Mit deutlicher Mehrheit bekennt sich die CDU auf ihrem Leipziger Parteitag zum Mindestlohn. Doch das Wort selbst ist bei den Konservativen mit so vielen Emotionen belastet, dass es in dem Beschluss gar nicht vorkommt. Aus der Einigung kann jeder das herauslesen, was er will. Und genau das ist das Problem.
Der November ist der Monat des Nebels, insofern passt der Beschluss der CDU zum Mindestlohn ganz gut zur Jahreszeit. Das also ist die Prosa, auf die sich die Partei in Leipzig geeinigt hat: "Die Lohnuntergrenze wird durch eine Kommission der Tarifpartner festgelegt und soll sich an den für allgemein verbindlich erklärten tariflich vereinbarten Lohnuntergrenzen orientieren."
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Delegierte beim 24. Bundesparteitag der CDU in Leipzig: Vielleicht war das Thema Mindestlohn ein Thema zu viel für die Konservativen. (© dapd)
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Orientieren? Und was für eine Kommission? Wer behauptet, diese Aussage zu verstehen, der flunkert wahrscheinlich. Angenommen werden darf, dass Angela Merkel und die Flügel der Partei mit Bedacht Zuflucht in solchen Schwaden gesucht haben.
Vielleicht hält die Parteivorsitzende einen Mindestlohn ja wirklich für notwendig. Vielleicht glaubt sie, nur mit diesem Instrument jene Zustände beenden zu können, dass Menschen zwar 35 oder 40 Stunden in der Woche arbeiten, aber trotzdem auf Hartz IV angewiesen sind. Aber selbst wenn dies ihre Meinung sein sollte - in Leipzig ging es ihr um dringendere und höhere Dinge: die Christlich Demokratische Union zusammenzuhalten. Die Partei hat in den vergangenen Wochen ja weniger eine Fachdebatte über den Mindestlohn geführt.
Gerade für die Konservativen war dieses Thema das eine Thema zu viel: Ihre Partei hat die Wehrpflicht abgeschafft, die Atomenergie aufgegeben und die Hauptschule zur Disposition gestellt. Und jetzt soll auch noch der Mindestlohn eingeführt werden. Irgendwann reicht's.
Der Nebel-Beschluss hatte den Zweck, eine offene Auseinandersetzung der Flügel in Leipzig zu verhindern. Es mussten Formulierungen her, die beide Seiten ruhigstellen; damit auch das böswilligste Medium keine Schlagzeile à la "Mindestlohn spaltet die Union" basteln kann. Deswegen kommt das mit so vielen Emotionen belastete Wort "Mindestlohn" in der Einigung auch nicht vor. "Lohnuntergrenze", das muss reichen.
Lohnuntergrenze - Singular, nicht Plural
Die Debatte darüber ist in der CDU nun nicht beendet. Im Gegenteil, jetzt beginnt der Kampf um die Deutungshoheit über den Nebel-Beschluss. Lohnuntergrenze, das ist Singular, nicht Plural. Hat die CDU also womöglich exakt das beschlossen, was der Wirtschaftsflügel immer ablehnte: einen allgemeinen, sämtliche Branchen und Regionen abdeckenden Mindestlohn (auch wenn der nicht so heißt)?
Und wenn der sich an bestehenden, für allgemein verbindlich erklärten Lohnuntergrenzen "orientieren" soll - ist das so zu verstehen, dass am Ende mehr als 7,89 Euro herauskommen werden, der Betrag, der für die Zeitarbeiter gilt und den die Sozialpolitiker ursprünglich anstrebten? In knapp einem Dutzend Branchen gibt es bereits einen allgemein verbindlichen Mindestlohn. Der in der Zeitarbeit gehört zu den niedrigsten, während er am Bau 13 Euro beträgt.
Seit Jahren kämpfen Arbeitnehmervertreter für einen Mindestlohn. Sie dürften sich die Bewertung von Verdi-Chef Frank Bsirske zu eigen machen. Demnach ist der CDU-Beschluss: "ein Schrittchen nach vorn".
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(SZ vom 15.11.2011/hai)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Und wieder wurde seitens der Kanzlerin nur taktisch gehandelt,keine Lösung für Geringverdiener und Ausgebeutete in unserem Land,20 andere Euro- Staaten habe einen gesetzlichen Mindestlohn,bei uns wird es den Gewerkschaften und welch Hohn auch den Arbeitgebern überlassen.Das Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Institut hat einen sehr gute Lösung vorgeschlagen,wäre aber auch zu einfach gewesen.
Hauptsache Angela hat noch rechtzeitig miese Parteitagsstimmung vermieden,wie das immer wieder mit leerem Gerede funktioniert überrascht mich auch immer wieder.
Jetzt signalisiert auch der Wirtschaftsflügel der CDU Zustimmung für einen Mindestlohn:
http://www.der-postillon.com/2011/11/cdu-wirtschaftsflugel-signalisiert.html
Merkel interessiert sich nicht für das Land, nicht für die Menschen, nicht für Europa und nicht für die eigene Partei.
Merkel interessiert sich nur für eins: Den eigenen Machterhalt.
Und diese ehemalige Partei, genannt CDU, ehemals erwachsene, ernstzunehmende Menschen ( und Männer ) lassen sich von dieser Tante am Nasenring durch die Manege führen und merken nicht, wie sie nur benutzt werden.
Alle Gegner weggemobbt, zum Bundespräsident gemacht, usw.
Ich weiß nicht, ob es mit den Quotenfrauen in Chefetagen wirklich eine gute Idee ist.
Merkel und v.d.Leyen sind beste Beispiele dafür, wie Frauen sich in Führungspositionen verhalten.
Aber man soll nicht verallgemeinern, hier handelt es sich sicher nur um das Totalversagen dieser zwei Frauen.
"Wieso ...
hat eigentlich Rot-Grün zu ihrer Regierungszeit keinen Mindestlohn eingeführt? Eine ernstgemeinte Frage.
Da Sie eine ernst gemeinte Frage gestellt haben, möchte ich Sie Ihnen beantworten:
Rot/Grün ist seit 6 Jahren Vergangenheit. Damals hat sich keiner ausmalen können, wie schamlos Industrie, Mittelstand und Handwerk in voller Unterstützung der Statistikfälscherin v.d.Leyen und der Kanzlerin die mit der Agenda 2010 geschaffenen "Ausnahmeregelung" ausnutzt, um sie zu Regelarbeitsverhältnissen zu machen.
Zeitarbeit, prekäre Arbeitsverhältnisse, befristete, schlecht bezahlte Jobs, Praktika etc. alles Instrumente, die bei Spitzenbelastungen den Arbeitsmarkt flexibler machen sollten und doch nur missbraucht wurden, um millionen Menschen die Löhne zu drücken, Sozialleistungen zu kürzen , und, und, und..
Aus dieser Situation heraus ist es ein Gebot der Stunde, dies nach unten zu begrenzen. Und zwar nicht diese weichgespülte Kanzlerinnenversion.
Wie bei allem was Merkel sagt, ist immer alles und nichts möglich, sie hat keinen Standpunkt, keine Meinung, keine Ahnung und wird sich am Ende wieder dem mainstream anschließen, um zu sagen, das war doch schon immer meine Meinung. Beispiele für diese Haltung gibt es jede Menge.
Wenn Sie gegen den flächendeckenden, einheitlichen Mindestlohn sind, vergessen Sie bitte nicht, dass wir Alle, die Steuerzahler, mit unserem Geld das Lohndumping finanzieren. Jeder Euro, den die Unternehmen an zusätzlichen Gewinnen einstreichen, weil sie ihre Mitarbeiter zu schlecht bezahlen, legen wir aus unseren Steuern drauf, um diese Menschen bis zum Existenzminimum aufzustocken.
Die Verweigerung eines anständigen Lohnes durch die CDU/CSU FDP ist nicht anderes als die Umverteilung von Steuergeldern in die Taschen der Unternehmen.
Schauen Sie sich die Gewinnentwicklung und dann die Lohnentwicklung an. Damit ist jede Frage beantwortet.
Auch wenn Rot/Grün die Voraussetzungen damals geschaffen hat, ist es doch die CDU, die seitdem dies schamlos ausnutzt und sich nicht zu schade ist, dies dann Rot/Grün in die Schuhe zu schieben.
So wie Sie fragen, warum Rot/grün den Mindestlohn nicht geschaffen hat, kann ich fragen, warum die CDU nicht die menschenverachtenden Regelungen der Agenda 2010 wieder abschafft. Dann wäre kein Mindestlohn nötig.
hat eigentlich Rot-Grün zu ihrer Regierungszeit keinen Mindestlohn eingeführt? Eine ernstgemeinte Frage.
Paging