst, erschreckt sogar die Chinesen. Denn dieses Ende bedeutet Chaos, riesige Völkerwanderung, Hunger, unkontrollierbare Raubritter à la Tschetschenien, etc. etc.
So gibt es zwei Varianten (und die Chinesen haben den Zusammenbruch Osteuropas und Russland genau studiert):
1. Man führt eine Liberalisierung à la China ein (Ein-Parteien-Wirtschaft zusammen mit China; was die Chinesen klar bevorzugen, allerdings hat Nordkorea niemals das Potential und der Erfolg ist alles andere als sicher, was wiederum Unruhen mit sich bringt) oder
2. Man verbindet die beiden Korea wieder mit einander (Südkoreanischer Vorschlag, unterstützt von den USA). Das würde Südkorea vor eine grosse Herausforderung stellen, doch wäre es erfolgversprechender. Allerdings nicht unbedingt im Sinne von China, da ein vereinigtes Korea eine enorme wirtschaftliche Konkurrenz für China darstellt.
Insofern wird der Status Quo von beiden Seiten so lange als möglich beibehalten. Und zwischendrinn halt mit ein bisschen Kriegspielen "versüsst". Man zeigt Präsenz, ein Marketing-Instrument. Und die USA können China nebenbei noch zeigen, was sie noch selbst herstellen können...