Umstrittene Äußerungen von Ludwig Brandenburger CDU-Chefin gibt Ämter auf

Saskia Ludwig griff in einer rechtspopulistischen Zeitschrift Landesregierung und Presse scharf an. Jetzt entzieht die CDU-Fraktion in Brandenburg der Fraktions- und Parteivorsitzenden das Vertrauen. Einer Absetzung kommt Ludwig jedoch zuvor.

Erneuter Führungswechsel bei der Brandenburger CDU: Saskia Ludwig ist nach parteiinterner Kritik nach nur zwei Jahren von ihren Ämtern zurückgetreten. Die Fraktions- und Parteivorsitzende der Brandenburger CDU kam damit ihrer Fraktion zuvor, die ihr bereits das Vertrauen entzogen hatte.

Sie hat sich in der Junge Freiheit erst mit der Landesregierung und der brandenburgischen Presse angelegt, und schließlich auch mit der eigenen Fraktion: Saskia Ludwig tritt als Brandenburger CDU-Chefin zurück.

(Foto: Nestor Bachmann/dpa)

Zuletzt hatte Ludwig in einem Artikel in der rechtspopulistischen Zeitschrift Junge Freiheit die rot-rote Landesregierung scharf angegriffen und der brandenburgischen Presse vorgeworfen, "Order aus der SPD-Staatskanzlei" zu bedienen. Sie verteidigte das mit ihrem Recht auf Meinungsfreiheit. Bereits zuvor hatte Ludwig mehrmals in dem Blatt veröffentlicht. Nach Informationen der Märkischen Allgemeinen habe es wiederholt Gespräche gegeben, um "ihr Weltbild gerade zu rücken" - jedoch ohne Erfolg.

Ludwig wollte sich nicht öffentlich zu ihrem Rücktritt äußern. Stattdessen informierten der Parlamentarische Geschäftsführer Ingo Senftleben und Vizefraktionschef Dieter Dombrowski über die Vorgänge in der Fraktion.

Der 44-Jährigen war der Rücktritt in den vergangenen Tagen offenbar von mehreren Seiten nahegelegt worden. Es wurde befürchtet, dass mit ihrer Person an der Spitze der Fraktion eine Koalition mit der SPD nach der Landtagswahl unmöglich wäre. Dombrowski gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge als Fraktionschef.