"Was hier geschah, ist überall möglich": Der Triumph bei den Kommunalwahlen lässt den Rechtspopulisten Geert Wilders auf einen Sieg bei den Parlamentswahlen hoffen.
Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat auf seinem Weg zur Beteiligung an der politischen Macht im Land bei Kommunalwahlen erheblichen Auftrieb bekommen.
"Was in Den Haag und Almere geschah, ist überall in den Niederlanden möglich": Rechtspopulist Geert Wilders rechnet mit einem Erfolg bei den Parlamentswahlen. (© Foto: AP)
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In Den Haag, dem Sitz der Regierung, wurde seine Partei für die Freiheit (PVV) zweitstärkste politische Kraft nach der sozialdemokratischen Partei der Arbeit (PvdA). In der Stadt Almere verwies die PVV, die vor allem mit ausländerfeindlichen Parolen angetreten war, nach dem vorläufigen Endergebnis mit 21,6 Prozent der Stimmen alle anderen Parteien auf die Plätze.
Als zweitstärkste Kraft kamen die Sozialdemokraten hier auf 17,6 Prozent. Die PVV trat nur in den beiden Städten Den Haag und Almere an, wo sie bei den Europawahlen im vergangenen Sommer besonders gut abgeschnitten hatte. "Was in Den Haag und Almere geschah, ist überall in den Niederlanden möglich", sagte Wilders mit Blick auf die vorgezogenen Parlamentswahlen am 9. Juni.
Ziel der Freiheitspartei sei es, dabei stärkste politische Kraft des Landes zu werden. "Wir werden die Niederlande zurückerobern von der linken Elite, die immer noch an den Islam, an Multikulti, an den Unsinn von Entwicklungshilfe und den europäischen Superstaat glaubt", rief Wilders jubelnden Anhängern in Almere zu. Ungeachtet ihrer Erfolge blieb die PVV aber hinter den vorausgesagten 30 Prozent der Stimmen in diesen Städten zurück.
Der christdemokratische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende, dessen Partei ähnlich wie die Sozialdemokraten teils erhebliche Verluste hinnehmen musste, gratulierte den Wahlsiegern. Dazu zählen neben der Wilders-Partei unterschiedlich stark auch die rechtsliberale VVD sowie die linksliberale D66 und die linke Umweltpartei GroenLinks.
Beobachter werteten die Kommunalwahlen zu 394 Gemeinderäten vor allem als Indikator für die Neuwahlen des Parlaments, die durch den Zusammenbruch der christlich-sozialdemokratischen Regierungskoalition in Den Haag vor zwei Wochen nötig geworden sind.
Daher wurde einer Umfrage am Rande der Kommunalwahlen im Auftrag des öffentlich-rechtlich Fernsehens mit Blick auf die Parlamentswahlen am 9. Juni stark beachtet. Sie wies die Partei für die Freiheit mit voraussichtlich 24 Mandaten im 150 Sitze umfassenden Parlament als künftig drittstärkste politische Kraft der Niederlande aus.
Trotz Verlusten blieben Balkenendes Christdemokraten mit 29 Mandaten (statt bislang 41) stärkste Partei, gefolgt von den Sozialdemokraten mit 27 (statt 33) Sitzen. Balkenende äußerte sich zu einer Zusammenarbeit mit Wilders zwar skeptisch, wollte dies aber auch nicht ausschließen.
Wilders hofft unterdessen auf eine noch besseres Abschneiden seiner Einmann-Partei und verwies auf eine Umfrage des privaten Instituts Maurice de Hond, bei der die PVV besser abschnitt.
Kopftuchverbot und frühe Rente
"Wir werden am 9. Juni die größte Partei der Niederlande", sagte er. Zu den den Wahlkampfforderungen der Wilders-Partei gehörte ein Kopftuchverbot in allen Behörden und sämtlichen staatlich geförderten Einrichtungen.
Kopftücher kennzeichneten die Unterdrückung von Frauen in islamischen Gesellschaften, erklärte der Rechtspopulist. Wilders verlangte auch ein rückhaltloses Vorgehen der Polizei gegen jugendliche Randalierer aus Immigrantenkreisen, die er als "marokkanische Straßenterroristen" bezeichnet.
Außerdem versprach die PVV, sich für die Beibehaltung der Rente mit 65 statt erst mit 67 Jahren stark zu machen. Bei Befragungen gab fast die Hälfte der Wilders-Wähler an, mit der Stimmabgabe gegen soziale Folgen der Wirtschaftskrise, Probleme bei der Ausländerintegration und eine zunehmende Kriminalität protestieren zu wollen.
Zur Teilnahme an den Kommunalwahlen für rund 8700 Sitze in den Gemeinderäten waren 12,2 Millionen Niederländer aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 56 Prozent und damit leicht unter der bei den Gemeinderatswahlen vor vier Jahren. In manchen Orten, darunter am Regierungssitz Den Haag, bewarben sich bis zu 20 Parteien.
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(dpa/AFP/woja/plin)
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"Betreffs 16.47 h / 18.01 h."
Danke für den Beistand, ich hatte mir selber eine Antwort gespart, weil es so mühsam ist, wenn Donny sich absichtlich begriffstutzig stellt.
Sooo viel Langeweile habe' ich auch wieder nicht. ;-)
dww
Sie schrieben u.a.
"Weder die Franzosen, die sich gerade sehr intensiv des Themas annehmen, noch die Niederländer haben Ihr historisches Problem zu bearbeiten. Warum auch?"
und scheinen nichts von der üblen kolonialen Vergangenheit dieser beiden Länder zu wissen!
Diese koloniale Vergangenheit ist aber der Hauptgrund dafür, dass es in beiden Ländern allzu viele "farbige" Menschen -egal welchen Glaubens- gibt, die mit holländischen bzw. französischen Passports ausgestattet und deshalb BÜRGER dieser Länder sind!
Rassisten sind übrigens recht oft ebenfalls keine "geborenen" Bürger der Länder, in denen sie sich durch Fremdenhass gegen andere beliebt machen und zu Macht und Einfluss kommen wollen; WILDERS ist dafür dass beste Beispiel!
Hier schrieb jemand, dass
weder die Franzosen, die sich gerade sehr intensiv des Themas annehmen, noch die Niederländer unser historisches Problem zu bearbeiten hätten und deshalb wohl auch unbefangener mit den Themen umgehen könnten/dürften , für die Wilders steht.
Dazu ist zu sagen, dass das zwar stimmt, die o.g. Länder aber durchaus auch ihre schlimme Historie haben und üble Kolonialmächte waren. Schon von daher ist das o.g. eine Art "Ausrede", bzw. eine Pseudolegitimation für xenophobisches Verhalten.
Bei WILDERs handelt es sich nicht "blos" um einen Demagogen, sondern um einen extremen RASSISTEN!
Hitler was auch so einer, Lieberman, Israels derzeitiger Aussenminister, ist so einer, um nur zwei Namen zu nennen, die sowohl die ideologische Spannweite des Rassismus als auch dessen extreme Folgen!
Die eher dümmliche Bezeichnung "Rechtspopulist", der sich unsere Medien unisone bedienen, zielt -möglicherweise absichtlich- am KERN des eigentlichen Übels vorbei!
Vermutlich verschwindet auch dieser Beitrag im inzwischen ziemlich überfüllten SZ-Orkus, WEIL das Grundrecht der Freien Meinung besonders in Deutschland längst einer verqueren, neu-deutschen Staatsraison geopfert wurde!
@ Donata 1schrieb: "Weder die Franzosen, die sich gerade sehr intensiv des Themas annehmen, noch die Niederländer haben Ihr historisches Problem zu bearbeiten. Warum auch? "
Nun, sie haben zwar nicht unser historisches und immer noch ratlos vor Trauer machendes Problem zu bearbeiten, was aber nicht heißt, dass nicht auch sie so ihren Dreck am Stecken haben und schlimme Kolonialiser waren, einhergehend mit übler Menchenverachtung und -quälerei.
Genau das müsste sie eigentlich sensiblisiert haben gegenüber Menschen aus anderen Ländern.
Sehr enttäuschend, was da abgeht in den Niederlanden!
Paging