Klaus Ernst, designierter Linken-Chef, über die künftige Rolle von Lafontaine - und warum er die Handynummer von SPD-Chef Gabriel nicht braucht.
SZ: Herr Ernst, haben Sie sich schon die Telefonnummer von Sigmar Gabriel herausgesucht?
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Klaus Ernst: (© Foto: ddp)
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Klaus Ernst: Nein, habe ich noch nicht. Im Übrigen sind die Spekulation, dass wir unseren Kurs gegenüber der SPD ändern, Unfug. Das will niemand in unserer Partei. Unser Kurs gegenüber der SPD hat die SPD verändert. Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir das nun ändern würden, nur weil wir eine neue Führung haben. Wir werden bei unseren Positionen bleiben, und so dazu beitragen, dass die SPD weiter auf den Pfad der Tugend kommt. Wenn das eintritt, sind wir bereit für Koalitionen.
SZ: Jetzt freut sich die SPD erst einmal auf Ihre Stimmenverluste ohne Oskar Lafontaine an der Spitze. Zu Recht?
Ernst: Die Linke ist in Deutschland angekommen. Wir haben zwölf Prozent bei den Bundestagswahlen erreicht. Jetzt kommt es darauf an, dass wir unsere Programmatik beibehalten. Das Wichtigste ist die Programmatik, dann kommen die Köpfe. Lafontaine stand in hervorragender Weise für beides. Da müssen wir uns erst noch beweisen. Es kann gelingen; aber es wird schwierig.
SZ: Wird Lafontaine nun zu einem Über-Vorsitzenden?
Ernst: Oskar Lafontaine wird sich hoffentlich sehr engagiert in die Programmdebatte einbringen, und er wird sich sicher auch zu Vorgängen in der Partei äußern, wenn er es für notwendig hält. Das finde ich auch absolut richtig, und ich hoffe, dass er mir als Freund und Berater weiterhin zur Verfügung steht.
SZ: Trotz anderer Pläne bleibt es nun bei einer Ost-West-Doppelspitze. Klappt die Vereinigung nicht?
Ernst: Wir haben noch sehr unterschiedliche Biografien und Kulturen. Beide müssen in der Führung vertreten sein, damit wirklich niemand den Eindruck gewinnt, wir richten uns nur nach der einen oder anderen Erfahrung.
SZ: Die Kommunistin Sahra Wagenknecht soll Vize-Vorsitzende werden. Zurück zu den marxistischen Wurzeln?
Ernst: Das wird Sie vielleicht überraschen, aber der Marxismus als Denkschule oder wirtschaftspolitische Theorie ist mir nicht fremd.
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(SZ vom 27.01.2010/bica)
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SPD Vizesprecher Niels Annen sagte einen Tag nach Lafontaines Abgang, er halte nun eine Koalition der SPD mit der Linkspartei auf Bundesebene für möglich.
Herr Niels Annen hat, glaube ich aus der Geschichte nichts gelernt!!!
Schon wieder!? Es gab doch schon mal so eine Vereinigung, bei der KPD und SPD zur SED zusammengingen, angeblich unter Zwang. Jetzt läuft wohl alles auf eine freiwillige Wiederholung der Geschichte raus. Sozialisten sind halt nicht lernfähig.
Das Bestreben der LINKEN ist: "fressen" der SPD um dann ein sozialistische Einheitsbrei-Partei zu gründen.
Wir brauchen keinen DDR-Aufguss. Deutschland braucht eine neue, sozialausgerichtete, marktwirtschaftlich orientierte Politikermannschaft.
''Die Stasi-Affäre zeigt, wie mangelhaft im Osten die Geschichte der Partei DIE LINKE aufgearbeitet worden ist.''
Wir brauchen keine modernisierte SED. Abgeordneten, denen eine Stasi-Mitarbeit nachzuweisen ist, muss das Mandat aberkannt werden.
Denunzianten und Verräter, die im Auftrage des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR hauptberuflich oder als IM tätig waren, gehören nicht in die deutschen Parlamente.
Weiterhin muss die Partei DIE LINKE (Nachfolge-Partei der SED) Ihre SED-STASI-Vergangenheit über die Opfer in der DDR Zeit aufarbeiten und sich bei den Opfern öffentlich entschuldigen.
Die Täter der Opfer dürfen keine politischen b. z. w. Öffentliche Ämter in unserer Republik ausüben, b. z. w. tätig sein!
B.Heinicke
Spiegelonline:
Lafontaine-Nachfolge
Linke Kompromiss-Spitze wackelt schon
"Eine neue Doppelspitze soll es richten - aber die designierten Linke-Chefs stehen schon jetzt in der Kritik: Die Ostberlinerin Lötzsch pflegt Kontakte ins Stasi-Milieu, der Bayer Ernst gilt vielen West-Genossen als schwer vermittelbar. Auf dem Parteitag könnten sich Gegenkandidaten melden."
Ich denke, ich liege richtig, wenn ich meine, dass ich mich mit Kommentaren über die linke Führungsspitze zunächst zurückhalten will.
Aber witzig finde ich an dem Zitat, dass Reagan fuer sich in Anspruch nimmt, Marx und Lenin verstanden zu haben : haette ich ihm nie zugetraut, noch nicht einmal, dass er etwas von ihnen gelesen haette!
würde ich formulieren.
Heute hülfe uns kein Karl Marx gegen den perfidesten Kapitalismus aller Zeiten - heute bräuchten wir einen neuen Jesus.
Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren!
Finanzkrise - Bankenkriese - mehrere Billionen zur Rettung für die "sich selbst betitelnden Kapitalisten"...
....mehrere Billionen Steuerlast für den "kleinen Mann"!
Kapitalisten lassen ihre Schulden vom "kleinen Mann" begleichen!
Etwas Marxismus - täte unserem Land gut!
Komisch - die Foristen hier - die gegen Klaus Ernst sind - zählen sich alle zu den reichen Kapitalisten?
Lächerlich!!! - Dummheit ist eben nicht zu übersehen!
Paging