Nahost-Konflikt: Protest für Palästina Israel nimmt 124 Aktivisten fest

Israelische Sicherheitskräfte haben auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv 124 Aktivisten festgenommen - darunter auch zwölf Deutsche. Israel betrachtet die Besucher als "pro-palästinensische Radikale" - und konnte doch nicht verhindern, dass einige in das Land gelangten.

Israelische Sicherheitskräfte haben auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv mindestens zwölf pro-palästinensische Aktivisten aus Deutschland festgenommen. Die Männer und Frauen säßen jetzt in Abschiebehaft, sagte ein Mitglied der Gruppe, das nicht festgenommen wurde, der Nachrichtenagentur dpa. Wie eine Sprecherin der Einwanderungsbehörde am Samstag sagte, verweigerte die Polizei am Flughafen von Tel Aviv insgesamt 124 Menschen die Einreise und nahm sie fest. Sie warten in israelischen Gefängnissen auf ihre Abschiebung.

Die meisten der festgesetzten Aktivisten waren demnach Franzosen, weitere kamen aus den USA, Belgien, Bulgarien, Spanien und den Niederlanden. Sie wurden den Angaben zufolge in verschiedene israelische Gefängnisse gebracht, weil die Haftanstalt am Flughafen Ben Gurion bereits überfüllt war. Nach Angaben der Behördensprecherin sollen sie zurückgeschickt werden, sobald es Flugzeuge mit freien Plätzen gibt.

50 bis 100 Aktivisten aus Europa und den USA sei die Einreise geglückt, sagte der Sprecher der Initiative "Willkommen in Palästina", Fadi Kattan. Die Initiative mehrerer nichtstaatlicher Organisationen hat ausländische Besucher ins Westjordanland eingeladen, damit sie sich ein eigenes Bild vom Leben der Palästinenser unter israelischer Besatzung machen können. Allerdings haben die Organisatoren auch Proteste gegen die israelische Sperranlage zum Westjordanland sowie Siedlungen geplant.

Israel betrachtet die Besucher als "pro-palästinensische Radikale", die Ruhe und Ordnung stören wollen. Mit einer Schwarzen Liste sowie einem Großaufgebot an Sicherheitskräften war es Israel gelungen, mehr als 300 Aktivisten an der Einreise zu hindern.

Das israelische Innenministerium hatte zuvor europäischen Fluggesellschaften wie der Lufthansa eine Schwarze Liste mit den Namen von 342 Personen überreicht, denen die Einreise in Israel verweigert werde.